Waiblingen

Neues Mode-Geschäft "Soho" in Waiblingen eröffnet trotz Corona - ist das nicht riskant?

Mädchenladen
Tobias Weidner in seinem neuen Laden. Noch ist er nicht geöffnet, deshalb ist der Unternehmer noch ohne Maske unterwegs. © Gabriel Habermann

Mit dem Soho gibt es einen neuen Laden am Waiblinger Marktplatz. Schräg gegenüber vom Cafe Tagblatt verkauft Tobias Weidner ab Montag, 30. November, Kleidung, Schuhe und Accessoires. Trotz Corona und Online-Konkurrenz hat der 50-Jährige den Schritt gewagt. Viele fragen sich, ist das nicht verrückt?

Die Bekleidungsbranche ist für Tobias Weidner nicht neu. In Schwäbisch Gmünd betreibt er einen gleichnamigen Laden und bis vor drei Jahren hatte er auch in Backnang ein Geschäft. Als er vor kurzem von der freistehenden Immobilie in bester Innenstadtlage in Waiblingen hörte, da sei sein Interesse schnell geweckt gewesen. Hals über Kopf habe er beschlossen, hier ein zweites Standbein zu eröffnen. Früher einmal befand sich hier ein Laden für Hüte, dann ein Reisebüro und bis vor kurzem ein Geschäft für italienische Feinkost.

Probleme gibt es in der Branche derzeit mehr als genug

Jetzt versucht Weidner sein Glück mit modischer Alltagskleidung im mittleren und niedrigen Preissegment. Die Zeit sei durchaus sehr schwer. Einerseits sorge der Teil-Lockdown für eine niedrige Frequenz an Besucherinnen und Besuchern in der Innenstadt, anderseits sei der Online-Handel eine starke Konkurrenz. Vor allem Einzelhändler, die derzeit Kleidung und Schuhe verkaufen, hätten es schwer. Anlässe wie beispielsweise Geburtstagsfeiern gebe es kaum, außerdem seien viele im Home-Office. Statt einer schicken Jeans tue es da eben auch die Jogging-Hose. Neue Kleidung brauche derzeit eigentlich kaum einer. Außerdem seien viele in Kurzarbeit und müssten sparen.

„Mode ist wie Wurst“

Das Problem im Modegeschäft sei obendrein, dass es ständig neue Sachen gebe. Was er in einer Saison nicht verkaufe, fliege irgendwann raus. „Mode ist wie Wurst“, sagt Weidner. Irgendwann könne man sie eben nicht mehr verkaufen.

In der aktuellen Lage ausgerechnet ein Geschäft für Bekleidung zu eröffnen, halten viele für total verrückt, sagt Tobias Weidner. Irgendwie sei es das auch, meint der Unternehmer aus Backnang selbst und sagt: „Ich war schon immer anders“. Auf das, was andere sagen, gebe er aber nicht viel. „Das ist mir bums“, sagt Weidner. Der 50-Jährige gibt sich trotz angespannter Situation betont locker. Er wollte den Laden in der besonders ansprechenden Lage eben haben. „Wenn ich noch gewartet hätte, dann wäre er weg gewesen“, sagt Weidner.

Der Backnanger hofft

Er hofft, dass die Politik die Einschränkungen möglichst bald wieder aufhebt. Solange es keinen normalen Gastronomiebetrieb gebe, hätten es die Händler schwer. Den Teil-Lockdown sieht er kritisch. „Irgendwann muss es wieder weitergehen“, sagt er. Auch wenn er die Vorsicht nachvollziehen könne.

Benannt hat Weidner seine Geschäfte nach dem New Yorker Szeneviertel Soho. Reisen in die USA hätten ihn auf die Idee gebracht. Das Viertel habe ihn wegen der vielen kleinen Läden beeindruckt.

Während des Gespräches kurz vor Eröffnung des Ladens tippt Weidner in sein Handy. Das ein oder andere muss noch organisiert werden. Unter anderem das Kassensystem müsse er noch zum Laufen bringen.

Wie sich der 50-Jährige behaupten will

Behaupten will sich Weidner mit persönlicher Beratung, das könne die Konkurrenz im Internet nicht bieten. In einem dezentralen Geschäft könnte man die Produkte viel besser bewerten als im Netz, findet er.

Noch ist Weidner auf der Suche nach einer Verkäuferin für seinen Laden. Er sucht explizit eine Frau, schließlich gebe es hier auch ausschließlich Damenmode. Er merke selbst, wie schwer es als männlicher Verkäufer sei. Frauen ließen sich lieber von einer anderen Frau beraten, so die Erfahrung des 50-Jährigen. Das Personal in Geschäften wie seinem sei enorm wichtig. Früher hätte es womöglich gereicht, einfach jemanden an die Kasse zu stellen. Doch um heute bestehen zu können, müsse man echte Beratungsarbeit leisten. Doch weil er bisher keine passende Mitarbeiterin gefunden hat, will Tobias Weidner den Laden erst einmal alleine schmeißen.

Mit dem Soho gibt es einen neuen Laden am Waiblinger Marktplatz. Schräg gegenüber vom Cafe Tagblatt verkauft Tobias Weidner ab Montag, 30. November, Kleidung, Schuhe und Accessoires. Trotz Corona und Online-Konkurrenz hat der 50-Jährige den Schritt gewagt. Viele fragen sich, ist das nicht verrückt?

Die Bekleidungsbranche ist für Tobias Weidner nicht neu. In Schwäbisch Gmünd betreibt er einen gleichnamigen Laden und bis vor drei Jahren hatte er auch in Backnang ein Geschäft. Als er vor

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