Waiblingen

Remspark ist verkauft - was jetzt?

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Aus dem Real-Markt könnte ein Edeka oder Kaufland werden. © ZVW/Gabriel Habermann

Waiblingen.
Von allen Einkaufsstandorten in Waiblingen zieht der Remspark die meisten Kunden an. Doch seine genaue Zukunft ist nach dem Verkauf der Real-Supermärkte an den russischen Investor SCP und den deutsche Immobiliengiganten x+bricks noch ungewiss. Dies gilt auch noch, nachdem bekannt wurde, dass die Konkurrenten Kaufland und Edeka mehr als die Hälfte der deutschlandweit 277 Real-Märkte vom Metro-Konzern erworben haben.

Remspark ist einer der teuersten Brocken

Aus dem Waiblinger Real könnte also ein Edeka oder Kaufland werden – eine durchaus realistische Option. Oder firmiert der Markt bis auf weiteres um den Namen Real? Eine Schließung, die für 30 unwirtschaftliche Märkte grundsätzlich infrage kommt, darf als unwahrscheinlich gelten, denn Waiblingen gehört zu den erfolgreichsten Standorten überhaupt.

Außerdem: Der Investor lässt sich die gesamte Remspark-Immobilie eine stolze Millionensumme kosten, einen der größten Batzen im gesamten Metro-Real-SCP-Deal. Das Einkaufszentrum einfach aufzugeben, ergäbe bei dieser Dimension schlichtweg keinen Sinn. Die SCP Group muss es so verwerten, dass es Ertrag abwirft.

"Closing" im Mai oder Juni

Aber wie? Wie ein Vertreter der SCP Group bestätigt, sind die Verträge mit den beiden prominenten Lebensmittelketten unterzeichnet – komplett ist der Deal deshalb aber noch nicht. Zum einen, weil der Investor noch nicht in vollem rechtlichen Sinne Eigentümer der Real-Märkte ist. Mit einem „Closing“ des Verkaufs wird erst für Mai oder Juni gerechnet. Wobei Closing nicht etwa Schließung der Läden bedeutet, sondern den endgültigen Übergang des Eigentums einschließlich Zahlung des Kaufpreises. Zum anderen kann dann erst der Weiterverkauf an Edeka oder Kaufland vollzogen werde, wobei dieser erst vom Bundeskartellamt geprüft wird. Und zwar auf „Einzelmarkt-Basis“, wie der SCP-Mann sagt – also für jeden Standort einzeln.

Weitere Wartezeit ist die Folge. „Vom vierten Quartal dieses Jahres an werden die Kunden den Wechsel sehen“, erläutert er den Zeitplan. Welche Märkte zum Verkauf an Edeka bestimmt sind und welche für den an Kaufland, darüber macht er grundsätzlich noch keine Aussage.

Denkbar wäre demnach auch, dass der Standort Waiblingen zum Kern der etwa 50 Real-Märkte gehören wird, der für mindestens zwei Jahre weiter unter dem Label Real laufen soll. Zwar verzeichnet er nicht die meisten Kunden von allen, wohl aber mit die höchsten Umsätze. Das heißt, die Einkaufswagen sind gut gefüllt, weil die Kaufkraft in der Region stimmt.

Vorkaufsrecht der Kommune

Was im Fall Waiblingen ganz sicher nicht zum Tragen kommt, ist das zumindest in der Fachöffentlichkeit diskutierte Vorkaufsrecht der Kommune. Grünes Licht hat der Verkauf der Real-Kette von der Kartellbehörde der Europäischen Union bekommen. Seitdem haben die Städte und Gemeinden theoretisch zwei Monate Zeit, von einem etwaigen Vorkaufsrecht bei den Immobilien Gebrauch zu machen.

Doch im Fall Waiblingens trifft keine der im Baugesetzbuch vorgesehenen Bedingungen zu. Weder ist auf dem Areal eine Straße geplant noch sieht der Bebauungsplan an dieser Stelle ein Wohngebiet vor. Auch lässt sich nicht erkennen, wo ein Kauf durch die Stadt im Sinne des Allgemeinwohls wäre. Noch dazu wird sich die Stadt die stattliche Investition schwerlich leisten können.

Waiblingen.
Von allen Einkaufsstandorten in Waiblingen zieht der Remspark die meisten Kunden an. Doch seine genaue Zukunft ist nach dem Verkauf der Real-Supermärkte an den russischen Investor SCP und den deutsche Immobiliengiganten x+bricks noch ungewiss. Dies gilt auch noch, nachdem bekannt wurde, dass die Konkurrenten Kaufland und Edeka mehr als die Hälfte der deutschlandweit 277 Real-Märkte vom Metro-Konzern erworben haben.

Remspark ist einer der teuersten

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