Waiblingen

Parkplatz-Mangel droht in Waiblingen: Keine Mitarbeiter-Stellplätze im neuen Landratsamt?

Tiefgarage Landratsamt
Das marode alte Parkhaus beim Landratsamt. © ALEXANDRA PALMIZI

Aus der Hoffnung der Stadt Waiblingen, in der Tiefgarage des neuen Landratsamts, am Postplatz Stellplätze schaffen zu können, welche Besuchern der Innenstadt zugute kommen könnten, wird nichts. Nach den bisherigen Plänen sollte das neue, „soziale“ Landratsamt, das am Postplatz verschiedene Außenstellen der Kreisbehörde bündeln soll, durch eine dreistöckige Tiefgarage ergänzt werden. Deren dritte Etage steht nun aber auf der Kippe.

Der Kreis muss sparen

Mit Blick auf die Sitzung des Verwaltungs-, Schul- und Kulturausschusses des Kreistags am Montag (21. Juni) ist für Zündstoff gesorgt, denn dort wird über Einsparungen am Neubau beraten, der sich nach einer Kostenberechnung mit elf Millionen Euro als deutlich teurer erweist als beabsichtigt. Ein Sparvorschlag lautet, das dritte Tiefgaragendeck zu streichen, was 4,5 Millionen Euro weniger kosten würde. Klar ist: Der Verzicht wäre unumkehrbar. Mit der Einsparung ginge ein Verzicht auf Flächen und Parkmöglichkeiten in zentraler Innenstadtlage einher. Da kommt die Stadt Waiblingen ins Spiel.

Keine Stellplätze für Mitarbeiter

Daher gab es Überlegungen, die Stadt könnte aus eigenem Interesse die dritte Parketage finanzieren. Nicht zuletzt, weil neue innenstadtnahe Stellplätze an anderer Stelle den Rückbau vorhandener Stellplätze ermöglichen würden – der dort wiederum einer freundlicheren Straßenraumgestaltung zugute kommen könnte. Aber daraus wird nichts. Durch eine genaue Berechnung der baurechtlich notwendigen Stellplätze Ende Mai ergibt sich ein anderes Bild als zunächst angenommen. Die 80 Plätze in einer dritten Etage bieten kein Potenzial, an anderer Stelle Plätze entfallen zu lassen.

Kein Nutzen für die Innenstadt

Eine Tiefgarage aus zwei Untergeschossen bestehende Landratsamts-Tiefgarage hätte 135 Stellplätze. Rund die Hälfte davon wäre durch Dienstfahrzeuge der rund 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter belegt, der Rest soll für Besucher freigehalten werden – und die Beschäftigten gingen leer aus, sofern sie nicht mit dem Fahrrad kommen. Die 80 Stellplätze einer dritten Etage böten unter diesen Umständen keinen zusätzlichen Nutzen für die Innenstadt. Die Annahme, dass die meisten davon schlicht von den Mitarbeitern des Landratsamts genutzt würden, lässt sich nicht gerade leicht von der Hand weisen.

Parkierungsdruck in den Wohngebieten

Mitarbeiter, die nur zu Fuß, mit dem Rad oder dem öffentlichen Nahverkehr zur Arbeit kommen? Ein solcher Wandel des Mobilitätsverhaltens erscheint selbst in der verkehrsgünstigen Lage des Postplatzes kurzfristig nicht realistisch. Das gibt auch das Landratsamt in seiner Sitzungsvorlage zu bedenken: „Angesichts der Tatsache, dass eine Umfrage jüngst ergeben hat, dass die größten Arbeitgeber im Umfeld des Landratsamtes für mindestens 40 Prozent ihrer Mitarbeitenden Parkplätze vorhalten, teils deutlich mehr, wäre eine Parkplatzquote von null für die Mitarbeitenden des Landratsamtes zwar rechtlich möglich, sehr ambitioniert.“

Die Stadt Waiblingen wiederum zu bedenken, dass bereits jetzt bei 248 vorhandenen Stellplätzen rund 70 Mitarbeiter des Landratsamts einen oberirdischen Stellplatz oder einen in einer Tiefgarage bei der Stadt angemietet haben. Fast täglich erreichten die Parkierungsgesellschaft weitere Anfragen, die mit Verweis auf den Parkierungsdruck in den Wohngebieten an der Schorndorfer Straße und im Hohen Rain abgelehnt würden.

Dieses Konfliktpotenzial erkennt auch das Landratsamt an. Parkplätze seien in unmittelbarer Nähe der Kreisbehörde nur in sehr begrenztem Umfang verfügbar. Aus Sicht der Stadt würde es sich bei den 80 Plätzen des dritten Parkdecks folglich nicht um ein zusätzliches Angebot handeln, sondern um den eigenen Bedarf des Landratsamts.

Anmerkung: In einer ersten Fassung des Artikel berichteten wir, die Stadt habe ihre Bereitschaft zur Finanzierung der dritten Etage aufgekündigt. Tatsächlich handelte es sich bei der Finanzierung durch die Stadt bis dato nur um Überlegungen. Rathaus und Landratsamt betonen ein gutes Miteinander.

Aus der Hoffnung der Stadt Waiblingen, in der Tiefgarage des neuen Landratsamts, am Postplatz Stellplätze schaffen zu können, welche Besuchern der Innenstadt zugute kommen könnten, wird nichts. Nach den bisherigen Plänen sollte das neue, „soziale“ Landratsamt, das am Postplatz verschiedene Außenstellen der Kreisbehörde bündeln soll, durch eine dreistöckige Tiefgarage ergänzt werden. Deren dritte Etage steht nun aber auf der Kippe.

Der Kreis muss sparen

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