Waiblingen

Schnelles Internet in Waiblingen: Warum der Ausbau der Stadtwerke jetzt länger dauert

Glasfaser
So sehen die Leerrohre aus, welche die Stadtwerke verlegen lassen. © Stadtwerke Waiblingen

Ein Gigabit pro Sekunde (GBit/s): Was für Privatnutzer in Sachen Internetgeschwindigkeit so gut wie unerreichbar ist, kann eine Firma von den Stadtwerken Waiblingen und ihrem Partner Netcom BW schon länger bekommen – und zwar fürs Hochladen (Upload) und Herunterladen von Dateien (Download). Firmenkunden im dreistelligen Bereich haben die Stadtwerke schon.

Zugleich verlegt das städtische Unternehmen im Dienste aller Bürger bei aktuellen Straßenbaumaßnahmen Leerrohre, die für Glasfaserkabel gebraucht werden – und die sind für schnelles Internet unerlässlich. Doch ein großes Problem ist die aktuell hohe Auslastung von Tiefbaufirmen – denn darunter leidet auch das Tempo beim Ausbau der Internet-Infrastruktur.

Leerrohre allein reichen nicht

Wenn die Stadtwerke ein Leerrohr verlegen, dann sind 80 Prozent der Gesamtausgaben laut Geschäftsführer Frank Schöller Tiefbaukosten. So muss zum Beispiel der Graben breiter werden, in dem das Leerrohr verlegt wird. „Wir machen das seit Jahren konsequent“, sagt Schöller, der seit 15. Juni 2014 Geschäftsführer der Stadtwerke ist. Mit Leerrohren allein ist es aber noch nicht getan. „Das heißt noch nicht, dass Sie schnelles Internet haben“, sagt Bernhard Zipp, Bereichsleiter Technik. Es ist lediglich Teil der passiven Infrastruktur, um die sich die Stadtwerke kümmern.

Der Partner der Stadtwerke Waiblingen heißt Netcom

Hier kommt nun der Partner Netcom ins Spiel, eine Tochter des Energiekonzerns EnBW mit Sitz in Ellwangen. Sie füllt die Leerrohre mit den Glasfaserkabeln, die als Lichtwellenleiter (LWL) fungieren. Diese übertragen Lichtimpulse – und zwar natürlich in Lichtgeschwindigkeit.

Die Stadtwerke haben auch in allen fünf Waiblinger Ortschaften sogenannte Backbones errichtet, die quasi als Rückgrat der Infrastruktur fürs schnelle Internet dienen. Je näher ein Unternehmen an solch einem Backbone ist, desto preiswerter ist in der Regel der Anschluss. Mittlerweile liegt die Zahl der Firmenkunden nach Angaben der Stadtwerke Waiblingen im dreistelligen Bereich – wobei nicht jeder Kunde gleich lukrativ ist.

Stadtwerke bieten synchrone Download- und Upload-Geschwindigkeiten

Entscheidend ist für die Stadtwerke, welche Bandbreite die Firmen buchen. Je höher diese ist, umso mehr kann das kommunale Unternehmen verlangen. Die Stadtwerke bieten dabei, anders als es viele Privatnutzer kennen, synchrone Download- und Upload-Geschwindigkeiten. Das heißt: Hoch- und Herunterladen geht gleich schnell. Normal ist für viele Nutzer eigentlich, dass der Upload immer wesentlich langsamer ist als der Download – laut Frank Schöller „oft zehnmal langsamer“.

Firmenkunden können die Stadtwerke dagegen synchrone Geschwindigkeiten von einem Gigabit pro Sekunde anbieten. Für die vernetzte Industrie der Zukunft, auch bekannt unter dem Schlagwort Industrie 4.0, ist das entscheidend. Mit dem Internet verbundene Maschinen müssen schließlich schnell miteinander kommunizieren können. Frank Schöller betont zudem, dass beim Ausbau der Stadtwerke für die Firmenkunden, anders etwa als beim Ausbau für Privatkunden, kein staatliches Fördergeld fließt. „Das ist reiner Eigenausbau.“

Kooperationen mit Vodafone und Telekom

Klar ist natürlich, dass die Stadtwerke dabei immer auch überlegen, was für sie am wirtschaftlichsten ist. Wenn es ökonomischer ist, ein vorhandenes Leitungsnetz für die eigene Kundschaft zu mieten, dann tun die Stadtwerke das. Umgekehrt verpachten die Stadtwerke auch teilweise ihr eigenes Netz. In Bittenfeld etwa kooperiert das städtische Unternehmen laut Technik-Bereichsleiter Bernhard Zipp mit dem schwäbischen Unternehmen Wisotel, an anderen Stellen auch mit den Telekommunikationskonzernen Vodafone und Telekom.

Neukunden können sich trotzdem melden

Das Hauptproblem ist für die Stadtwerke derzeit wie gesagt ein anderes. „Jetzt ist der große Engpass in der Regel der Tiefbau“, sagt Frank Schöller. Das bedeutet aber nicht, dass neue Firmenkunden kein schnelleres Internet erhalten. Sie müssen sich nur darauf einrichten, dass es etwas länger dauert. Wenn alles optimal läuft, kann es auch viel schneller gehen: So sind Unternehmen in Waiblingen schon innerhalb von drei Monaten nach Vertragsunterschrift angeschlossen worden – und kamen danach in den Genuss von einem Gigabit pro Sekunde.

Ein Gigabit pro Sekunde (GBit/s): Was für Privatnutzer in Sachen Internetgeschwindigkeit so gut wie unerreichbar ist, kann eine Firma von den Stadtwerken Waiblingen und ihrem Partner Netcom BW schon länger bekommen – und zwar fürs Hochladen (Upload) und Herunterladen von Dateien (Download). Firmenkunden im dreistelligen Bereich haben die Stadtwerke schon.

Zugleich verlegt das städtische Unternehmen im Dienste aller Bürger bei aktuellen Straßenbaumaßnahmen Leerrohre, die für

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