Waiblingen

Schäden nach Schnee und Sturm: Wann startet Erdbeersaison beim Hofmarkt Schmid?

Schmid
Alissa Schmid mit ihren Eltern Maike und Daniel Schmid inmitten blühender Erdbeerpflanzen. In Beinstein sind die Pflänzchen von Frostschäden verschont geblieben, nicht aber auf anderen Feldern der Familie etwa in Stuttgart-Mühlhausen. © Benjamin Büttner

Zwischen 30 und 40 Prozent Schaden verzeichnet Familie Schmid aus Beinstein nach dem Schnee und Sturm der vergangenen zehn Tagen an den noch zarten Erdbeerpflänzchen. Auch der Grünspargel sei nicht verschont geblieben, erklärt Obst- und Gemüsebauer Daniel Schmid. „Alles, was zwei bis drei Zentimeter aus der Erde ragte, ist erfroren“, sagt er. Deshalb hatte die Familie vorgesorgt und Grünspargel, der schon rund zehn Zentimeter aus der Erde ragte, geerntet, obwohl man eigentlich eine Größe von 20 Zentimetern abwarte.

Die Familie Schmid und ihre Mitarbeiter haben versucht vorzusorgen, als der Schnee pünktlich zum 1. April vom Deutschen Wetterdienst angekündigt wurde. Alle Erdbeerpflänzchen haben sie mit drei Lagen Vlies abgedeckt, um sie vor dem Frost und Schnee zu schützen. Doch an den Stellen, an denen die Abdeckung auf die Pflänzchen gedrückt wurde, war die Kältebrücke nicht mehr gegeben. Blüten oder kleine Beerchen sind kaputtgegangen. Viel mehr könne man im Voraus nicht machen, meint Daniel Schmid. „Wenn das Vlies der Last des Schnees nicht standhält, ist man machtlos“, sagt er.

Felder unterschiedlich hart vom Wetter gezeichnet

Wieder einmal habe sich ausgezahlt, dass die Felder des Betriebs, auf denen Obst und Gemüse angebaut werden, verteilt liegen. Schäden verzeichnet Daniel Schmid demnach nicht in Beinstein, sondern lediglich in Stuttgart-Mühlhausen. Unter den Erdbeerpflänzchen sind vor allem frühe Sorten betroffen – allen voran die beliebte Gattung Clerry. Bei der anderen frühen Sorte Lambada seien die Schäden gering, so Schmid. In Mühlhausen habe es eine Kältetemperatur von bis zu minus sechs Grad gehabt. „Neue Blüten setzen die Pflanzen zwar an, aber wirklich ausgleichen werden sie den Schaden nicht“, sagt Daniel Schmid.

Dagegen gut weggesteckt haben den Frost die Möhren, welche der Familienbetrieb ebenfalls produziert. Sie hätten bei den Minusgraden einen Kälteschock erlitten, seien aber ansonsten unbeschadet davongekommen. Allerdings würden sie etwas Zeit benötigen, bis sie sich von dem Schock erholt hätten, so Schmid.

Für den Obst- und Gemüsebetrieb ist es nun schon das zweite Jahr in Folge, dass Frost den Pflänzchen im April zusetzt. Normalerweise hätten Mitarbeiter durchgängig etwas auf den Feldern zu tun. Denn nach der Feldsalaternte Ende März folgt im April direkt der Grünspargel und dann rund um den Muttertag Erdbeeren, unterschiedliche Salate und der weiße Spargel, von welchem die Familie aber nur geringe Mengen anbaut. Anschließend folgen unter anderem Himbeeren. Nun hätten die Mitarbeiter quasi eine Zwangspause, können sich aber gleichzeitig um Dinge kümmern, die schon länger liegengeblieben sind, so Schmid.

Kilopreis Grünspargel deutlich günstiger als im Jahr 2021

Was den Grünspargel betrifft, so wächst dieser in sogenannten Tunneln aus Metallbögen, die mit einer speziellen Folie abgedeckt sind. Vor dem Sturm vergangene Woche musste der Betrieb alle Tunnel entfernen, da es diese nur weggeweht hätte. „Sie sind sehr windanfällig“, erklärt Daniel Schmid. Die Folge ist aber, dass die Erde abkühlt. „Wenn es so kalt ist, stellt diese Sorte ihr Wachstum ein“, weiß Schmid. Das milde Wetter tagsüber würde nicht ausreichen, um den Boden ausreichend zu erwärmen, da er bei der nächtlichen Kälte die Wärme nicht speichern könne. „Ohne Tunnel würde Grünspargel gar nicht wachsen!“, so Schmid. Mit Tunnel seien es zwischen drei und fünf Zentimeter am Tag.

Grünspargel ist in diesem Jahr günstiger als im vergangenen Jahr, weiß Daniel Schmid. Während im Jahr 2021 der Kilopreis bei 15 bis 17 Euro lag, sind es laut Daniel Schmid in diesem Jahr 12 oder 13 Euro. Grund dafür sei die Nachfrage, die wiederum auch mit dem Wetter zusammenhänge. „Bei Schnee fragen die Kunden nach Kohlgemüse wie Kohlrabi!“ Darauf müsse er antworten, dass die Zeit dafür nun vorbei sei.

Grünspargel würde indes noch nicht so nachgefragt werden, obwohl dieser bereits in der zweiten oder dritten Woche im Sortiment zu finden sei.

Die ersten Erdbeeren werden Kunden wohl Anfang Mai in der Auslage des Hofmarkts Schmid finden, schätzt er. Was die Preise betrifft, gehe er davon aus, dass Kunden keine starken Abweichungen zum vergangenen Jahr verzeichnen werden. Verpackungsmaterial, das im Verlauf des Angriffskriegs auf die Ukraine deutlich teurer geworden ist, habe der Betrieb schon im vergangenen Herbst angeschafft – zwar nicht alles, aber etwa die Hälfte. Auch Düngemittel wurde im vergangenen Jahr „schon reichlich vorgekauft“, meint Schmid. „Allerdings treffen uns die hohen Energiepreise genauso wie andere Betriebe auch!“

Zwischen 30 und 40 Prozent Schaden verzeichnet Familie Schmid aus Beinstein nach dem Schnee und Sturm der vergangenen zehn Tagen an den noch zarten Erdbeerpflänzchen. Auch der Grünspargel sei nicht verschont geblieben, erklärt Obst- und Gemüsebauer Daniel Schmid. „Alles, was zwei bis drei Zentimeter aus der Erde ragte, ist erfroren“, sagt er. Deshalb hatte die Familie vorgesorgt und Grünspargel, der schon rund zehn Zentimeter aus der Erde ragte, geerntet, obwohl man eigentlich eine Größe von

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