Waiblingen

Restaurante Alvarinas: Paella mit Pulpo und Hühnchen

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Pablo Alvarinas Sartal in seiner Küche. Pulpo wird in seiner Heimat Galizien besonders gern gegessen. © Gabriel Habermann / ZVW
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Pablo Alvarinas Sartal (49) und Sonia Lopez Outeirino (40) © Gabriel Habermann
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Hmmm...leckere Paellea

Waiblingen. Wer ein Land kennenlernen will, muss seine Küche probieren. Zwiebelsuppe und Eclairs in Frankreich, frische Pasta in Italien, süße Mehlspeisen in Österreich, scharfe Currys in Thailand – all das schmeckt nach Urlaub. Aber auch wer nicht verreisen kann, kann sich den Urlaub auf den Teller holen. Zum Beispiel im Restaurante Alvarinas, in dem Inhaber und Küchenchef Pablo Alvarinas Sartal zum Auftakt unserer Serie eine duftende Paella mit Calamares, Garnelen, Pulpo, Hühnchen und Muscheln serviert.

„In Spanien isst man die Paella mit einem Löffel gemeinsam aus einer großen Pfanne“, erklärt Pablo Alvarinas Sartal. In der gusseisernen Pfanne bleiben Calamares, Garnelen, Reis und Hühnchen länger heiß. Wer in seinem Lokal in der Neustädter Straße 28 eine Paella bestellt, bekommt sie zwar im eigenen Pfännchen – doch der Geschmack nach Spanien ist inklusive. Wobei die spanische Küche weit mehr ist als nur Paella. „Jede Region in Spanien hat ihre eigenen Gerichte“, sagt er. Er selbst und seine Frau Sonia Lopez Outeirino stammen aus Galizien, wo viel Pulpo, also Tintenfisch, gegessen wird. Auf den Tisch kommen dort außerdem gegrillter Fisch und Salzkartoffeln. Auf Letztere legt man in Spanien großen Wert: „Ein Spanier ohne Salzkartoffeln ist wie ein Italiener ohne Pasta“, sagt Alvarinas lachend. Gegessen werden die Kartoffeln aber nicht mit Soße, sondern mit Olivenöl und Meersalz. Was immer und überall geht, ist die Tortilla – eine Art Omelette aus Eiern, Kartoffeln und Zwiebeln. „Unser Nationalgericht“, sagt Sonia Lopez genüsslich. „Das isst man morgens, mittags, abends. Zu Hause, am Strand, im Brötchen und mit Mayo.“

Urlaub in Spanien. Für Sonia Lopez fängt der schlicht mit einem Thunfischbrötchen an. Aber auch frische Seezunge und Austern schmecken für sie nach Urlaub in der Heimat. Im kalten Wasser des Atlantik vor der Küste Galiziens fühlen sich die Austern wohl - die beste Voraussetzung für die Fans, an die glibberigen Meerestiere ranzukommen. Ihr Mann Pablo assoziiert mit dem Geschmack von Urlaub vor allem eins: Frische. Werden in Galizien doch Fisch und Meeresfrüchte, aber auch Obst und Gemüse von den Händlern täglich ganz frisch in den Straßen verkauft.

Tapas vereinen Küche und Lebensgefühl der Spanier

Aufs Beste vereint sind der Geschmack der Küche und das Lebensgefühl der Spanier in den Tapas. Die kleinen Gerichte, die ein bisschen an griechische Vorspeisen erinnern, werden als Vorspeise aber auch als variantenreiche Hauptspeise gegessen. Hauptsache, man genießt sie zusammen. „Wir Spanier sind nicht gern allein“, erzählt Sonia Lopez vergnügt. „Da bieten sich Tapas an. Jeder isst von allem ein bisschen.“ Bis zu vier Stunden könne so ein Essen mit Freunden oder in der Familie dauern. Schließlich seien die Spanier sehr gesellig. Besonders aufwendig muss das die Zubereitung nicht unbedingt sein, auch wenn viele verschiedene Tapas gereicht werden. Manche der kleinen oder größeren Häppchen gehen auch ganz fix. „Wenn es bei meiner Mama in Spanien Tapas gibt, macht sie zehn bis zwölf für die Familie. Gemüse und Fisch, gegrilltes Fleisch und Hackfleischbällchen.“ Zusammensitzen, essen und reden, die Tapas rumreichen und von allem mal probieren: So lief das Tapasessen in ihrem deutschen Lokal nicht von Anfang an: „Wir hatten das Problem, dass jeder nur seine drei Tapas vor sich hatte“, erzählt sie lachend. Heute seien ihre Gäste mit dem Tapasessen aber bestens vertraut.

Seit sechs Jahren betreiben Pablo Alvarinas Sartal und Sonia Lopez ihr Restaurant in der Neustädter Straße. Echt spanische Restaurants sind rar in Deutschland, hatten sie festgestellt. Woraus die Idee entstand, selbst eins aufzumachen. Im Juni 2011 war es so weit: Das Restaurante Alvarinas wurde eröffnet. Anfangs hätten sie mit Aktionen wie Paella-Tagen geworben. Mit Hilfe ihrer Gäste habe sich das Alvarinas aber schnell rumgesprochen: „Manche Gäste kommen seit sechs Jahren“, sagt Sonia Lopez. „Wir haben viel Stammpublikum.“

Kennengelernt haben sich die beiden Spanier übrigens im Urlaub in Spanien – und später im spanischen Verein in Fellbach zufällig wiedergetroffen. Während Sonia Lopez in Fellbach geboren ist, stammt ihr Mann aus Galizien. Einen spanischen Pass hat sie noch immer, auch wenn sie dort nie gelebt hat. „Ich liebe die spanische Kultur und die Menschen. Zu uns kommen viele Spanier ins Lokal. Aber dort leben möchte ich nicht. Ich fühle mich als Deutsche.“

Öffnungszeiten: 

Geöffnet ist das Restaurante Alvarinas in der Neustädter Straße 28 von Montag bis Samstag von 17 bis 23 Uhr, sonntags von 11.30 Uhr bis 14.30 Uhr und 17 Uhr bis 22 Uhr. Dienstags ist Ruhetag.

Von 28. August bis 8. September ist das Lokal wegen Urlaub geschlossen.

Neu ist unter der Woche ein Lieferservice. Von 11.30 Uhr bis 15 Uhr werden Tapas und Salate geliefert. Auch hier gilt: Dienstags ist Ruhetag.

Rezept für Paella:

Zwiebel in Würfeln schneiden, rote Paprika waschen und klein schneiden.  Zusammen mit Olivenöl anbraten,
Hühnchen klein scheiden, dazugeben. 5 Minuten braten, ein Schuss Weißwein, Meeresfrüchte, Reis, Tomatenmark und
Erbsen
gut verrühren. Salz, Knoblauch, Safran dazu, mit Brühe und Wasser auffüllen, 20 min köcheln lassen. Garnelen und Miesmuscheln zum Garnieren dazugeben, danach vom Herd nehmen und 10 Minuten ziehen lassen. Mit Petersilie und Zitrone servieren.
Buen provecho.