Waiblingen

Omikron verunsichert: Urlaub buchen trotz Corona – was Sie jetzt beachten müssen

Reisebüro
Marco Winterstein vom ADAC-Reisebüro in der Fronackerstraße 16 in Waiblingen. © ZVW/Benjamin Büttner

Wegen der Omikron-Variante des Coronavirus sind die Menschen wieder verunsicherter – und das spüren auch die Reisebüros in Waiblingen deutlich. „Familien buchen an sich gerade gar nicht“, sagt Jochen Ziesel, Inhaber des Columbus-Reisebüros in der Bahnhofstraße 7. Wenn Leute in den Urlaub wollen, dann vor allem kurzfristig.

So drehen sich bei Jochen Ziesel Anfragen derzeit vor allem um Flugreisen im Monat Februar – und zwar zu den Kanarischen Inseln, nach Ägypten und auf die Malediven. Jochen Ziesel kann aber verstehen, wenn die Leute zögern – schließlich ändern sich die Corona-Regeln in vielen Ländern ständig.

Columbus-Reisebüro: Maximal 50 Prozent des Umsatzes von 2019

Wenn Jochen Ziesel den Umsatz seines Reisebüros mit der Zeit vor der Pandemie vergleicht, kommt er nach eigenen Angaben derzeit auf maximal 50 Prozent des Umsatzes von 2019. Er muss deshalb in seinem Reisebüro nach wie vor auf Kurzarbeit setzen. Vor Corona waren der Januar und der Februar die Monate, in denen die meisten Kunden ihren Sommerurlaub gebucht haben. Nun warten viele erst mal ab.

Die neuen Flex-Tarife haben für die Reisebüros auch Nachteile

Wer dennoch bucht, setzt oft auf sogenannte Flex-Tarife, bei denen gegen einen Aufpreis auch noch kurzfristig kostenfrei storniert werden kann. Für Reisebüro-Inhaber wie Jochen Ziesel sind diese Flex-Tarife nicht nur von Vorteil: Zwar bucht der Kunde damit vielleicht eine Reise, aber er kann sie eben auch wieder stornieren – und in dem Fall, betont Ziesel, gebe es vom Reiseveranstalter keine Provision. Auch nicht vergütet wird Jochen Ziesel und seinem Team übrigens der Mehraufwand durch Umbuchungen, die ebenfalls wegen der Pandemie zugenommen haben.

Jochen Ziesel versucht, für seine Kunden Direktflüge zu buchen

Jedem, der eine Flugreise bucht, empfiehlt Jochen Ziesel derzeit, unbedingt auf einen Direktflug zu setzen. Denn wer irgendwo umsteigen muss, der kann allein dadurch schon wieder Probleme bekommen – je nachdem, welche Corona-Regeln in diesem Land gerade gelten. Zwar gibt es auch Ausnahmeregeln, sofern man den Flughafen nicht verlässt, aber auch hier kann sich jederzeit etwas ändern. „Wir versuchen deshalb, Direktflüge zu finden“, sagt Jochen Ziesel.

Die meisten, die bei ihm buchen, sind geboostert, haben also drei Corona-Impfungen hinter sich. Trotzdem verlangen nicht wenige Länder längst zusätzlich Tests – mal reicht ein Schnelltest, mal muss es ein PCR-Test sein. „Es ist alles aufwendig und umständlich.“

Jochen Ziesel: „Gerade die Spanier sind streng“

Jochen Ziesel kann deshalb verstehen, wenn gerade Menschen mit Vorerkrankungen Reisen derzeit meiden. Das Risiko einer Ansteckung ist nach seiner Einschätzung allerdings auch im Urlaub nicht höher als anderswo. Unter seinen Kunden, betont Jochen Ziesel, habe sich 2021 nur ein einziger im Urlaub nachweislich mit Corona infiziert. Entscheidend ist es aus seiner Sicht, sich vorsichtig zu verhalten – egal an welchem Ort. Über die Sicherheitsvorkehrungen in den Hotels kann sich zudem jeder Reisegast vorab informieren lassen. „Gerade die Spanier sind streng, was das betrifft“, weiß der Waiblinger Reisebüro-Inhaber.

ADAC-Reisebüro spürt ebenfalls die Unsicherheit der Kunden

Marco Winterstein vom Waiblinger ADAC-Reisebüro in der Fronackerstraße 16 verweist darauf, dass er aktuell eine ganz andere Situation als im Januar 2021 habe. „Durch den damaligen Lockdown hatten wir geschlossen und keinen Kundenverkehr. Momentan verzeichnen wir viele Nachfragen und auch einige Buchungen für den Sommer.“ Wenn es um kurzfristige Buchungen geht, spürt er natürlich die Unsicherheit bei den Kunden.

