Waiblingen

OB-Wahl Waiblingen: So lief die erste Vorstellung des Kandidaten Sebastian Wolf

Sebastian Wolf
OB-Kandidat Sebastian Wolf präsentiert sich Waiblinger Bürgern im Bürgerzentrum. © Gabriel Habermann

Vor wenigen Wochen noch sei es für Sebastian Wolf unvorstellbar gewesen, dass er sich als einziger Bewerber für die Oberbürgermeisterwahl im Waiblinger Bürgerzentrum einem Publikum präsentiere, betont der 40-Jährige am Montagabend bei der ersten Kandidatenvorstellung. Ja, er habe sich einen Gegenkandidaten gewünscht. „Sogar sehr! Denn Wahlen leben von der Auswahl und von einem Wettstreit um den richtigen Weg für eine Stadt“, sagte er. Er wollte deshalb keine klassische Wahlkampfrede halten, sondern sein Ziel sei es gewesen, dass die Waiblinger ihn besser kennenlernen.

Ob ihm das gelang? Souverän und mit einer Portion Gelassenheit immer mit einigen Fakten in der Hinterhand antwortete er auf die Fragen, die ihm Bürger nach seiner zwanzigminütigen Vorstellungsrunde stellten. Nicht selten hielt er kurz inne, um besonnen auf die Fragen zu reagieren, etwa wenn es um die Weiterentwicklung von Hegnach im Sinne eines Lärmaktionsplans ging oder um die Frage der Energiegewinnung durch Windkraft. Wolf zeigte sich nicht als Mann des Alleingangs, sondern betonte immer wieder, dass er Teamplayer sei und das Gespräch mit allen Beteiligten suchen möchte. Für Hegnach habe er kein Rezept, dafür sei das Thema Verkehr zu komplex.

Beim Thema Windkraft kenne er den Beschluss des Gemeinderats und die rechtlichen Hürden, woran Vorhaben bisher gescheitert seien. Man müsse abwarten, welche neue Regeln der Bund treffe, damit man die Voraussetzungen erfüllen könne.

Dass er die Voraussetzungen für den Beruf eines Oberbürgermeisters von der Pike auf gelernt hat, zeigt die Tatsache, welche Themen er in seiner Vorstellungsrunde aufgreift. Verkehr, Klimaneutralität, Wirtschaft oder das Waiblinger Altstadtfest – keines der Hauptpunkte, welche Waiblingen bewegen, scheint übergangen worden zu sein. Er weiß, wie eine Kommune tickt – nicht zuletzt auch durch die Erfahrungen, die er in der Verwaltung der Gemeinde Leutenbach, wo er zuletzt das Hauptamt leitete, gesammelt hatte und später als Erster Bürgermeister von Ehingen. Gleichzeitig gibt er sich als Ur-Waiblinger, der in Hegnach aufgewachsen, bei der Feuerwehr aktiv war und mit der Stadt und seinen Stadtteilen immer noch stark verwurzelt sei. Die Zeit in Ehingen habe aber dazu beigetragen, dass er den Blick „von außen“ gewonnen habe.

Jeder Kritiker des Bewerbefeldes hätte sich genauso gut selbst bewerben können

Waiblingen sei in seinen Augen sehr attraktiv und es sei ein Ort, in welchem er gerne seine beiden kleinen Kinder aufwachsen sehe. „Ich bin da, ich habe mich beworben und kann niemanden zwingen, sich auch zu bewerben. Jeder, der beklage, dass es nur einen Kandidaten gebe, hätte sich ebenfalls bewerben können!“, sagt er, worauf er zustimmenden Applaus von den durch die Pandemie bedingt wenigen Leuten im Saal erntete. Viele weitere verfolgten den Abend im Bürgerzentrum per Livestream von zu Hause aus. Bürger hatten deshalb die Möglichkeit vorab Fragen zu stellen, welche Erste Bürgermeisterin Christiane Dürr, die den Abend moderierte, vorlas.

Darunter etwa eine Frage einer Stadtwerke-Mitarbeiterin, die auf die große Bäderlandschaft in Waiblingen hinweist und Sebastian Wolf die Frage stellte, ob er sich vorstellen könne, das kostenintensive Angebot in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken aufrecht zu erhalten. Es sei überaus wertvoll, wenn Kinder schwimmen können, betonte er. Es sei wichtig, „wenn wir ausreichend Wasser zur Verfügung stellen können! Deshalb unterstütze ich das selbstverständlich!“ Auch den Wunsch an die ältere Bevölkerung zu denken und der Bedarf an Kurzzeitpflege-Plätzen zu überprüfen nahm er sich als „Aufgabe gerne mit“, sofern er am Sonntag, 6. Februar ins Amt gewählt werden würde.

Bei der Arbeit setze er auf Überparteilichkeit

Bei seiner Arbeit in der Kommunalpolitik sei ihm die Überparteilichkeit sehr wichtig, er als Mensch lege aber Wert darauf, dass man sich in einer Partei engagiere. Die meisten Gemeinsamkeiten habe er damals im Parteiprogramm der CDU gesehen, weshalb er sich für eine Mitgliedschaft entschied. Bei seiner Arbeit habe die Partei keine Rolle gespielt und werde es auch in Zukunft nicht, so Sebastian Wolf. „Ich stehe für einen Ausgleich zwischen unterschiedlichen Interessen und bin zutiefst davon überzeugt, dass im Gemeinderat stets der Wettbewerb um die besten Ideen im Mittelpunkt stehen sollte“, sagte er.

Vor wenigen Wochen noch sei es für Sebastian Wolf unvorstellbar gewesen, dass er sich als einziger Bewerber für die Oberbürgermeisterwahl im Waiblinger Bürgerzentrum einem Publikum präsentiere, betont der 40-Jährige am Montagabend bei der ersten Kandidatenvorstellung. Ja, er habe sich einen Gegenkandidaten gewünscht. „Sogar sehr! Denn Wahlen leben von der Auswahl und von einem Wettstreit um den richtigen Weg für eine Stadt“, sagte er. Er wollte deshalb keine klassische Wahlkampfrede halten,

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