Waiblingen

Rauchmelder nerven – und retten Leben

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Jürgen Aldinger (links) und Volker Damm von der Waiblinger Feuerwehr. © ZVW/Benjamin Büttner

Waiblingen.
Rauchmelder können nerven. Besonders dann, wenn sie nicht richtig funktionieren, frühzeitig ihren Geist aufgeben oder falschen Alarm schlagen. „Man sollte sie deshalb aber nicht einfach abmontieren und irgendwo in die Ecke legen“, warnt Jürgen Aldinger, stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Waiblingen. Denn es gibt auch Meldungen wie diese: „Rauchmelder rettet Mann das Leben“. Ereignet hat sich der Vorfall vor anderthalb Jahren in Stuttgart. Mit einer brennenden Zigarette in der Hand war er auf dem Sofa eingeschlafen, wobei die Wohnung in Brand geriet und er wegen des Rauchs das Bewusstsein verlor. Nachbarn schließlich hörten den Alarm des Rauchmelders und riefen die Feuerwehr. Gerade noch rechtzeitig, um den Mann zu retten. Deshalb wird die Feuerwehr nicht müde zu erklären, was Eigentümer, Vermieter und Mieter beachten müssen, damit die Geräte im Ernstfall funktionieren. Und nicht zuletzt gilt die gesetzliche Rauchmelderpflicht.

Wer zahlt bei Fehlalarm den Feuerwehr-Einsatz?

Auch wenn es nicht immer so knapp zugeht wie beim genannten Beispiel, erzielen Rauchwarnmelder doch die gewünschte Wirkung: „Bei Brandeinsätzen stellen wir fest, dass deutlich weniger Personen aus Gebäuden gerettet werden müssen als früher“, sagt Volker Damm, hauptamtlicher Feuerwehrmann in Waiblingen. Denn die Bewohner haben das Haus meistens schon verlassen, rechtzeitig gewarnt von den kleinen piepsenden Lebensrettern. Auf der anderen Seite gibt es Fehlalarme: Insgesamt 62 Alarme durch Rauchwarnmelder sind vergangenes Jahr bei der Feuerwehr Waiblingen aufgelaufen. Davon waren 25 „technische Täuschungsalarme“ (etwa Batteriewarnung oder Auslösung aus nicht ersichtlichem Grund). Bei 37 Alarmen lag eine tatsächliche Rauchentwicklung vor, wie durch angebranntes Essen oder tatsächliche Kleinstbrände. Oft erkennt die Feuerwehr schon an der Haustür, dass es sich nicht um einen Notfall handelt – dass es zum Beispiel nur der Wäschetrockner war. Manchmal müssen sich die Einsatzkräfte auch Zutritt verschaffen, um dann festzustellen, dass niemand zu Hause ist und es nichts zu tun gibt.

Wer ist verantwortlich?

Sie bauen den Türzylinder aus, bauen ein Ersatzschloss ein und übergeben die Schlüssel der Polizei zur Abholung durch die Bewohner. Rein rechtlich sind Feuerwehreinsätze nur dann kostenlos, wenn es sich um echte Schadensfälle handelt. In Waiblingen können Betroffene allerdings auf Kulanz rechnen, wenn etwa während des Urlaubs ein Rauchwarnmelder Fehlalarm schlägt und einen Feuerwehreinsatz auslöst. Die Feuerwehr bemüht sich zwar, den Schaden gering zu halten, die Erneuerung der Schließvorrichtung zahlt aber der Bewohner selbst. Rauchwarnmelder dienen unmittelbar dem Selbstschutz der Bewohner. Wer sie vernachlässigt, tut sich keinen Gefallen. „Im Schlaf haben wir keinen Geruchssinn“, erläutert Volker Damm die Gefahr. Sie müssen daher in allen Aufenthaltsräumen, in denen bestimmungsgemäß Personen schlafen, angebracht werden. Auch in allen Fluren in der Wohnung oder einem Einfamilienhaus, über die Rettungswege ins Treppenhaus oder ins Freie führen, ist jeweils mindestens ein Rauchmelder zu installieren.

Wer ist für die Rauchmelder verantwortlich? Für die Erstinstallation der Vermieter. Ob die Geräte funktionieren oder verstaubt sind, darauf muss der Bewohner ein Auge haben. Sollten sie beschädigt sein, müssen Mieter dies dem Eigentümer melden. Mit der Prüftaste sollten sie einmal im Monat testen, ob sie funktionieren. Je nach Lebensdauer der Batterien müssen Bewohner dafür sorgen, dass sie ausgetauscht werden. Gleichzeitig ist der Vermieter immer in der Pflicht, die von ihm oder über Dienstleister installierten Melder betriebsbereit zu halten. Dass die Wartung durch Dritte oft schlecht funktioniert, steht auf einem anderen Blatt. Grundsätzlich spricht laut Volker Damm nichts dagegen, dass Mieter sich den Rauchwarnmelder ihrer Wahl selbst kaufen, um so die Qualität sicherzustellen.


Kauftipps

Die Feuerwehr Waiblingen empfiehlt Rauchmelder, die mit CE-Zeichen inklusive Prüfnummer und der Angabe DIN 14676 versehen sind. Beachten: Dieses CE-Zeichen trifft keine qualitative Aussage, sondern besagt nur, dass das Produkt in Europa verkauft werden darf. Zuverlässige Rauchmelder sind im Elektrofachhandel, bei Sicherheitsunternehmen oder bei Brandschutzfirmen erhältlich. Von Discounter-Ware ohne diese Kennzeichnungen wird abgeraten.

Waiblingen.
Rauchmelder können nerven. Besonders dann, wenn sie nicht richtig funktionieren, frühzeitig ihren Geist aufgeben oder falschen Alarm schlagen. „Man sollte sie deshalb aber nicht einfach abmontieren und irgendwo in die Ecke legen“, warnt Jürgen Aldinger, stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Waiblingen. Denn es gibt auch Meldungen wie diese: „Rauchmelder rettet Mann das Leben“. Ereignet hat sich der Vorfall vor

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