Waiblingen

Pflegeheim und Wohnungen auf Balaton-Areal in Neustadt: Baustart erst 2023

Ortsmitte Neustadt
Von links: OB Andreas Hesky, Martin Bühler (Atelier Wolfshof Architekten, plant das Pflegeheim), Natalie Weitmann (Projektleiterin beim Investor Planquadrat Stuttgart), Hans Klement (Geschäftsführer Planquadrat Stuttgart), Ulrich Neumann (Re2Area, plant den Wohnbau auf dem Balaton-Areal), Johann Senner (Planstatt Senner, zuständig für die Außenanlagen), Ortsvorsteherin Daniela Tiemann, Baubürgermeister Dieter Schienmann und Frieder Frischling (Geschäftsführer DRK Stuttgart). © ZVW/Benjamin Büttner

Um Jahre hat sich der Bau des neuen Pflegeheims in der Ortsmitte von Neustadt verzögert – nun steht fest, wer sich im nichtöffentlichen Auswahlverfahren durchgesetzt hat: Planquadrat Stuttgart Projektentwicklung wird Investor. Betrieben werden soll das Pflegeheim vom Deutschen Roten Kreuz Stuttgart (DRK), das bereits den Zuschlag für das derzeit noch im Bau befindliche Pflegeheim in Beinstein erhalten hat. Und auf dem benachbarten Balaton-Areal werden in vier Häusern insgesamt 37 neue Wohnungen entstehen – wobei sieben davon betreute Wohnungen sein sollen.

Es wird sechs Ein-Zimmer-Wohnungen geben, 15 Zwei-Zimmer-Wohnungen, sieben Drei-Zimmer-Wohnungen und neun Vier-Zimmer-Wohnungen sowie einen Gemeinschaftsraum. Es soll zudem eine Gewerbeeinheit, Stellplätze und eine Tiefgarage geben. „Neustadt wird sein Gesicht verändern“, betonte OB Andreas Hesky.

Das alte und deutlich zu große Rathaus von Neustadt wird abgerissen, um Platz für das neue Pflegeheim zu schaffen. In dem Gebäude selbst werden auch neue Räume für die Ortschaftsverwaltung geschaffen. Im zweiten Halbjahr 2022 soll Ortsvorsteherin Daniela Tiemann mit ihren Mitarbeitern in eine provisorische Bleibe umziehen, nämlich in die Filiale der Volksbank Stuttgart in der Neustadter Hauptstraße 89.

Ortschaftsrat von Neustadt kippte die bestehende Planung fürs Balaton-Areal

Dass in Beinstein schon 2022 das neue Pflegeheim in der Ortsmitte fertig werden soll und in Neustadt die Bauarbeiten erst viel später starten, liegt an Ereignissen im Frühsommer 2017. Damals war bereits geplant, dass das Rote Kreuz Stuttgart beide Heime betreiben soll. Für die Grundstücksgeschäfte gab es einen gemeinsamen Notartermin – und bei diesem präsentierte das DRK eine veränderte Investorengesellschaft. Die Ortsvorsteher unterschrieben die Verträge damals nur unter Vorbehalt, da sie das Ganze mit ihrem jeweiligen Ortschaftsrat diskutieren mussten.

Die Beinsteiner stimmten in jenem Sommer 2017 zu, der Ortschaftsrat von Neustadt allerdings nicht. Der stellvertretende Ortsvorsteher verlas damals eine gemeinsame Erklärung im Namen aller Fraktionen, in der es hieß, dass durch die wiederholten Verzögerungen bei der Umsetzung des Pflegeheims Zweifel aufgekommen seien, ob die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz Stuttgart überhaupt zu einem guten Ende führen würde.

