Waiblingen

Röntgenpraxis nach Brand eingeweiht

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Der Radiologe Hansjörg Rempp (links), Dr. Christoph Zindel, Vorstand von Siemens Healthineers (Mitte), und Professor Claus Claussen bei der Übergabe des MRT und der Wiedereinweihung der Praxis nach dem Brand. © ZVW/Gabriel Habermann
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Das Feuer an der Querspange war in einem Abfallcontainer ausgebrochen.

Waiblingen.
Es war ein Hängen und Bangen mit einigermaßen glücklichem Ausgang: Nach dem Brand im April 2017 in der Querspange war es zehn Tage lang ungewiss, ob Rauch, Hitze oder Löschwasser die empfindlichen Geräte der radiologischen Praxis zerstört hatten. Zweieinhalb Jahre später ist die Röntgenpraxis in der Querspange jetzt wieder eingeweiht worden. Gleichzeitig wurde der Kernspintomograf offiziell übergeben. Vom Brandstifter von damals fehlt indes jede Spur.

Wie berichtet, hatte im April 2017 ein Feuer in der Querspange einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Aus einem Brand bei den Müllcontainern war wenig später ein offenes Feuer geworden, das sich an der Außenfassade über alle Stockwerke des Ärzte- und Klinikhauses hochfraß. Verletzt wurde niemand. Fünf Patienten konnten selbstständig das Gebäude verlassen und wurden in umliegenden Krankenhäusern untergebracht. Doch die Praxen im Gebäude waren teilweise zerstört – auch die des Röntgenarztes Hansjörg Rempp und des Nuklearmediziners Professor Claus Claussen.

Ein Stein fiel ihm vom Herzen, weil die Geräte nicht zerstört waren

Die Arbeit haben sie bereits zwei Wochen nach dem Brand wieder aufgenommen. Doch die Brandspuren waren noch lange zu sehen, die Arbeit war beeinträchtigt. „Es war lange ein Provisorium“, berichtet Hansjörg Rempp. Das Löschwasser hatte die Decke großflächig beschädigt und zerstört. Ein Verwaltungsraum und das Personalzimmer waren komplett ausgebrannt, der Technikraum des Computertomografen war verraucht. „Weil die Geräte sehr rauchempfindlich sind, war Siemens anfangs skeptisch, ob sie funktionieren würden“, erinnert sich der Radiologe. Ein Stein war ihm vom Herzen gefallen, als klar war, dass die Geräte den Rauch und die Hitze überstanden hatten.

Das digitale Röntgengerät, das den Aussagen des Technikers zufolge eigentlich sehr sensibel auf Rauch reagiert, hatte nichts abbekommen. Der Computertomograf, der allein 240 000 Euro kostet: Er funktionierte. Ebenso wie das Mammografiegerät. Und die Einkopfgammakamera, bei der den Patienten eine radioaktiv markierte Substanz gespritzt wird, bevor Aufnahmen gemacht werden. Dass der radioaktive Bereich während des Brandes abgestellt war, war nach Angaben Rempps ein Glück.

„Wir sind bei allen Leistungen in Vorleistung gegangen“

Zehn Monate später kam zu den Geräten ein Kernspintomograf. Um das tonnenschwere Gerät anliefern zu können, war die Wand in der Praxis geöffnet worden, ein Kran hatte das Kernspingerät hochgehievt. Um ein Schnittbildzentrum für Kernspin- und Computertomografen einrichten zu können, wurde die Praxis erneut umgebaut. „Wir haben unter erschwerten Bedingungen gearbeitet“, sagt Hansjörg Rempp. Bis vor wenigen Tagen waren in der Praxis noch die Maler zugange, die Lüftungsarbeiten sind noch immer nicht abgeschlossen.

Dass es bis zur Einweihung so lange dauerte, ist aber nicht nur den Umbauarbeiten, sondern auch dem Verkauf der Immobilie geschuldet. Aus diesem Grund hätten sich der Klärungsprozess mit der Versicherung und die Debatte um den künftigen Brandschutz in die Länge gezogen. Ein sechsstelliger Betrag musste laut Rempp nach dem Brand in die Praxis investiert werden. „Wir sind bei allen Leistungen in Vorleistung gegangen, haben auch einen Architekten und Sachverständige geholt“, sagt der Radiologe. Nun habe man sich geeinigt: „Die Vorleistungen wurden akzeptiert.“

Ein Täter wurde nie ermittelt

Inzwischen können wieder alle Räume der 540 Quadratmeter großen Praxis genutzt werden. 15 Personen – drei Ärzte, sieben medizinisch-technische Assistentinnen und fünf medizinische Fachangestellte kümmern sich um die zahlreichen Patienten. „Wir könnten Tag und Nacht durcharbeiten“, sagt Rempp. „Aber mehr geht nicht.“ Drei bis vier Wochen müssen Patienten seinen Angaben zufolge auf Standardtermine für eine Untersuchung im MRT warten. In dringenden Fällen werden Termine auch schneller vergeben - die sollten dann aber über den Hausarzt laufen.

Sehr viel schneller als die Sanierung waren die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen. Laut Sachbearbeiter der Polizei wurde die Akte Anfang August 2018 an die Staatsanwaltschaft übersandt. Die Polizei ging von Brandstiftung aus. Ein Täter wurde nie ermittelt.

Waiblingen.
Es war ein Hängen und Bangen mit einigermaßen glücklichem Ausgang: Nach dem Brand im April 2017 in der Querspange war es zehn Tage lang ungewiss, ob Rauch, Hitze oder Löschwasser die empfindlichen Geräte der radiologischen Praxis zerstört hatten. Zweieinhalb Jahre später ist die Röntgenpraxis in der Querspange jetzt wieder eingeweiht worden. Gleichzeitig wurde der Kernspintomograf offiziell übergeben. Vom Brandstifter von damals fehlt

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