Waiblingen

Schul-Zoo im Salier-Schulzentrum

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Die Schildkröten dürfen sich frei bewegen, müssen aber auch immer mal wieder von den Kindern eingefangen werden, damit überprüft werden kann, ob sie gesund sind. © ZVW/Sarah Utz
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Diplom-Biologin Diana Pohl (rechts) mit der Schildkröte Tülli und ihren Zweitklässlern Yusuf, Lilli und Zoe (von links).
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Küsschen für die Schildkröte.
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Ab zurück in den Teich.
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Die Schüler zeigen stolz eine Gespenstschrecke (links) und eine Stabschrecke (rechts). © ALEXANDRA PALMIZI
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Waiblingen. Fische, Schildkröten, Gespenstheuschrecken und bald auch wieder Kaninchen: Die Kinder an der Salier-Gemeinschaftsschule kümmern sich mit Diplom-Biologin Diana Pohl im eigenen Schul-Zoo rührend um ihre tierischen Mitschüler. Für das kommende Schuljahr wird ein neuer Betreuer für die sechs Aquarien der Schule gesucht.

Dicht gedrängt stehen die Zweitklässler der AG „Natur und Garten“ der Salier-Gemeinschaftsschule um das Aquarium im Schuleingang herum. Alle wollen die Fische füttern und schauen, ob im Aquarium alles in Ordnung ist. „Kommt“, sagt die AG-Leiterin und Diplom-Biologin Diana Pohl schließlich, „die Fische sind satt, wir gehen jetzt zu Tülli.“

Das lassen sich die zwölf Kinder nicht zweimal sagen. Wer oder was Tülli ist, dieses Rätsel wird im Innenhof der Schule schnell gelöst: Aus dem dort angelegten Teich krabbelt eine große, gelbbauchige Schmuckschildkröte. „Sobald die Kinder da sind, kommt Tülli raus. Sie liebt Kinder“, sagt Diana Pohl. Neben Tülli, der ältesten Schildkröte, gibt es noch zwei weitere: Felix und Nordi. „Die dürfen hier im Innenhof völlig frei rumlaufen und überwintern auch im Teich.“

Es ist jedoch wichtig, dass die Schüler sie regelmäßig einfangen, damit die Diplom-Biologin ihren Gesundheitszustand kontrollieren kann. Neben den Schildkröten leben ein Koi-Karpfen und einige Goldfische im Schulteich. „Der Koi wird bald wieder einen Partner bekommen“, freut sich die Biologin.

„Man kann nur schützen, was man schätzt“

„Die Kinder bekommen in den AGs den Bezug zu den Tieren und der Umwelt. Das ist mir und auch der Schule sehr wichtig“, sagt Diana Pohl. Während ihrer Zeit bei der Umweltstation in Nordrhein-Westfalen besuchte sie viele Schulen und leistete Aufklärungsarbeit. Zurück in Waiblingen kam ihr die Idee, ein dauerhaftes Projekt zu starten. „Meine Tochter geht hier auf das Gymnasium und ich habe im Pausenhof oft Kinder gesehen, die Ameisen, Spinnen oder Feuerwanzen totgetreten haben – dagegen wollte ich was tun.“

Die Schulleitung zeigte sich sofort begeistert und so wurden vor rund fünf Jahren die AGs „Natur und Garten“ für die Zweitklässler und „Aquarium und Teich“ für die Dritt- und Viertklässler gegründet. „Man kann nur schützen, was man schätzt, und man kann nur schätzen, was man kennt“, betont Diana Pohl.

Die Schüler haben im Innenhof alle Hände voll zu tun: Algen aus dem Teich keschern, die Tiere mit Futter versorgen und die Tomatenpflanzen und Erdbeeren gießen. „Schildkröten lieben Tomaten“, sagt die AG-Leiterin. „Die Kinder können sie damit aus der Hand füttern.“

Die Schüler kümmern sich ihrer Erfahrung nach rührend um die Tiere und Pflanzen und fühlen sich verantwortlich. Als vergangene Woche Siebtklässler große Steine in den Teich warfen, waren es „meine Kleinen, die da direkt Alarm geschlagen haben und es der Schulleitung gemeldet haben.“

Die Schüler der beiden AGs eignen sich während des Schuljahres viel Wissen an: „Sie lernen zu erkennen, wenn ein Tier krank ist und welche Bedürfnisse es hat.“

Aber auch das Säubern der Aquariumsfilter und die Unterscheidung von Pflanzenarten gehören dazu. In den Teich ist das ein oder andere Kind auch schon gefallen – „Aber wir haben Wechselklamotten und der Teich ist ja flach“, sagt Diana Pohl und lacht. Die Schüler haben sichtlich Spaß während der 90 Minuten.

Montags von 14 bis 15.30 Uhr findet die AG "Natur und Garten" für die Zweitklässler statt.

Dienstags von 14 bis 15.30 Uhr kommen Dritt- und Viertklässler in der AG "Aquarium und Teich" zusammen.

Mardersicheres Gehege für Kaninchen

Doch auch Rückschläge gilt es zu verkraften: Der Kaninchenstall im Innenhof steht seit den letzten Sommerferien leider leer. „Der Marder kam über das Schuldach, die Kaninchen hatten keine Chance.“ Nun macht die Technik-AG der Gemeinschaftsschule dass Gehege mardersicher. Schon bald werden dort wieder drei Kaninchen einziehen – die Schüler freuen sich schon sehr darauf.

Im Keller der Salier-Gemeinschaftsschule warten die restlichen Schützlinge der Kinder darauf, versorgt zu werden: Zuchtfische wie Buntbarsche, Garnelen, Stabschrecken und eine Gespenstschrecke. Warum das Insekt so heißt? „Na weil sie so gruselig aussieht“, sagt Zweitklässler Yusuf – das leuchtet ein.

Diana Pohl ist stolz auf ihre kleinen Umweltschützer: „Inzwischen sehe ich viel weniger Kinder, die auf dem Pausenhof Tiere zertreten“, freut sie sich. Das liegt wohl auch daran, dass die Schüler der AGs ihr Wissen an ihre Klassenkameraden weitergeben und sich für die Natur einsetzen. „Viele meiner AG-Kinder bekommen von ihren Eltern ein eigenes Aquarium. Schließlich haben sie viel darüber gelernt und wissen, welche Arbeit dahintersteckt“, sagt Diana Pohl.

AG-Kinder lernen, Verantwortung für Tiere und Pflanzen zu übernehmen

Zum Ende des Schuljahres verlässt die Diplom-Biologin schweren Herzens die Salier-Gemeinschaftsschule. „Ich unterrichte Biologie und Chemie an der Berufsschule in Schorndorf und beides bekomme ich nicht mehr unter einen Hut“, sagt sie.

„Wir sind ganz traurig, dass Frau Pohl geht und lassen sie nur ungern ziehen“, sagt Renate Hartmann, stellvertretende Schulleiterin der Gemeinschaftsschule. Für die AG „Natur und Garten“ hat die Schule inzwischen eine Nachfolgerin gefunden – für die Betreuung der Aquarien suchen sie noch jemanden. Wer also ein Faible für Aquarien hat und die nötige Qualifikation, darf sich gerne bei der Schulleitung der Salier-Gemeinschaftsschulde melden.

Betreuer gesucht

Die Salier-Gemeinschaftsschule sucht für das kommende Schuljahr einen neuen, qualifizierten Betreuer für ihre sechs Aquarien. In den Aquarien befinden sich Zuchtfische wie Buntbarsche, aber auch Goldfische und Garnelen.

Interessierte können sich telefonisch unter 07151 / 50014110 bei der Schule melden.