Waiblingen

Schneiderei DeSa in Waiblingen eröffnet im Lockdown

Schneiderei Desa
Klara Vasic führt in der Waiblinger Altstadt eine Schneiderei mit Verkaufsladen. © Gabriel Habermann

Die selbst gestrickten Strickmützen liegen bereit, am Kleiderständer hängen handgemachte, neuangefertigte Kleidungsstücke. Seit Mitte Januar führt Klara Vasic ihre Schneiderei DeSa mit Verkaufsladen in der Waiblinger Altstadt. Doch so hat sie sich ihren Neustart nicht vorgestellt.

Man stelle sich vor: Man fasst allen Mut für einen Neustart zusammen, eröffnet einen neuen Laden in der Waiblinger Innenstadt und keiner darf kommen. So ergeht es Klara Vasic, die vor kurzem ihre Schneiderei von Fellbach in die Schmidener Straße umgezogen hat.

Ihre große Leidenschaft ist das Nähen, ihre zweite die Mode. Im neuen Geschäft kann sie beides vereinen. Der Name DeSa verbindet im Übrigen die jeweiligen Anfangsbuchstaben der Vornamen ihrer beiden Töchter.

Parterre ist ein kleiner Verkaufsraum, der ausreichend Platz bietet, um die handgefertigte Ware zu präsentieren, Stoffe und Umkleidekabinen, in welchen Kunden (hauptsächlich produziert Klara Vasic ihre Kleidungsstücke für Damen) diese anprobieren können. Im oberen Stockwerk ist ein Raum für Nähmaschinen und Zubehör – eben alles, was man zum Schneidern braucht.

In Fellbach fehlte die Laufkundschaft

Rund zwei Jahre lang hat Klara Vasic nach neuen Räumlichkeiten für ihre Schneiderei DeSa gesucht. Ihr bisheriger Standort in Fellbach in der Otto-Hahn-Straße war ihr zu abgelegen. Viele kamen wegen Änderungsarbeiten zu ihr, aber nur wenige interessierten sich für ihre Mode, die sie fertigt. Die Laufkundschaft fehlte. Das Ladengeschäft in der Waiblinger Altstadt bietet nun all das.

Als sie im November den Mietvertrag unterschrieben hat, hat sie nicht mit einem zweiten Lockdown gerechnet. Kein Jammern, obwohl sie weiß, dass es eine ganze Weile dauern wird, bis die Einnahmen ihre Ausgabenliste deckt. Ihre Motivation wirkt dabei ungebremst. Sobald die Läden wieder öffnen dürfen, steht sie für ihre Kunden bereit. Die Flyer, auf denen sie mit einem Eröffnungsrabatt wirbt, sind gedruckt. Planen mag sie dennoch die Eröffnung nicht. „Man weiß ja überhaupt nicht, was erlaubt ist“, sagt sie.

Für jeden Auftrag den passenden Stoff

So lange übt sie sich in Geduld. Entwirft neue Kleidungsstücke oder Deko-Artikel, sucht die Stoffe hierfür zusammen und macht sich an die Arbeit. Entstanden sind jüngst Kapuzenpullover, Kleider, Röcke – alles Einzelstücke und alle mit dem gewissen Etwas, das Kleider von der Stange nicht zu bieten haben.

Dazwischen erledigt sie Änderungsarbeiten, Reparaturen oder fertigt Auftragsarbeiten an, die von den Kunden abgeholt werden: Abendkleider, oder auch mal ein Brautkleid, Hosenanzüge oder etwa Kostüme für Mädchen der rhythmischen Sportgymnastik. Diese erfordern im Übrigen so manchen Kniff. Der zarte Stoff muss ausreichend Bewegungsfreiheit lassen und durch sein einmaliges Farbenmuster gleichzeitig etwas hermachen. „Die Kostüme müssen am Körper sitzen wie eine zweite Haut“, weiß Klara Vasic. Die bunten Fransen hat sie teils selbst mit der Airbrush-Technik gefärbt und einzeln ausgeschnitten. Stolz verrät sie dabei, dass sie Airbrush-Design studiert hat, zusätzlich zu ihrer Ausbildung als Damenmaßschneiderin. Zum Schluss werden unzählige Glitzersteine auf dem Kostüm befestigt – oftmals sind es mehrere Tausend Stück. Die entsprechende Maschine hierfür besitzt Vasic wie auch eine Maschine, mit der sie Schriftzüge auf die Kleidungsstücke projizieren kann. Nicht alle Maschinen haben einen Platz in ihrem neuen Nähatelier gefunden. Dafür ist der Raum zu klein und ihr Aufgabenfeld zu groß. Unter ihren Auftragsarbeiten finden sich auch Erbstücke, die sie neu aufbereitet hat, so dass es wieder tragbar ist. „Alles, was unter eine Nähmaschine passt, wird umdisponiert“, sagt sie mit einem Lächeln. Hat sie für einen Wunsch einmal nicht den zu den Vorstellungen passenden Stoff zur Hand, sucht sie so lange danach, bis sie fündig geworden ist. Es vergehe auch kein Urlaub, keine Reise, bei der sie nicht nach Utensilien für ihre Arbeit Ausschau hält, versichert sie lächelnd.

Wichtig sei ihr aber bei ihrer Arbeit, dass es Kleidungsstücke sind, die mit viel Liebe gefertigt und gleichzeitig aber bezahlbar bleiben.

Die selbst gestrickten Strickmützen liegen bereit, am Kleiderständer hängen handgemachte, neuangefertigte Kleidungsstücke. Seit Mitte Januar führt Klara Vasic ihre Schneiderei DeSa mit Verkaufsladen in der Waiblinger Altstadt. Doch so hat sie sich ihren Neustart nicht vorgestellt.

Man stelle sich vor: Man fasst allen Mut für einen Neustart zusammen, eröffnet einen neuen Laden in der Waiblinger Innenstadt und keiner darf kommen. So ergeht es Klara Vasic, die vor kurzem ihre Schneiderei

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