Waiblingen

OB Hesky: "Mehr autofreie Innenstadt geht nicht"

1/2
Fronackerstraße_0
Autofreie Straße, Fahrradstraße, Einbahnstraße: Für die Fronackerstraße gibt es viele Möglichkeiten. © ZVW/Benjamin Büttner
2/2
Frühling
Für Autos tabu: Der Markplatz in Waiblingen. © Alexandra Palmizi

Waiblingen. Keine Abgase, kein Verkehrslärm. Kein Stress für Radfahrer und Fußgänger: Von einer autofreien Innenstadt träumen viele. Doch ein Hotel ohne Zufahrt, die Bewohner der Altstadt ohne die Möglichkeit, zu ihren Häusern zu fahren?

Solche Szenarien kann sich Oberbürgermeister Andreas Hesky nicht vorstellen. „Wir haben viele Bewohner in der Innenstadt“, erinnert er. „Leute, die zu ihren Häusern gelangen müssen.“ Auch das Holiday-Inn-Express-Hotel könne vom Verkehr nicht abgehängt werden, genauso wenig wie die Tiefgarage und das Ärztehaus in der Albert-Roller-Straße. „Ich habe keine Hoffnung, dass wir das Auto großflächig verbannen können“, sagt der Waiblinger Stadtchef. „Wir bekommen den Autoverkehr nicht raus.“

So weit wie der Schorndorfer Oberbürgermeister Matthias Klopfer, der jüngst in seiner Haushaltsrede eine autofreie Innenstadt dezidiert ablehnte, will Hesky aber nicht gehen. Waiblingen habe im letzten Jahrzehnt mit der Ausweisung einer autofreien Innenstadt schon begonnen, sagt er mit Verweis auf die Fußgängerzone in der Altstadt. „Hier ist die Idee umgesetzt. Wie bekommen aber keine autofreie Stadt in der Bahnhofstraße.“

Für Hesky ist das Auto noch immer Teil der Mobilität. Dass autofreie Innenstädte von vielen gefordert werden, die sich eine bessere Aufenthaltsqualität wünschen, versteht er aber wohl. Erst jüngst haben Studenten der Fachhochschule Geislingen/Nürtingen Ideen für ein Waiblingen mit weniger Autos entwickelt und einen Shared Space in der unteren Fronackerstraße gefordert – einen Bereich also, in dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. „Da darf es keine Denkverbote, aber auch keine Vorfestlegung geben“, sagt Andreas Hesky mit Blick auf die anstehende Debatte im Gemeinderat. Doch das Auto sei auch wichtiger Frequenzbringer für die Zentren. „Wir müssen unsere Innenstädte erhalten. Das ist unsere Aufgabe.“

Bisher ist es aus Sicht des Oberbürgermeisters gelungen, in Waiblingen „einen ordentlichen Ladenbestand“ zu erhalten. Um den zu halten, braucht es nach Ansicht Heskys allerdings auch Kunden aus dem Umland, die mit ihren Autos die Marktgarage oder die Tiefgarage am Alten Postplatz ansteuern. Waiblingen sei gut beraten. seine Parkhäuser rund um die Altstadt zu erhalten, ist er überzeugt. Und: „Waiblingen hat ein Pfund mit der guten Parkierung und den günstigen Gebühren.“ Die Herausforderung werde in Zukunft darin liegen, den unvermeidbaren Verkehr zu lenken, so dass man ihn nicht als störend empfindet.

Wir brauchen den Ring um die Altstadt

Ob der Verkehr nun von außen kommt oder hausgemacht ist: „Ein großes Mobilitätsbedürfnis“ hat der Oberbürgermeister in seiner Stadt ausgemacht. Für viele Menschen sei’s auch ein Teil ihrer Lebensfreude, mit dem Auto zum Einkaufen und Bummeln zu fahren. Versuche, die autofreie Zone auf den unteren Bereich der Kurzen Straße auszudehnen, seien gescheitert. „Da gibt es Quell- und Zielverkehr. Leute, die da leben, arbeiten oder ins Hotel wollen.“ Für Hesky ganz klar: „Mehr autofreie Innenstadt geht nicht.“ Und auch wenn das Auto aus der Innenstadt vertrieben würde: „Wir brauchen trotzdem den Ring um die Altstadt als Erschließung.“

Um trotzdem weniger Autoverkehr und damit mehr Lebensqualität in der Innenstadt zu erreichen, setzt der Oberbürgermeister auf einen verbesserten Nahverkehr. Und verweist hier auf die neusten Errungenschaften, die der Fahrplanwechsel 2019/2020 zum 15. Dezember mit sich bringt. Auf die emissionsfreien Elektro-Citybusse, die dann auch am Wochenende fahren; auf den durchgängigen 15-Minuten-Takt zur Korber Höhe montags bis freitags zu den Hauptverkehrszeiten und auf das durchgängige Fahrplanangebot ins Eisental.


Waiblingen. Keine Abgase, kein Verkehrslärm. Kein Stress für Radfahrer und Fußgänger: Von einer autofreien Innenstadt träumen viele. Doch ein Hotel ohne Zufahrt, die Bewohner der Altstadt ohne die Möglichkeit, zu ihren Häusern zu fahren?

Solche Szenarien kann sich Oberbürgermeister Andreas Hesky nicht vorstellen. „Wir haben viele Bewohner in der Innenstadt“, erinnert er. „Leute, die zu ihren Häusern gelangen müssen.“ Auch das

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper