Waiblingen

Ramadan 2021 endet: Ditib Waiblingen berichtet, was wegen Corona anders war

Ramadan1
Das traditionelle Morgengebet nach Ende des Fastenmonats Ramadan in der Sultan-Ahmet-Moschee in Waiblingen. Foto: Benjamin Büttner

Der islamische Fastenmonat Ramadan hat am Mittwochabend, 12. Mai 2021, geendet – doch das traditionelle Gebet am Morgen danach konnte in der Sultan-Ahmet-Moschee in Waiblingen wegen Corona nur mit begrenzter Teilnehmerzahl stattfinden. Laut Kadri Yayla, Ingenieur und Vorstandsmitglied bei Ditib Waiblingen, dürfen statt der sonst üblichen 250 bis 300 Gläubigen nur maximal 80 Menschen gleichzeitig in der Moschee in der Max-Eyth-Straße im Waiblinger Gewerbegebiet Ameisenbühl sein. Damit mehr Muslime am Gebet teilnehmen können, fand das Gebet am Donnerstag, 13. Mai, gleich zweimal statt – einmal von 6.30 Uhr an und einmal von 8 Uhr an.

Wegen der Pandemie läuft im Ramadan 2021 vieles anders ab als gewohnt. Eigentlich, sagt Kadri Yayla, sei der islamische Fastenmonat eine Zeit, in der die Menschen die Gesellschaft anderer suchen. Nach Sonnenuntergang treffen sich Freunde und Verwandte zum Fastenbrechen, dem sogenannten Iftar-Essen. Oft mehrere Stunden werden dann gemeinsam verbracht. Doch im Ramadan 2021, der am Dienstag, 13. April, begonnen hat, ist alles anders.

Das gemeinsame Essen am Abend ist nur in kleinem Kreis möglich

„Man hat sehr wenig eingeladen“, sagt Kadri Yayla. Die Kontaktbeschränkungen waren wegen der hohen Inzidenzzahlen in den vergangenen Wochen schließlich weiter streng. Nur eine weitere Person aus einem anderen Haushalt konnte eine Familie besuchen und sich dabei höchstens von den eigenen Kindern begleiten lassen, sofern diese unter 14 Jahre alt sind.

Kadri Yayla selbst hat laut eigenem Bekunden während des diesjährigen Ramadans zur Sicherheit niemanden zum Fastenbrechen eingeladen – und ist auch selbst zu keiner anderen Familie gegangen. Dass die Tradition des Iftar-Essens wegen Corona wie bereits 2020 nicht gelebt werden konnte, bedauert der Waiblinger. „Das finde ich sehr schade.“

Sultan-Ahmet-Moschee: Mehr Abstand als nur 1,50 Meter

Die Corona-Maßnahmen unterstützt Kadri Yayla gleichwohl. Wie schnell es jemanden treffen kann, haben sie bei Ditib Waiblingen selbst erlebt. Eines der rund 270 Mitglieder hat sich laut Kadri Yayla mit Corona infiziert – allerdings nicht bei einem Moscheebesuch, sondern privat. „Es darf niemand sagen: Die Pandemie ist weit weg.“ Ganz bewusst haben sie in der Sultan-Ahmet-Moschee in Waiblingen den Mindestabstand von 1,50 Meter deutlich erhöht, auch wenn dadurch nur noch 80 Gläubige Platz zum Beten haben.

Im Vergleich zur Lage vor einem Jahr ist Kadri Yayla überzeugt, dass mittlerweile mehr Moscheebesucher verstanden haben, dass die getroffenen Corona-Maßnahmen nötig sind. Früher habe es Diskussionen gegeben, warum nicht mehr Menschen zum Gebet kommen dürften, das habe sich aber nun gelegt. Kadri Yayla ist stolz darauf, dass die Ditib-Moschee in Waiblingen bislang nicht geschlossen werden musste. „Das ist eine Errungenschaft von uns allen.“

Gebetet wird in zwei Schichten

Ein Mittel zur Pandemiebekämpfung ist die Online-Registrierung für jeden Besucher der Sultan-Ahmet-Moschee. Über das Portal konnten die Gläubigen auch für das Gebet am Donnerstag, 13. Mai, ihre Teilnahme buchen – entweder für die Gruppe, die von 6.30 Uhr an betet, oder für die zweite Gruppe, die sich später in der Moschee trifft. Die Daten werden laut Kadri Yayla einen Monat aufbewahrt und dann gelöscht. Auf diese Weise können im Fall einer Corona-Infektion alle schnell benachrichtigt werden.

Religionsunterricht bei Ditib Waiblingen findet nur online statt

Jetzt am Ende des Fastenmonats Ramadan wird traditionell das Ramadanfest drei Tage lang gefeiert. Üblich wäre es auch hier, dass sich die Gläubigen nach dem gemeinsamen Gebet am Morgen im Hof der Moschee umarmen. So war es vor Corona – doch das geht nicht mehr. Kadri Yayla empfahl den Gläubigen, aus der Distanz zu grüßen und schnell den Hof der Moschee zu verlassen. Auch mit Bezug auf die am Ramadanfest üblichen Familienbesuche riet das Vorstandsmitglied von Ditib Waiblingen, sich auf Besuche der Kernfamilie zu beschränken – und auch hier die geltenden Regeln zur Kontaktbeschränkung zu beachten. Der Religionsunterricht bei Ditib Waiblingen findet zur Sicherheit nach wie vor nur online statt.

Ditib ist die größte islamische Vereinigung in Deutschland

Die Gebete in der Sultan-Ahmet-Moschee werden laut Kadri Yayla zu etwa 50 Prozent von Mitgliedern von Ditib besucht. Ditib ist eine Abkürzung in der türkischen Sprache, ins Deutsche übersetzt bedeutet sie ausformuliert „Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion“. Ditib ist die größte islamische Vereinigung im Land, sehr viele Mitglieder haben einen türkischen Migrationshintergrund. Dennoch besuchen nicht nur türkischstämmige Muslime die Sultan-Ahmet-Moschee in Waiblingen. Etwa zehn bis zwanzig Prozent der Besucher haben laut Kadri Yayla eine andere Nationalität: So gebe es viele Syrer, aber auch Albaner und Kosovo-Albaner.

Mit Blick auf die schon mehr als ein Jahr anhaltende Pandemie hofft Kadri Yayla für alle Menschen, dass bald wieder bessere Zeiten kommen und sich die Corona-Lage verbessert. „Ich wünsche allen viel, viel Gesundheit.“

Der islamische Fastenmonat Ramadan hat am Mittwochabend, 12. Mai 2021, geendet – doch das traditionelle Gebet am Morgen danach konnte in der Sultan-Ahmet-Moschee in Waiblingen wegen Corona nur mit begrenzter Teilnehmerzahl stattfinden. Laut Kadri Yayla, Ingenieur und Vorstandsmitglied bei Ditib Waiblingen, dürfen statt der sonst üblichen 250 bis 300 Gläubigen nur maximal 80 Menschen gleichzeitig in der Moschee in der Max-Eyth-Straße im Waiblinger Gewerbegebiet Ameisenbühl sein. Damit mehr

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper