Waiblingen

Rundsporthalle: Bauarbeiten statt Handball

Rundsporthalle
Noch ist die Halle in der Hand der Planer und Handwerker. © Palmizi/ZVW

Waiblingen. Wo Handballspieler sonst Sprungwürfe aufs Tor feuern, sind derzeit Maler und Bauarbeiter zugange. Am 6. März haben die Sanierungsarbeiten in der Rundsporthalle begonnen, im Moment wird an der Hallendecke gearbeitet. Eingezogen wird dort wieder eine abgehängte Decke, die den Schall absorbieren soll. In den Duschen sind die Fliesen abgeschlagen, Handwerker versetzen die früheren Nasszellen zurück in den Rohbauzustand.

Video: Die Rundsporthalle in Waiblingen von oben.

Jahrelang war die in die Jahre gekommene Rundsporthalle ein Thema im Gemeinderat. Immer wieder wurden Planungsraten in den Etat eingestellt, geschehen ist aber lange nichts. Neubau oder Sanierung, das war die Gretchenfrage. Im Oktober 2014 legte die Verwaltung im Planungsausschuss eine Machbarkeitsstudie vor. Ergebnis: Die Halle könnte für 3,7 Millionen Euro saniert werden. Nicht enthalten die Erweiterung, wohl aber der mittel- bis langfristige Erhalt der großen Drei-Feld-Halle an der Rems. Stand heute liegen die Kosten bei 4,4 Millionen Euro – inklusive einer nagelneuen Fassade und einer abgeschlossenen Gymnastikhalle im Zwischengeschoss. Mit dem Förderbescheid für die Modernisierung hatte die Stadt frühestens im Mai gerechnet. Jetzt ist klar: 90 000 Euro schießt das Land zur Sanierung der Halle zu.

Rückbau der Technik und im Sanitärbereich

Währenddessen haben die Arbeiten im März angefangen. „Wir haben mit dem Rückbau der Technik und im Sanitärbereich begonnen“, berichtet Heinz Grünvogel, der bei der Stadt federführend für die Sanierung ist. Derzeit werden die Kanäle unter der Halle saniert, WCs und Duschen ausgebaut. Während die abgehängte Decke 2009 als Brandlast ausgemacht und abgebaut wurde, soll nun wieder eine solche Decke installiert werden. Schallabsorbierend soll sie sein, allen gesetzlichen Vorgaben genügen und mit moderner LED-Beleuchtung ausgestattet werden. Auch die alte Hallenlüftungsanlage wird komplett erneuert. „Wir überarbeiten die gesamte Gebäudetechnik“, sagt Fachbereichsleiter Michael Gunser. Schluss mit den Zeiten eines ständig ausfallenden Heizkessels, der dauernd repariert werden musste. Geheizt wird künftig mit Fernwärme aus dem Blockheizkraftwerk beim Freibad und bei den Energiekosten einiges eingespart. „Das Gebäude ist rund 45 Jahre alt“, erinnert Michael Gunser. Viele Teile seien noch aus der Bauzeit. Mit der Sanierung soll die Halle für die nächsten 30 Jahre wieder fit gemacht werden.

Die Halle bleibt optisch ein Kind ihrer Zeit

Andererseits wird erhalten, was geht. Die Fliesen in den Umkleideräumen zum Beispiel, aber auch das orangefarbene Gestühl auf der Tribüne. „Was kaputt war, wurde ausgetauscht“, sagt Gunser. Mehr aber nicht – als Reminiszenz an die 70er, wie Gunser sagt. Die Rundsporthalle sei vielleicht kein Denkmal. Aber auch dieses Gebäude werde mit jedem Jahr wertvoller, findet Gunser. Um den rauen Charakter der Rundsporthalle zu bewahren, soll die Tragekonstruktion in Betongrau gestrichen werden.

Neu eingebaut wird die 120 Quadratmeter große abgeschlossene Gymnastikhalle im Zwischengeschoss. Der Bereich, in dem früher Judo trainiert wurde, bekommt nun eine Glaswand zur Halle hin, bleibt vom Lärm der Halle aber unbeeinträchtigt. Für Schallabsorbierung sollen in der Halle künftig auch die Prellwände sorgen, die aus Holz gefertigt jede Art von Aufprall mindern sollen.

Neu gestaltet und vergrößert wird der Eingangsbereich der Halle. Die Mauer beim Haupteingang wird weiß gestrichen, der Waschbeton und die Sichtbetonträger werden grob gereinigt, erklärt Michael Gunser. Mit dem neuen silber-hellen Aluminiumblech und neuen Fenstern wird die Halle auch von außen ein sichtbares neues Outfit bekommen.