Städtebaulicher Wettbewerb von 2009: Rathaus ist überdimensioniert und sanierungsbedürftig

Oberbürgermeister Andreas Hesky wertet diese „Notbremse“ des Ortschaftsrats im Nachhinein als Chance. Die Planung hat sich nämlich im Vergleich zu damals dahingehend geändert, dass das Pflegeheim nun nicht mehr auf dem Areal des ehemaligen Tanzlokals Balaton entsteht, sondern auf dem Gelände des jetzigen Rathauses. Auf dem Balaton-Areal wollte der Ortschaftsrat dagegen neue Wohnungen. Dass das Rathaus von Neustadt abgerissen werden sollte, war bereits das Ergebnis eines städtebaulichen Wettbewerbs aus dem Jahr 2009. Damals wurde das Gebäude bereits als sanierungsbedürftig, überdimensioniert und nicht behindertengerecht bezeichnet.

Atelier Wolfhof aus Weinstadt plant das Pflegeheim 

Durch die neue Planung besteht laut OB Andreas Hesky auch die Chance, die Ortsmitte erlebbar zu machen und eine bessere Verkehrsführung zu schaffen. Der Waiblinger Oberbürgermeister hätte laut eigenem Bekunden gerne schon früher über den Stand der Dinge berichtet, allerdings war dies bei dem mehrstufigen Investoren- und Architektenauswahlverfahren nicht erlaubt. Für die Planung des Pflegeheims wird das Atelier Wolfshof Architekten aus Weinstadt zuständig sein, für das Balaton-Areal das Team von der Niederlassung Esslingen der Re2Area GmbH. Und für die Außenanlagen ist das Büro Planstatt Senner zuständig, das mancher noch von der Remstal-Gartenschau 2019 kennt.

Das neue Heim soll 30 Pflegeplätze, drei betreute Wohnungen und Räume für die Ortschaftsverwaltung enthalten. Angeschlossen wird es zudem an die Nahwärmeversorgung der Stadtwerke Waiblingen. Davor soll ein richtiger Dorfplatz entstehen, dabei sollen vorhandene Bäume möglichst erhalten werden.

Baubeginn fürs Pflegeheim sollte ursprünglich Anfang 2022 sein

Noch im August 2020 ging Baubürgermeister Dieter Schienmann davon aus, dass der Baubeginn Anfang 2022 erfolgen kann. Dies ist jetzt allerdings nicht mehr zu schaffen. Losgehen kann es erst im ersten Quartal 2023, also ein Jahr später. OB Hesky begründete dies mit umfangreichen Vorarbeiten und Planungen. Nachdem nun die Auswahl von Investor und Betreiber einschließlich Architekt und Freiflächenplaner für Pflegeeinrichtung, Ortschaftsverwaltung und Wohnen vorgenommen worden sei, könne in das vertiefte Planungs- und Genehmigungsprozedere eingestiegen werden. Hans Klement, Geschäftsführer vom Investor Planquadrat Stuttgart, rechnet mit mindestens zwei Jahren Bauzeit für den Neubau.

Rathaus von Neustadt wird im zweiten Halbjahr 2022 abgerissen

Das alte Rathaus von Neustadt soll im zweiten Halbjahr 2022 abgebrochen werden. Da es sich um ein Betongebäude handelt, wird es laut Baubürgermeister Dieter Schienmann etwas aufwendiger. „Das wird nicht ohne Lkw-Verkehr und Maschinenlärm gehen.“

Die Figur des Zwetschgenklopfers vor dem Rathaus Neustadt wird zwischengelagert und nach dem Bau des neuen Pflegeheims einen neuen Platz erhalten. Das sicherte Oberbürgermeister Andreas Hesky zu – schließlich ist Zwetschgenklopfer der alte Spitzname der Bürger von Neustadt. Um die Skulptur fand bislang traditionell immer das jährliche White Dinner statt.

Um Jahre hat sich der Bau des neuen Pflegeheims in der Ortsmitte von Neustadt verzögert – nun steht fest, wer sich im nichtöffentlichen Auswahlverfahren durchgesetzt hat: Planquadrat Stuttgart Projektentwicklung wird Investor. Betrieben werden soll das Pflegeheim vom Deutschen Roten Kreuz Stuttgart (DRK), das bereits den Zuschlag für das derzeit noch im Bau befindliche Pflegeheim in Beinstein erhalten hat. Und auf dem benachbarten Balaton-Areal werden in vier Häusern insgesamt 37 neue

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