Waiblingen

Remspark Waiblingen an Kaufland verkauft: Was bedeutet das für die Geschäfte?

Remspark
Wie geht es im Remspark nach der Kaufland-Übernahme weiter? Ein Mieter ist optimistisch: „Da wird was vorangehen.“ (Archivfoto) © Gaby Schneider

Vor wenigen Tagen ist bekanntgeworden, dass Kaufland im Remspark nicht nur an der Stelle des früheren Real-Markts öffnen wird, sondern vielmehr das gesamte Waiblinger Einkaufszentrum als neuer Eigentümer übernimmt. Was bedeutet das für Remspark-Mieter und Ex-Mieter?

Im Zuge der Sanierungsarbeiten im Center sind in diesem Jahr einige Geschäfte, die teils seit vielen Jahren im Remspark tätig waren, ausgezogen. So wurden die Mietverträge des Friseursalons Scholz und der Remspark-Apotheke nicht verlängert. Auch die Filiale der Bäckerei Schöllkopf ist komplett leergeräumt und zurückgegeben, sagt Bäckermeister Hermann Schöllkopf. Von der Übernahme des Einkaufszentrums durch Kaufland habe auch er erst vor wenigen Tagen erfahren.

Nun müsse er erst mal einen neuen Ansprechpartner ausfindig machen - in den vergangenen Monaten war für viele Mieter unklar, von wem sie auf Eigentümerseite verbindliche Aussagen erhalten können. Schöllkopf sagt aber: „Selbstverständlich können wir uns eine Rückkehr in den Remspark vorstellen.“ Sein Waiblinger Bäckerei-Unternehmen sei daran interessiert, mit dem neuen Eigentümer zu einem Mietvertrag zu kommen. Da die frühere Filiale aber schon zurückgegeben sei, fange man ganz von vorne an - falls es zu einer Einigung kommt. „Da muss man sehen, welche Fläche uns zugeteilt wird und zu welchen Konditionen“, so der Bäcker. Wichtig sei auch, welche Läden sich in der Nähe der etwaigen Schöllkopf-Filiale befinden.

Es wäre ein Neuanfang, „aber wir sind interessiert“. „Wir waren ja über 25 Jahre im Remspark und haben alle Hochs und Tiefs miterlebt.“ Deshalb hänge Schöllkopf auch mit „Herzblut an der ganzen Geschichte“. Aber natürlich spielten dabei „kaufmännische Erwägungen“ ebenfalls eine Rolle, angesichts gestiegener Energie-, Personal- und Rohstoffkosten.

Nach der Real-Schließung fiel auch der Umsatz der Schöllkopf-Filiale im Remspark deutlich niedriger aus, im Frühjahr nannte Hermann Schöllkopf gegenüber unserer Redaktion ein geschätztes Minus von 75 Prozent. Die Filiale im Einkaufszentrum sei zuletzt eine wichtige, aber nicht mehr die wichtigste der Bäckerei gewesen – anders als vor 25 Jahren, als sie laut dem Chef die mit Abstand größte war.

„Im Lauf der Zeit ist der Remspark nicht mehr ganz so gut gelaufen wie in den 90er-Jahren“, so Hermann Schöllkopf. Er verweist auch auf Konzeptwechsel bei Lebensmitteleinzelhändlern, „die selbst Billigbrötchen gebacken haben, das hat uns Kunden gekostet.“

Das Interesse des Langzeit-Mieters Hermann Schöllkopf ist jedenfalls da – ob es in Zukunft, nach der von Kaufland angekündigten „Revitalisierung“ des Remsparks, wieder eine Filiale geben wird, bleibt abzuwarten.

Friseur Oliver Scholz: "Neustart im Remspark" würde ihn freuen

Vorstellen kann sich die Rückkehr auch Friseurmeister Oliver Scholz. Im Sommer lief sein Mietvertrag im Remspark aus, seit 1997 hatte der Betreiber von heute 15 Salons dort eine Dependance, mit der er ein Jahr später den Titel „Salon des Jahres“ gewann. „Das war ein Ritterschlag“, so Scholz. „Der Remspark war unsere erste Filiale und über ein Jahrzehnt Benchmark an Kundenbesuchen.“ Daher habe das Einkaufszentrum „besondere Bedeutung“. Über einen „Neustart im Remspark“ würde er sich freuen, so der Unternehmer aus Weinstadt.

Kaufland gratuliere er zur Entscheidung, das Center zu kaufen. „Klare Verhältnisse sind ein gutes Signal, auch für die Region.“

Scholz hat nach eigenen Angaben „schon vor Wochen unseren veränderten Flächenbedarf und Wünsche der Interiemsvermietung 3PM mitgeteilt und Rückantwort erhalten. Diese wurden unsererseits nach Bekanntwerden des neuen Eigentümers erneuert.“ Er sei sich sicher, dass Kaufland „um die regionale Bedeutung des Remsparks weiß und die entsprechenden Entscheidungen für einen attraktiven Mietermix fällt“, sagt Oliver Scholz, der sich hierzu auch mit der „nächsten Generation“ in seinem Unternehmen abgestimmt hat.

Seit seinem Start im Remspark im Jahr 1997 hätten sich „die Anforderungen in Atmoshäre, Ausstattung und Flächenbedarfe zwischenzeitlich mehrfach geändert, auch an einen Mietvertrag.“

"KidsZone"-Anbieter Bastiansen ist optimistisch

Bleiben möchte indes Andreas Bastiansen. Der Geschäftsführer der Bastiansen GmbH aus Murrhardt betreibt im Remspark eine „KidsZone“ mit Spielgeräten, an denen Kinder sich nach oder während des Einkaufs vergnügen können. Sein Mietvertrag läuft noch über das Jahr 2022 hinaus, der bisherige Eigentümer hatte ihm nicht gekündigt. Es gebe aber viel Unklarheit, so Bastiansen. Wechselnde Ansprechpartner hätten ihm „alles Mögliche versprochen“.

Von der Kaufland-Übernahme habe er durch Zufall bei einem Besuch im Center erfahren. „Wir wollen drinbleiben“, sagt Andreas Bastiansen. Am liebsten am bisherigen zentralen Standort. Auch eine Neugestaltung der Spielfläche, vielleicht eine Erweiterung, könne er sich vorstellen. „Das gehört zu einem Einkaufszentrum dazu. Die Leute wollen Spaß haben.“ In den letzten Monaten sei auch bei ihm „viel weniger Kundschaft“ da gewesen. Wegen der Umbauarbeiten „ist ja fast nix mehr drin“ im Remspark, so Bastiansen. Die Zukunft mit Kaufland als Eigentümer sieht er „absolut optimistisch“. Die dahinterstehende Schwarz-Gruppe, der auch Lidl gehört, habe das Kapital und werde „nicht lange fackeln“, gibt Bastiansen sich zuversichtlich. „Da wird was vorangehen.“

Vor wenigen Tagen ist bekanntgeworden, dass Kaufland im Remspark nicht nur an der Stelle des früheren Real-Markts öffnen wird, sondern vielmehr das gesamte Waiblinger Einkaufszentrum als neuer Eigentümer übernimmt. Was bedeutet das für Remspark-Mieter und Ex-Mieter?

Im Zuge der Sanierungsarbeiten im Center sind in diesem Jahr einige Geschäfte, die teils seit vielen Jahren im Remspark tätig waren, ausgezogen. So wurden die Mietverträge des Friseursalons Scholz und der Remspark-Apotheke

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