Waiblingen

Rap für mehr Toleranz

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Coole Jungs: Delank, Tom, Maxim, Harun und Abdus beim Videodreh. © Villa Roller

Waiblingen. Zu einem Musikprojekt im Jugendzentrum Villa Roller gibt es nun ein Musikvideo. Junge Waiblinger Rapper werben in ihrem mehrsprachigen Song „Mensch ist Mensch“ für mehr Toleranz. Das Projekt nennt sich „R.A.P.“ – kurz für „rap against prejudices“, also Rap gegen Vorurteile.

„Egal welche Hautfarbe, Sprache, Bekenntnis/ Es ist nun mal so, dass jeder Einzelne ein Mensch ist“, rappt Harun in die Kamera. Der junge Mann sitzt auf einem Baumstumpf auf dem Spielplatz bei der Talaue, die Sonne blitzt hinter ihm durch kahle Baumwipfel. Schnittbilder spielender Kinder unterbrechen die gestenreiche Performance des Rappers.

„Mach mich frei von Vorurteilen – schwerelos“, rappt der junge Mann und breitet die Arme aus, „verurteilen ist ehrenlos!“ Dann kommt Maxim Nyamsi ins Bild, Rapper und Jugendgemeinderatsvorsitzender, und steuert seinen französischen Part zum Song bei. Seine kleine Schwester darf auch mitwirken – sie sitzt im Video auf einer Spielplatzwippe.

Auf Englisch, Französisch, Deutsch

„Wir machen einen Hit – mach mit!“, hatte das Jugendzentrum Villa Roller schon im vergangenen Jahr aufgerufen. „Rap against prejudices“, also „Rap gegen Vorurteile“ und für mehr Toleranz sollte im villaeigenen Studio aufgenommen werden. Eine Handvoll junger Männer setzte sich ans Textblatt, brachte persönliche Erfahrungen und Meinungen in Reimform – deutsch, englisch, französisch.

Parallel entstand bei Workshops eine Homepage – www.rap-against-prejudices.jimdo.com –, auf die kurze Videos von der Arbeit an den Songtexten, in der Aufnahmekabine oder an der Homepage selbst gepostet wurden. Finanzielle Unterstützung gab’s dafür vom Landesministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren. Nun ist das Multimediaprojekt abgeschlossen. Auch der eingangs zitierte Song „Mensch ist Mensch“ ist fertig, das Video lässt sich auf Youtube online streamen.

Recording Workshop im September

Die jungen Männer wissen jetzt, welche Arbeit hinter der Produktion eines eigenen Musikstücks steckt. Da stand am Anfang die Suche nach einem passenden Beat – der schließlich von einem Projektteilnehmer selbst produziert wurde. Bei einem Recording Workshop im September machten sich die Jungs mit der Software für die Vokal-Aufnahmen vertraut, die sie schließlich selbst zu bedienen hatten. Dann nahmen sie ihre fertigen Texte auf. Ende 2016 wurde der Song im Tonstudio der Villa Roller von Tom alias Gemelo gemischt und gemastert.

Im Frühjahr schließlich setzten sich die Rapper mit Video- und Filmproduzent Michael Dzovor aus Winnenden zusammen. Sie machten sich Gedanken zum Drehbuch und Drehort ihres Musikvideos. Kameraeinstellungen, die Bildfarbe und die Rolle von Statisten – neben Maxims Schwester wirkten auch andere Geschwisterkinder mit – wurden besprochen. Gedreht wurde dann im Januar bei eisiger Kälte und Sonnenschein auf dem Spielplatz bei der Talaue.

Alleine vor der Kamera zu stehen war für die meisten eine neue Erfahrung. Umso bemerkenswerter ist es, wie professionell die Auftritte im nun fertigen Video wirken – auch wenn der eine oder andere noch an seinem Flow, also am Wortfluss des Sprechgesangs, zu feilen hat. Die jungen Villa-Rapper können jedenfalls stolz sein auf ihren Song gegen Vorurteile.