Waiblingen

Remstal-Gartenschau: Vorfreude auf den Remsstrand

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Fast wie Urlaub: der Remsstrand in Schwäbisch-Gmünd bei der Landesgartenschau 2014. Bei der Remstalgartenschau 2019 könnten in Weinstadt ähnliche Bilder entstehen. © Bernhardt/ZVW (Archiv)

Weinstadt. Die Begeisterung für den Remsstrand und das neugestaltete Umfeld der Heppachmündung war ohnehin schon groß bei Verwaltung und Stadträten. Nun sollen die Bauarbeiten auch noch weniger kosten, als gedacht. Eine Fellbacher Firma wird sich um das ambitionierte Gartenschauprojekt kümmern. Erster Bürgermeister Thomas Deißler freute sich im Technischen Ausschuss: „Ich bin wahnsinnig froh, dass es an die Realisierung geht“.

Bereits im März sollen die Arbeiten beginnen auf den Mühlwiesen und rund um die Mündung des Heppachs in die Rems. Endlich – das sehen alle Beteiligten so. Schließlich wird die Remstalgartenschau bereits im kommenden Jahr stattfinden. „Das Ganze wird mehr als sportlich“, sagte CDU-Mann Friedrich Dippon in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses. Zuvor hatte Ex-Bauamtschef und Remsstrand-Projektleiter Felix Auwärter die Planung vorgestellt. Dafür gab es zwar Lob und Beifall von allen Seiten, Dippon wollte dann angesichts der knapp kalkulierten Bauzeit aber doch wissen: „Haben wir mehr zu erwarten, als ein Erdloch mit Rollrasen?“ Auwärter erwiderte: „Die circa 30 Bäume haben garantiert grünes Laub, auch wenn sie nicht blühen.“

Die „wunderbare Flusslandschaft“ als „Vorzeigeprojekt“

Überhaupt ist der Verwaltungsmann überzeugt: „Das gibt eine wunderbare Flusslandschaft.“ Und wie viele Räte pflichtete ihm auch Armin Zimmerle (Freie Wähler) bei: „Picknicken, Entspannen, gleichzeitig Hochwasserschutz und eine Ruhezone für Fische ... ich sehe die Förderung sehr gut untergebracht – das wird ein Vorzeigeprojekt für die Gartenschau.“

Vergeben werden die Landschafts- und Gewässerbauarbeiten zur Umgestaltung der Mühlwiesen und Heppachmündung an die Fellbacher Firma Link. Dafür hat sich der Technische Ausschuss einstimmig ausgesprochen. Dem Gemeinderat wird der Beschlussvorschlag am 22. Februar vorgelegt.

Günstigstes Angebot kam aus Fellbach

Die Fellbacher hatten der Stadt das günstigste unter sechs Angeboten gemacht. Gewässerbau und Parkanlage sollen rund 887 000 Euro kosten.

Hinzu kommen die Arbeiten am Teilstück des Remstalradwegs, für die das Unternehmen rund 120 000 Euro veranschlagt. Zusammengerechnet liegen die Kosten mit etwas über einer Million Euro mehr als 100 000 Euro unter der Summe, die im Haushaltsplan vorgesehen ist. Für die Verbesserung der Gewässerökologie erhält Weinstadt eine Förderung von rund 1,1 Millionen Euro vom Regierungspräsidium, für den Radweg rechnet die Verwaltung mit einem Zuschuss von rund 100 000 Euro.

Auf dem Areal sollen neben dem Highlight „Remsstrand“ an der stark erweiterten Heppachmündung auch ein 600 bis 800 Quadratmeter großer Spielplatz, neue Bepflanzung und das Teilstück des Remstal-Radwegs entstehen, der alle Gartenschau-Kommunen verbinden soll. Neue Stellplätze entlang der Brückenstraße werden geschaffen, der Parkplatz bei der alten Remsbrücke wird zurückgebaut. Eine historische Brücke nahe dieses Übergangs wird hingegen freigelegt – quasi als Kontrast zur modernen „Stuttgarter Brücke“, die weiter östlich über den Heppach führen wird, der aus seinem Kanal „befreit“ werden soll. Ein Weg für Spaziergänger führt ebenfalls durch die Parkanlage. Der Außenbereich der Wirtschaft Portofino grenzt an das Gebiet an.

Fast zur Nebensache wird da, dass mit der Neugestaltung auch dem Hochwasserschutz genüge getan wird „Der Radweg ist unser neuer Schutzdamm“, sagte Auwärter im Ausschuss. Er liege 15 Zentimeter erhöht, bislang hätten circa fünf Zentimeter dazu gefehlt, das Hochwasser aufzuhalten.


Weinstadt.
Er gilt als „befangen“ und darf deshalb nicht mitbestimmen, wenn’s ums Gartenschau-Großprojekt „Grüne Mitte“ am Ortsrand Beutelsbachs geht: Gemeinderat Friedrich Dippon (CDU). Bislang wurde über die „Grüne Mitte“ im Technischen Ausschuss überwiegend nichtöffentlich beraten – und Dippon musste, wie auch sein Beutelsbacher Fraktionskollege Markus Dobler, stets den Saal verlassen. Nun sei er, Dippon, von mehreren Bürgern „angegangen worden“. Diese befürchteten, dass die Stadt plane, den Parkplatz am Kreisverkehr Poststraße/Buhlstraße zu streichen.

"Abstrakte" Antworten

Diesen Bürgern, sagte der Zimmermeister in der jüngsten Ausschusssitzung, müsse er ja irgendetwas antworten. Seine Kollegen hielten aus den nichtöffentlichen Sitzungen dicht, und da habe er gedacht, erläuterte Dippon, er nutze den Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“, um sich einmal öffentlich zu diesem Thema schlauzumachen.

Erster Bürgermeister Thomas Deißler äußerte Verständnis für Dippons Situation und versuchte, „abstrakt“ zu antworten: Der Parkplatz sei ein wichtiger Punkt, er liege quasi am Zugang zur „Grünen Mitte“ für Beutelsbacher und Schnaiter. Er müsse daher „attraktiver werden“. Es wird also nicht bei der momentanen Asphaltfläche bleiben. Wie genau die „Aufwertung“ umgesetzt werden könnte, das wollte aber auch Thomas Deißler nicht aus den geheimen Beratungen ausplaudern. Er vertröstete Dippon auf den 22. Februar. Da wird das Thema „Grüne Mitte“ öffentlich im Gemeinderat diskutiert. Mitreden darf der Zimmermeister auch dann nicht – aber zuhören und den Bürgern davon berichten.

Artenschutz

Für geschützte Eidechsen, die bei der Heppachmündung gesichtet worden seien, habe die Stadt bereits eine Ausweichfläche am nordwestlichen Remsufer angelegt, heißt es in einer Vorlage der Verwaltung. Die Vergrämung der Tiere sei abgeschlossen. Derzeit würden zudem Vogelbrutstätten aufgehängt.