Waiblingen

Schildkröte steht Pate: Café Quintus in Waiblingen eröffnet

Cafe Quintus
Monika Nuding-Rieger und Tobias Rieger hinter der Theke vom Café Quintus. © Benjamin Büttner

Früher war’s Mode Scala, dann ein Maklerbüro. Zuletzt stand das Doppelhaus in der Langen Straße mit den Nummern 53 und 55 trotz bester Lage in der Fußgängerzone leer. Nun hat das Waiblinger Ehepaar Nuding-Rieger dem Gebäude neues Leben eingehaucht. Nun steigt die Aufregung, denn am Donnerstag, 25. November, eröffnet das neue Café Quintus endlich. Eine niedliche Schildkröte ziert das Logo. Das echte Haustier, das mit seinem Namen Pate steht für die Neueröffnung, befindet sich derweil ganz cool im Winterschlaf.

Die Neueröffnung hat eine längere Vorgeschichte: Im Rahmen einer Kunstaktion war vor einigen Jahren dazu aufgerufen worden, Ideen für eine Nachnutzung der leerstehenden Geschäftsräume am Schaufenster anzubringen. Jemand hatte als Idee hinterlassen: „Ein Café“. Monika Nuding-Rieger las es und fand Gefallen daran. Wie so viele Menschen hatte sie schon öfter davon geträumt, eines Tages ein eigenes Café zu eröffnen. Vor vier Jahren erwarben sie und ihr Mann tatsächlich das Haus, das davor dem Immobilienmakler gehört hatte, der dort eine Zeit lang sein Büro hatte.

Teilabriss des Daches und aufwendige Sanierung

Trotzdem war der Weg zum Café noch lang und steinig, denn das historische Gebäude war in einem schlechten Zustand. Zum Dach regnete es herein. Es zu sanieren und nutzbar zu machen, erforderte einiges an Hirnschmalz. Als Architekten gewannen Nuding-Riegers Christoph Fetzer aus Grunbach. Immerhin wurde die Planung dadurch erleichtert, dass das Haus nicht unter Denkmalschutz stand. In konstruktiven Gesprächen mit der Stadt wurde besprochen, was möglich ist. Anfang 2020 begann die Sanierung, genauer gesagt der teilweise Abriss des Daches und die Entkernung. Ein Zimmermann aus Kaisersbach baute einen neuen Giebel ein. Maschinenbau-Ingenieur Tobias Rieger steckte viel Eigenarbeit rein, Freunde halfen mit Rat und Tat. in den oberen Etagen entstehen zwei Wohnungen, für die der Innenausbau derzeit noch aussteht.

Der Charakter einer Schildkröte

Die Arbeiten brachten einige Überraschungen zutage, zum Beispiel im Keller uralte Tapetenvorräte und Werkzeug einer alten Sattlerei. Von innen wie außen wirken beide Häuser wie eins. Die Stufe, die mitten durch den jetzigen Gastraum führte, wurde im Zuge der Sanierung eingeebnet. Balken und Mauerwerk wurden weitgehend erhalten, machen die Vergangenheit spürbar und verleihen dem Lokal ebenso einen individuellen Charakter wie die Möbel, die großteils antiquarisch erworben wurden. Andere Tische wurden von Jugendlichen in der Werkstatt der Strafvollzugseinrichtung „Seehaus“ in Leonberg hergestellt.

Langsam, aber mit Beharrlichkeit verwirklichten Nuding-Riegers ihr Vorhaben – und genau für diese Eigenschaften steht als Namensgeber die Schildkröte Quintus. Auch von der Corona-Situation werden sie sich nicht umwerfen lassen. So nah am Ziel, kann derzeit niemand sicher sagen, ob überhaupt auf Dauer geöffnet sein darf – oder ob bald der nächste Lockdown kommt. „Es ist ein Wagnis, gerade für uns als Quereinsteiger ohne Gastronomie-Erfahrung.“

Schwerpunkt liegt auf nachhaltigen Produkten

Ein Team von Mitarbeiterinnen wurde gefunden, während eines Sabbatjahres vom Lehrerinnenberuf hilft Monika Nuding-Rieger mit aus. Das von 10 bis 17.30 Uhr geöffnete Tagescafé bietet an fünf Tagen in der Woche Frühstück sowie den Tag über Kaffee und Kuchen. Im Innenraum stehen rund 30 Plätze zur Verfügung, Außenbewirtschaftung bei gutem Wetter ist möglich. Der Schwerpunkt liegt auf Regionalität und Nachhaltigkeit: Die Zutaten stammen von der Hegnacher Mühle, vom Waiblinger Wochenmarkt, Honig von der eigenen Imkerei in der Fuggerstraße und der Kaffee von der Kaffeerösterei Pilu. Salzige Snacks und Suppen werden serviert, vorerst aber noch kein vollwertiges Mittagessen. „Da sind wir noch ausbaufähig“, meint Monika Nuding-Rieger. Vegetarisches und Veganes soll stets im Angebot sein, doch auch Schinken oder Quiche Lorraine sind mitnichten tabu. Die Resonanz der Gäste bei zwei Probe-Öffnungstagen anlässlich des Martinimarkts und „Waiblingen leuchtet“ fiel positiv aus.

Früher war’s Mode Scala, dann ein Maklerbüro. Zuletzt stand das Doppelhaus in der Langen Straße mit den Nummern 53 und 55 trotz bester Lage in der Fußgängerzone leer. Nun hat das Waiblinger Ehepaar Nuding-Rieger dem Gebäude neues Leben eingehaucht. Nun steigt die Aufregung, denn am Donnerstag, 25. November, eröffnet das neue Café Quintus endlich. Eine niedliche Schildkröte ziert das Logo. Das echte Haustier, das mit seinem Namen Pate steht für die Neueröffnung, befindet sich derweil ganz

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