Waiblingen.

Viel Lob hat die Stadtverwaltung im Planungsausschuss für die abgespeckten Pläne zur Umgestaltung des Hallenumfelds geerntet. Die Umgestaltung im Zuge der Gartenschau war ursprünglich mit 900 000 Euro veranschlagt. Zu teuer, hatte der Rat befunden und der Verwaltung die Überarbeitung verordnet. Die neue Variante kostet nun nur noch 420 000 Euro und orientiert sich weit mehr als der erste Entwurf am Bestand. Beim Eingangsbereich der Halle soll ein großzügiger Vorplatz entstehen, mit gepfasterten Flächen und einer Art Zone zum Treffen mit Sitzmöglichkeiten.


Foto: Büttner/Grafik: ZVW

Aufgewertet wird die Grünanlage nordwestlich der Halle. Hier soll der vom Gemeinderat gewünschte Mehrgenerationenparcours integriert werden, der ursprünglich am Weg zu den VfL-Plätzen und Freibad angesiedelt worden war. Von der neuen Variante verspricht sich die Stadtverwaltung mehr Ruhe für die Sportler bei gleichzeitiger guter Erreichbarkeit vom Parkplatz aus. Von der Grünanlage soll ein natürlicher Übergang zu der neuen Plattform mit Sitzmöglichkeiten und freier Aussicht in die Talaue führen. Die Terrasse an der Westseite der Halle ist mit ihrem freien Blick in die Talaue auch im neuen Entwurf enthalten. Zwar wird sie deutlich kleiner, großzügige Sitzmöglichkeiten sind aber weiterhin möglich. Neu geordnet und bepflanzt werden die Grünflächen, die sanierungsbedürftigen Asphaltwege erneuert.

Lobenswert: Der neue Platz für den Sportparcours

„Ich finde die Planung klasse“, befand Sabine Wörner (SPD). Zustimmung kam auch von der Alternativen Liste – obwohl der Mehrgenerationenparcours nach Meinung Alfons Fazios besser in der Nähe eines Wohngebietes angesiedelt werden sollte. „Wir werden aber zustimmen“, sagte er. Eine Kostenreduzierung sei mal eine willkommene Neuigkeit. „Ein gutes Ergebnis“, lobte CDU-Chef Siegfried Kasper. Die Sporthalle werde saniert, die Planung tue dem Ganzen gut. Lobenswert fand er auch den neuen Platz für den Sportparcours. Grünes Licht auch von Bernd Mergenthaler (FDP) und Matthias Kuhnle (DFB). „Wir hätten gern die große Lösung gehabt“, sagte Kuhnle. Aber an der Reduzierung führe wohl kein Weg vorbei.

"Keine Verzögerung für die Vereine," fordert Alfonso Fazio

Die Maßnahme dürfe für die Vereine zu keiner Verzögerung führen, forderte Alfonso Fazio mit Blick auf den VfL, der so schnell wie möglich seinen Spielbetrieb aufnehmen will. Darauf werden die Arbeiten außerhalb der Halle keinen Einfluss haben. Nach den Ferien können laut Baubürgermeisterin Trainings- und Schulbetrieb starten. Fraglich sei, ob auch schon das erste Spiel stattfinden kann. Es sei ein Unterschied, ob die Halle für Zuschauer zugelassen wird oder nur für den Schulbetrieb. „Aber wir liegen gut im Plan“, versicherte Priebe.

Sanierungsende voraussichtlich September

Die von den Vereinen lang ersehnte Sanierung startete ein halbes Jahr später als möglich – und das lag an den Sportlern selbst. Weil die VfL-Handballer keine Ausweichhalle haben, wurde mit dem Umbau erst im März zum Ende der Spielsaison begonnen. Wenn alles optimal läuft, kann laut Michael Gunser im September zu Saisonbeginn bereits wieder gespielt werden.

Sicher ist das aber nicht. „Wir liegen gut in der Zeit, aber es ist ein enger Zeitplan“, sagt Gunser. Ziel sei es, den Schul- und Trainingsbetrieb nach den Sommerferien wieder aufzunehmen. „Der Verein wünscht sich allerdings, nach den Ferien die Saison wieder aufzunehmen.“ Der Spielbetrieb habe aufgrund der vielen Zuschauer aber andere Anforderungen an die Sicherheit als eine Schulklasse. „Wir tun alles, dass es klappt“, versichert er.

Besonders groß sind die Auswirkungen auf die FSG Waiblingen/Korb. Die erste Frauenmannschaft spielt in der 2. Bundesliga, die zweite in der 3. Liga Süd.