Waiblingen

Platzmangel: Rotes Kreuz will bauen

drkumbau
Geschäftsführerin Gisela Mohr und Vorsitzende Christiane Dürr vor den engen Garagen. © ZVW/Gaby Schneider

Waiblingen. Das Rote Kreuz in Waiblingen leidet unter Platzmangel – sowohl der Kreisverband in der Henri-Dunant-Straße als auch der Ortsverein im Gewerbegebiet Eisental. Letzterer plant Abhilfe: Im Herbst soll der Anbau ans DRK-Heim in der Anton-Schmidt-Straße starten.

Die enge Garage veranschaulicht die Situation beim Ortsverein besonders gut: „Das ist das Fahrzeug, von dem wir eigentlich hoffen, dass wir es nie brauchen“, sagt die DRK-Vorsitzende Christiane Dürr mit Blick auf den Lkw des Bevölkerungsschutzes und der Schnelleinsatzgruppe Erstversorgung, die etwa bei Großeinsätzen wie den Bränden bei Alba oder am Bürgerzentrum zur Unterstützung der Feuerwehr ausrückt. Der Fahrer muss Zentimeterarbeit leisten, um den 7,5-Tonner einzuparken. Links und rechts kann sich eine Person gerade noch so daran vorbeiquetschen, nach hinten passt zwischen Heck und Wand ungefähr eine Hand. Umkleidekabinen für die Einsatzkräfte: Fehlanzeige.

„Der Umbau ist für den Ortsverein eine echte Herausforderung“

Durch den Umbau sollen nicht nur die Fahrzeuge neue Garagen bekommen, sondern die Einsatzkräfte auch Umkleiden, die den Namen verdienen – und zwar getrennt für Männer und Frauen. Herzstück der Erweiterung des DRK-Heims wird aber der neue 80 Quadratmeter große Saal mit Foyer, Teeküche angrenzender Terrasse. Der bisher einzige Saal ist praktisch täglich ausgelastet, denn eine wachsende Nachfrage hat in den vergangenen Jahren für ein wachsendes Angebot an Kursen von „Yoga auf dem Stuhl“ bis Rollator-Tanz und von Seniorengymnastik bis „Elba“ (Eltern mit Baby) gesorgt. Der Rettungsdienst bekommt hier Schulungen, der Vorstand trifft sich zu Besprechungen und Führerschein-Neulinge lernen die Grundlagen der Ersten Hilfe. Der Belegungsplan ist auf Kante genäht. Den neuen Saal kann auch der Kreisverband nutzen. Durch die laut Dürr „geschickte Planung“ entsteht zudem ein Zwischengeschoss, das als Lager dienen soll.

„Der Umbau ist für den Ortsverein eine echte Herausforderung“, sagt Christiane Dürr, die als Erste Bürgermeisterin nach Waiblinger Usus sozusagen automatisch dem örtlichen DRK vorsteht. Ansonsten wird der Ortsverein mit den Bereichen Bereitschaftsdienst, Jugend und Sozialarbeit im Wesentlichen von Ehrenamtlichen getragen. Die Gesamtkosten für den Umbau betragen 1,2 Millionen Euro. Einen Zuschuss bekommen die Lebensretter von der lokal verwurzelten Frida-und-Fritz-Häbich-Stiftung, die dem Roten Kreuz schon vielfach Unterstützung gab, und – so zumindest ihre begründete Hoffnung – auch von der Fernsehlotterie. Die Stadt Waiblingen gewährt ebenfalls einen Zuschuss, ein zinsloses Darlehen sowie eine Ausfallbürgschaft. Trotzdem bleiben Eigenmittel in Höhe von 250 000 Euro, die der Ortsverein aufzubringen hat.

680 Quadratmeter mehr Nutzfläche

1993 bezog er das Gebäude im Gewerbegebiet. Davor war er – Geschäftsführerin Gisela Mohr, „gute Seele“ und Gedächtnis des Ortsvereins erinnert sich – in der alten Frauenarbeitsschule an der Karlstraße untergebracht, so wie lange Zeit auch Volkshochschule und Familienbildungsstätte. Durch den Umbau gewinnt der 2000 Mitglieder starke Ortsverein 680 Quadratmeter Nutzfläche hinzu. Nach den Sommerferien sollen die Arbeiten beginnen. Wenn alles absolut glattläuft, könnte der Traum der Waiblinger Rotkreuzler wahr werden, den Anbau beim Eisentaltag 2020 einzuweihen. Dann begeht der Ortsverein nämlich sein 150-Jahr-Jubiläum. In 20 Jahren soll das Großprojekt abbezahlt sein. „Jede Spende ist willkommen“, sagt Christiane Dürr. Eine Möglichkeit dazu besteht beim Infotag des Roten Kreuzes am Mittwoch, 8. Mai, auf dem Marktplatz.