Waiblingen

Real Waiblingen wird Kaufland: Ausverkauf vor langer Schließung

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Real schliesst
Marktleiter Norbert Heinlein: Die unteren Regalböden sind schon weitgehend leer. © Gabriel Habermann
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Real schliesst
Ausverkauf bei den Schreibwaren. © Gabriel Habermann

Nur noch eine Woche, dann schließt der große Real-Markt im Waiblinger Remspark seine Pforten. Der 26. Februar 2022 wird der letzte Verkaufstag unter dem Namen Real sein, bevor eine lange Schließzeit beginnt. Während bei den frischen Lebensmitteln bis zuletzt weiter aufgefüllt wird, lichten sich in den Bereichen Bekleidung und Kleinelektro die Regale. Flexible Rabatte sollen dafür sorgen, dass am Ende der ganze Markt leergekauft ist – dann wird umgebaut.

Die 135 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Real-Standorts werden vom künftigen Betreiber Kaufland übernommen. Sie werden in den kommenden Wochen neue Arbeitsabläufe kennenlernen und dazu auf zehn verschiedene Kaufland-Märkte der näheren Umgebung vom Cannstatter Carré über Fellbach bis Backnang und Schorndorf verteilt. Am 7. März werden sie „umfirmiert“ und sind dann offiziell Kaufland-Mitarbeiter.

Am letzten Tag sollen alle Regale vollends leer sein

Seit mehr als einem Jahr stand die Übernahme durch Kaufland mit hoher Wahrscheinlichkeit im Raum. Seither haben sich viele aus der Belegschaft mit der Kette beschäftigt und bestehende Kaufland-Märkte begutachtet. „So richtig sicher wissen wir es aber erst seit ein paar Wochen“, sagt der Waiblinger Marktleiter Norbert Heinlein. Anfängliche Sorgen seien inzwischen einer positiven Grundstimmung gewichen. Er berichtet von begeisterten Reaktionen auf einen „Kaufland“-Tag, bei dem Vertreter des neuen Arbeitgebers das Unternehmen vorstellten. So fanden unter anderem flexible Arbeitszeitmodelle Zuspruch bei Eltern.

Für den täglichen Bedarf ist noch gesorgt

Für den täglichen Bedarf kann sich noch gut eindecken, wer in diesen Tagen im Waiblinger Real einkauft. Außer Lebensmitteln aus dem Trockensortiment, die aus der automatisierten Bestellung rausgenommen wurden, sind die Regale weiter bestückt und werden auch frisch aufgefüllt, wie der Marktleiter versichert. „Sonst würden wir an Kundenfrequenz verlieren, und das würde unseren Ausverkauf beeinträchtigen.“ Dieser läuft zum Beispiel bei der Bekleidung und bei Haushaltswaren längst. Bücher und Zeitschriften sind schon vollständig verschwunden, was auch mit der Abrechnung mit den Großhändlern zu tun hat.

Rabatte täglich neu

Über die Preise wird der Ausverkauf gesteuert. In einem „Reichweiten-System“ wird erfasst, welche Ware sich gut verkauft und welche liegen bleibt. Läuft der Verkauf nicht schnell genug, werden die Preise weiter gesenkt - erst um zehn, dann um 20, 30 oder mehr Prozent. Und der Erfolg tritt fast unweigerlich ein. „Ich hätte es vor ein paar Wochen selbst nicht geglaubt“, räumt Norbert Heinlein ein, mittlerweile ist er jedoch überzeugt: „Der Markt wird ganz leergekauft werden.“ Ständig wird Ware aus den unteren Regalböden nach oben geschichtet, um sie besser in den Blick der Kunden zu positionieren. Die Rabatte werden täglich neu angepasst, teilweise sogar mehrfach am Tag. Liegen gebliebene Ware an Kaufland oder andere Real-Standorte weiterzugeben, ist nicht vorgesehen. Die freien Flächen zwischen den Regalen wachsen ständig.

Fläche des Markts wird verkleinert

Der Real-Markt im Remspark gehört zu den acht größten in Deutschland – und zu den umsatzstärksten. Auf einer Fläche von 11.000 Quadratmetern verkaufte die Kette, die nun in einem mehrjährigen Prozess zerschlagen wird, bis zu 80.000 verschiedene Produkte. Für Kaufland wird die Verkaufsfläche auf 8000 Quadratmeter verkleinert. In Dingen des täglichen Bedarfs werde es aber keine Einschränkungen geben, meint Norbert Heinlein. Gespräche mit regionalen Lieferanten laufen, damit sie weiter in gewohnter Weise den Markt bestücken – etwa bestimmte Weingüter. Verzichtet wird eher auf voluminöse Ware wie Kinderbetten und Fitnessgeräte.

Nach der Schließung soll sofort das Ausbauen der leeren Regale beginnen. Prinzipiell ist für den Einzelhandel jeder Schließtag schädlich, doch der Umbau- und Sanierungsbedarf ist beträchtlich. Es ist eher von Monaten als von Wochen auszugehen – es könnte Juni oder Juli werden.

Der Remspark an sich bleibt geöffnet, jedoch stehen auch an anderer Stelle des Einkaufszentrums ebenfalls Sanierungsarbeiten an. Etliche Laden- und Gastro-Flächen stehen leer. Im ehemaligen Mediamarkt soll ein Drogeriemarkt einziehen, Gerüchten zufolge handelt es sich um Müller. Das an die frühen Neunziger erinnernde Erscheinungsbild der Immobilie soll sich ändern.

Nur noch eine Woche, dann schließt der große Real-Markt im Waiblinger Remspark seine Pforten. Der 26. Februar 2022 wird der letzte Verkaufstag unter dem Namen Real sein, bevor eine lange Schließzeit beginnt. Während bei den frischen Lebensmitteln bis zuletzt weiter aufgefüllt wird, lichten sich in den Bereichen Bekleidung und Kleinelektro die Regale. Flexible Rabatte sollen dafür sorgen, dass am Ende der ganze Markt leergekauft ist – dann wird umgebaut.

Die 135 Mitarbeiterinnen und

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