Waiblingen

Ochsen-Baustelle wird im Frühjahr 2020 fertig

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Derzeit wird auf der Baustelle an der Klosterstraße mit zwei Kränen gearbeitet. © ZVW/Gaby Schneider

Kernen-Stetten. Die sanierte Klosterstraße erstrahlt zur Gartenschau in neuem Glanz – doch zumindest einer der beiden Kräne an der Baustelle beim Ochsen wird seinen Schatten noch längere Zeit auf die Ortsmitte werfen. Immerhin der vordere soll im Mai verschwinden.

Natürlich hätte sich die Kernener Verwaltung gewünscht, dass die neue Ortsmitte in Stetten zur Gartenschau frei von Baustellen ist. Doch mittlerweile hat sich der Beigeordnete Peter Mauch damit abgefunden, dass an der sanierten Klosterstraße auch im Mai noch mindestens ein großer Baukran die Besucher begrüßen wird. Der Groll auf den Bauherrn, der hier ein Wohnhaus errichtet, hält sich in Grenzen: „Er kann nur bedingt etwas dafür“, sagt Peter Mauch, wenngleich er natürlich findet: „Die Baustelle ist zeitlich sehr ungünstig.“ Zur Straße hin hat die Gemeinde nun Gartenschau-Banner am Bauzaun anbringen lassen.

Schwieriges Erdreich, historischer Fund, Schäden bei Nachbarn

Den angekündigten Fertigstellungstermin im April 2020 kann die CI Wohnen GmbH (ehemals ZBI Immobilien AG) wohl einhalten. Das bestätigt Projektentwickler Björn Renz auf Anfrage unserer Zeitung. Die Firma baut seit Februar 2018 an der Ecke Kloster-/Kirchstraße ein Wohnhaus mit Tiefgarage. Im Erdgeschoss ist außerdem eine kleine Gewerbefläche geplant. Ursprünglich sollte das Gebäude bereits 2019 fertiggestellt werden.

Doch im Juni 2018 wurden im Erdreich Balken entdeckt, die wohl zu einer historischen Wasserburg gehören – ein Sensationsfund, der kurzzeitig für einen Baustopp sorgte (siehe Infokasten am Ende des Artikels). „Wir arbeiten besonders vorsichtig“, versichert Renz, „wir sind sensibilisiert.“

Als schwierig erwiesen sich laut Renz die Arbeiten im Erdreich. Hier war eine Grundwasserabsenkung nötig, das heißt, es wurde Wasser abgepumpt. Zu allem Überfluss gaben im Spätsommer Nachbarn an, ihre Häuser hätten durch die Arbeiten Schaden genommen.

„So gut wie möglich“ soll die Baustelle zur Gartenschau aussehen

Nun ist der Bauherr froh, „aus der Erde raus“ zu sein: „Je weiter man kommt, desto geringer die Gefahr, dass es Schwierigkeiten gibt“, so Renz. Der vordere Kran direkt an der Klosterstraße wird voraussichtlich Anfang Mai verschwinden. Der andere, der auf der Baufläche steht, wird noch gebraucht. Demnächst findet ein Gespräch der Verantwortlichen mit der Gemeinde statt. „So gut wie möglich“, soll die Baustelle zur Gartenschau aussehen, sagt Renz.

Für das Ladengeschäft im Erdgeschoss sucht die Firma übrigens noch Interessenten. Auf die ersten Annoncen, so Renz, sei die Resonanz gering gewesen. Deshalb hat sich auch die Gemeinde in die Vermarktung eingeschaltet, die Leben in die Ortsmitte bringen möchte.

Fürs Erdgeschoss wird noch ein Gewerbetreibender gesucht

Bürgermeister Altenberger könnte sich einen Floristen gut vorstellen. „Wir haben noch drei, vier Monate Zeit, jemanden zu finden.“ Interessenten könnte man auch beim Mietpreis entgegenkommen. „Wenn wir niemanden finden, wird das eine Wohnung. Dann haben wir halt wieder eine Chance verpasst.“


Fundstücke

Die Fundstücke rund um die historische Wasserburg, die auf der Baustelle hinter dem Ochsen entdeckt wurde, lagern beim Landesamt für Denkmalpflege in Esslingen am Neckar. Wie Ute Heinle vom Heimatverein berichtet, hätte ein Ortshistoriker aus Kernen großes Interesse daran, an der Auswertung mitzuwirken.

Momentan fehlen allerdings finanzielle Mittel, um damit zu beginnen.