Corona: Australien und Neuseeland erlauben keine touristische Einreise

Da durch die Impfungen das Reisen leichter möglich ist, hat sich laut Marco Winterstein die Storno-Quote im Normalbereich eingependelt, fast wie vor der Pandemie. „Wenn unsere Kunden ihre Reise stornieren, dann wegen kurzfristiger Ereignisse wie einem Unfall oder einem Schicksalsschlag in der Familie.“ Zudem gebe es aufgrund des verfügbaren Impfstoffs im Gegensatz zum vergangenen Jahr kaum coronabedingte Absagen durch die Veranstalter, selbst für Reisen in Hochrisikogebiete. „Dies passiert nur in Ausnahmefällen, wenn etwa in einem Land die touristische Einreise überhaupt nicht möglich ist, wie derzeit in Australien oder Neuseeland.“ Außerdem sei momentan kein Land als Virusvariantengebiet eingestuft, da sich Omikron weltweit verbreitet habe und auch in Deutschland vorherrschend sei.

Reisen in die USA werden wieder gebucht

Marco Winterstein erhält nach eigenen Angaben derzeit viele Anfragen zu Reisen in die USA mit der gesamten Bandbreite: Ost- und Westküste, Florida oder die klassische Camper-Reise mit dem Wohnmobil. „Seit vollständig Geimpfte wieder in die USA reisen dürfen, steigt die Sehnsucht, wieder dorthin in den Urlaub zu fliegen.“ Wie auch im vergangenen Jahr seien Reisen innerhalb Deutschlands stark gefragt. „Generell sind alle Ziele, die man gut mit dem Auto erreichen kann, sehr beliebt.“

Dazu gehören laut Marco Winterstein etwa Österreich, Norditalien und die Schweiz. Hinzu kämen die skandinavischen Länder, die von vielen Menschen als relativ sichere Reiseziele eingeschätzt würden. Generell spiele in der aktuellen Situation ein gewisses Sicherheitsgefühl eine ganz große Rolle, wenn es um die Urlaubsplanung gehe. „Das merken wir auch in der täglichen Beratung, wie wichtig unseren Kunden ein fester und persönlicher Ansprechpartner im Reisebüro ist.“

Marco Winterstein: Viele Menschen informieren sich im Vorfeld schon sehr gut

Die mit Abstand häufigste Frage, mit der Marco Winterstein gerade konfrontiert wird, ist: „Was kann ich machen, wenn sich die Situation mit Corona verschlechtert?“ Also, ob sich der Urlaub umbuchen oder stornieren lässt, wenn sich die Lage vor Ort am Reiseziel verschärft. „Wir stellen aber fest, dass viele unserer Kunden jetzt buchen mit dem Wissen, dass vor allem mit der Impfung Reisen wieder möglich sind, wenn auch unter gewissen Bedingungen.“

Hinzu kämen natürlich Fragen zu den jeweils gültigen Einreiseregeln und Vorschriften rund um Corona. Marco Winterstein stellt hier allerdings fest, dass viele Menschen sich schon sehr gut im Vorfeld informiert haben und von sich aus einfach noch eine fachliche Bestätigung haben möchten.

Flex-Tarife kosten beim ADAC-Reisebüro zwischen 50 und 70 Euro

Der Leiter des Waiblinger ADAC-Reisebüros empfiehlt seinen Kunden die sogenannte Flex-Option, um auf der sicheren Seite zu sein. „Diese bieten alle großen Veranstalter an, sie kostet je nach Reisepreis zwischen 50 und 70 Euro.“

Damit könnten Reisende bis 14 Tage vor dem Urlaub kostenfrei umbuchen oder stornieren. „Ansonsten gibt aus gesundheitlicher Sicht die Impfung die größtmögliche Sicherheit, um unbeschwert reisen zu können.“

Wegen der Omikron-Variante des Coronavirus sind die Menschen wieder verunsicherter – und das spüren auch die Reisebüros in Waiblingen deutlich. „Familien buchen an sich gerade gar nicht“, sagt Jochen Ziesel, Inhaber des Columbus-Reisebüros in der Bahnhofstraße 7. Wenn Leute in den Urlaub wollen, dann vor allem kurzfristig.

So drehen sich bei Jochen Ziesel Anfragen derzeit vor allem um Flugreisen im Monat Februar – und zwar zu den Kanarischen Inseln, nach Ägypten und auf die Malediven.

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