Waiblingen

Rinnenäckerschule feiert Sternenhaus

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Rinnenäckerschule
Schulleiterin Christina Stark erinnerte an die zurückliegende Bauzeit. © Büttner / ZVW
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Rinnenäckerschule
Hell und freundlich: Der neue Eingangsbereich. © Büttner / ZVW

Waiblingen. Darin waren sich die Kinder einig: „Das Warten hat sich gelohnt. Das Sternenhaus ist toll geworden.“ Knapp zwei Jahre nach Baubeginn ist an der Rinnenäckerschule der Neubau der Ganztageseinrichtung eingeweiht worden. Mit pfiffigen Liedern des Schulchors, einem Rückblick der Kinder auf die Bauzeit, Ansprachen, Dankesworten und dem Segen der Pfarrer Oswald und Klappenecker wurde das „Sternenhaus“ gefeiert.

Den Namen des Gebäudes für Mensa und Ganztagesbetreuung haben sich drei Schulkinder ausgedacht, und der Name ist Programm: „Mögen alle Schülerinnen und Schüler immer wieder den Mut haben, nach den Sternen zu greifen, mögen die Sterne, die schon seit Urzeiten den Menschen helfen, ihren Ort, ihre Richtung und die Zeit zu bestimmen, Orientierung geben, für die Schulzeit und für das berufliche und private Leben danach“, sagte Oberbürgermeister Hesky beim Festakt in der neuen Mensa.

Mehr als die Hälfte in Ganztagsbetreuung

Das Gebäude haben die Kinder in den vergangenen Wochen bereits in Besitz genommen – denn der Bedarf ist groß. Aktuell seien mehr als 50 Prozent der Kinder in der Ganztagsbetreuung, berichtete Oberbürgermeister Hesky. Für den steigenden Bedarf auch an zusätzlichen qualifizierten Förderangeboten am Nachmittag hätten die bisherigen räumlichen Möglichkeiten an der Schule nicht mehr ausgereicht.

"Das war ein Meilenstein in der Schulentwicklung"

Mit der neuen Einrichtung im Waiblinger Süden ist die Stadt ihrem erklärten Ziel der Ganztagesbetreuung an den Schulen wieder ein Stück weitergekommen. 2007 habe der Gemeinderat mit einem Beschluss allen Waiblinger Schulen, die Ganztagsschule werden wollen, den Weg dazu frei gemacht. „Das war ein Meilenstein in der Schulentwicklung“, erinnerte Hesky. Mittlerweile liegt Waiblingen beim Ausbau der Ganztagsschulen an Grundschulen und an weiterführenden Schulen weit vorn: Kaum eine andere Kommune in Baden-Württemberg habe so viele Ganztagsgrundschulen im Verhältnis zur Einwohnerzahl wie Waiblingen, sagte Hesky und kündigte mit dem Bau einer Turnhalle weitere Investitionen in den Schulbereich in Waiblingen Süd an.

Schulhöfe stehen wieder zur Verfügung

Auch wenn die Kinder auf diese Turnhalle noch warten müssen: Ihre Schulhöfe stehen ihnen nun wieder zur Verfügung, nachdem diese durch die Baumaßnahmen in den vergangenen Monaten schwer okkupiert waren. „Die Baustelle breitete sich immer mehr aus“, berichtete Schulleiterin Christina Stark. „Der Bauzaun ist gewandert.“ Teilweise hätten die mehr als 200 Kinder in den Pausen kaum noch Platz gehabt. Das Andocken des Neubaus an den Altbau habe zusätzlich dazu geführt, dass sich die Baustelle auch in den Altbau ausbreitete. Bauen bei Schulbetrieb, das sei schon eine spannende Sache, bei der viel Flexibilität nötig sei – wobei beim Bau immer auch Rücksicht auf den Schulbetrieb genommen worden sei. Teilweise sei abends, am Wochenende und in den Ferien gearbeitet worden. Die Abstimmungen zwischen Architekten, Bauleitung und der Schule hätten bemerkenswert gut funktioniert.

Schule soll Heimat, keine Lernfabrik sein

Die gute Zusammenarbeit mit der Schule betonte auch Architekt Thomas Herrmann. „Wir wollten ein Haus für Kinder bauen“, erklärte er. Schließlich verbrächten die Kinder den größten Teil ihrer Zeit in der Schule. Schulen dürften deshalb keine Lernfabrik sein, sondern müssten Heimat und Lebensraum für sie sein. Die Rinnenäckerschule sei im Gegensatz zu großen Schulgebäuden von Anfang an als Pavillonschule konzipiert gewesen. „Diesen Charakter eines Schuldorfs wollten wir erhalten und die Schule zusätzlich im Stadtteil sichtbar machen.“ Nun öffnen sich Mensa und Eingangsbereich zum Danziger Platz, während Herrmann zufolge dahinter der privatere Teil der Schule beginnt. Mit dem Neubau sei die Rinnenäckerschule ein bisschen mehr ein Haus für Kinder geworden, sagte der Planer. „Ich wünsche mir, dass ihr euch später gern daran zurückerinnert –und an die Zeit, die ihr hier verbracht habt.“

Nerven behalten

Die Kosten des Neubaus liegen bei rund 4,1 Millionen Euro. Das Land bezuschusste den Bau mit knapp 400 000 Euro aus der Schulbauförderung. Die restlichen rund 3,7 Millionen Euro kommen aus städtischen Haushaltsmitteln.

Viel Lob und Dank wurden bei der Einweihung ausgetauscht.

Besondere Dankesworte gingen allerdings an Astrid Rheiner, Abteilungsleiterin Hochbau bei der Stadt, die als Bauleiterin und Ansprechpartnerin für die Schule fungierte, sowie an den unerschütterlichen Rinnenäckerschul-Hausmeister Klaus-Dieter Martens.