Waiblingen

Plötzlich Drogerie: Parfümerie Douglas in Waiblingen trotz Lockdown geöffnet

Douglas
Douglas-Filiale in Waiblingen (Archivfoto) © Gabriel Habermannn

Irritationen gab es am ersten Tag des Corona-Lockdowns um Filialen der Parfümerie Douglas, die weiterhin geöffnet hatten – so auch die an der Ecke Postplatz/Lange Straße in Waiblingen. Bundesweit soll jede vierte Filiale geöffnet bleiben. Ein Verstoß gegen die neuen Corona-Verordnungen?

„Douglas hält sich an alle geltenden Verordnungen“, beteuert eine Unternehmenssprecherin. Trotz der Schließungen des Einzelhandels sähen die Ausnahmen explizit vor, dass Drogerien auch weiterhin geöffnet bleiben könnten. Nun firmiert die Douglas-Kette marktüblich als Parfümerie, aber: „Der Begriff Drogerie selbst ist rechtlich nicht spezifiziert“, so die Unternehmenssprecherin weiter. In den geöffneten Filialen biete Douglas den Großteil des klassischen Drogeriesortiments an: Körperpflegeprodukte wie Cremes, Shampoo, Seife, Deodorants, Make-up, Parfüms und Hygieneprodukte. Diese dürften laut Beschluss weiter verkauft werden. Die geöffneten Filialen hätten ein Angebot an Drogeriewaren, seien aber nicht dem Luxussegment zuzuordnen.

Verdi: "Im stärksten Maße anrüchig"

Außerdem biete Douglas „Click & Collect“-Dienstleistungen in zahlreichen Filialen in Deutschland an – also Abholstellen für Kunden, die online bestellt haben. Dies sei zum Beispiel in den Verordnungen der Länder NRW und Hessen unter Einhaltung der Hygieneregeln ausdrücklich erlaubt. Geprüft werde derzeit, in welchen Bundesländern dies laut Verordnung möglich ist. Baden-Württemberg hat die „Click & Collect“-Dienstleistungen untersagt.

Bernhard Schiederig, Fachbereichsleiter Handel bei Verdi Hessen, kritisiert das Vorgehen: „Wer den dringenden Lockdown und das erlaubte Weiterführen bestimmter Geschäfte auf solche Weise fehlinterpretiert, macht sich nicht nur unglaubwürdig. Das Vorgehen von Douglas ist im stärksten Maße anrüchig.“