Waiblingen

Schwabenakku: Junge Firma aus Waiblingen-Bittenfeld repariert Akkus fürs E-Bike

SchwabenAkku
Schwabenakku ist im Moment noch ein Zwei-Mann-Unternehmen – doch die Gründer wollen den ersten Mitarbeiter bald einstellen. © ZVW/Benjamin Büttner

„Bevor der Akku geschickt wird, testen wir ihn auf Herz und Nieren“: Nachdem Frieder Brose (28) und Johannes Schlee (41) in ihrer Firma in Bittenfeld einen Akku für ein E-Bike repariert haben, wird dieser an einem Elektrofahrrad überprüft. Das aktuelle Update kommt noch dazu, „das ist immer inklusive“. Und erst dann geht per Paket alles zurück zum Kunden. Rund 90 Prozent des Geschäfts der Firma „Schwabenakku“ laufen übers Internet, nur ein kleiner Teil der Leute kommt persönlich vorbei.

Dass E-Bike-Fahrer bei der jungen Firma bares Geld sparen, kann Frieder Brose ganz einfach erklären. Ein neuer, durchschnittlicher Akku für ein Elektrofahrrad kostet nach Angaben des 28-Jährigen 600 bis 700 Euro. Wenn bei der Reparatur ein Zellentausch nötig ist, verlangt Schwabenakku 379 Euro. Ist nur das Batterie-Management-System (BMS), also die Elektronik defekt, zahlt der Kunde 89 Euro. Dazu gibt es in diesem Fall ein Jahr Garantie, beim Zellentausch sogar zwei Jahre.

170 Quadratmeter Fläche in einer ehemaligen Schweißerei

Ganz am Anfang hat der Stuttgarter Johannes Schlee Akkus noch in seinem privaten Keller repariert. „Das war irgendwann viel zu eng“, sagt der 41-Jährige. Also suchten sie neue Räume. Zwischendurch gab es auch schon ein Angebot in Stuttgart, das vom Platz her gepasst hätte, doch es kam einfach nicht zur Vertragsunterzeichnung. Geschäftspartner Frieder Brose, der privat in Göppingen wohnt, fand schließlich in Bittenfeld geeignete Firmenräume. In der Römerstraße 22/1 wurde ein Mieter gesucht, für rund 170 Quadratmeter Fläche, inklusive Keller. Zuvor war dort eine Schweißerei untergebracht, die Räume mussten deshalb erst mal renoviert werden.

„Es war schon eine wilde Zeit“: Abends und am Wochenende wurde renoviert

Von Juli bis September 2022 waren Frieder Brose und Johannes Schlee vor allem mit dem Herrichten der Räume im Erdgeschoss beschäftigt. Meist am Wochenende und abends renovierten sie, tagsüber wurden Akkus repariert. „Es war schon eine wilde Zeit“, sagt Frieder Brose. Ganz fertig sind sie noch nicht: Im Keller steht noch eine Menge Arbeit an, die ebenfalls nebenbei erledigt werden muss.

Kennengelernt haben sich die beiden Männer bei einem Förderprogramm der Hochschule Esslingen für junge Firmengründer. Johannes Schlee studierte dort Fahrzeugtechnik, nachdem er zuvor eine Ausbildung als Industriemechaniker und Maschinenbautechniker absolviert hatte. Frieder Brose befand sich mitten im Wirtschaftsingenieurstudium, nachdem er zuvor eine Ausbildung als Mechatroniker abgeschlossen und für ein großes Unternehmen gearbeitet hatte. Beide Männer hatten damals ihre je eigene Start-up-Firma, dann aber beschloss Frieder Brose, sich Johannes Schlees Idee mit dem Reparieren von Akkus anzuschließen. Ganz ist er mit der Hochschule noch nicht fertig. „Ich schreibe gerade meine Bachelorarbeit.“

Kredit bei der L-Bank aufgenommen

Ende Mai 2022 schließlich wurde Schwabenakku als GmbH gegründet, beide Männer fungieren dabei als geschäftsführende Gesellschafter. Noch machen sie alles alleine, doch das soll sich bald ändern. Der erste Mitarbeiter soll angestellt werden, Arbeit gibt es schließlich genug. Für ihre Firma haben die beiden Unternehmer ein Darlehen bei der L-Bank aufgenommen, eine spezielle Förderung haben sie bislang aber nicht erhalten und auch noch nicht beantragt. „Das ist ein Riesenaufwand organisatorisch“, weiß Johannes Schlee. Jetzt soll die ganze Kraft erst mal in die Arbeit für die Kunden und das Renovieren des Kellers gesteckt werden.

Kunden dürfen nach Anmeldung auch persönlich vorbeikommen

Wer als Kunde in den Firmenräumlichkeiten in Bittenfeld persönlich vorbeikommen will, muss das extra anmelden. In so einem Fall ist es möglich, dass die Person den Akku selbst mitbringt, rund 30 bis 60 Minuten wartet und dann mit dem reparierten Akku weiterfährt. Im Umkreis von etwa 20 Kilometern kommen Kunden persönlich vorbei, ansonsten läuft das Geschäft hauptsächlich über Pakete. Sieben bis 14 Tage dauert das Ganze, bis der Akku auf diesem Weg wieder repariert beim Auftraggeber ist. Die Anfragen kommen laut Johannes Schlee aus ganz Deutschland, in Einzelfällen sogar schon aus Österreich und Italien.

Kunden können bei Schwabenakku auch neue Ladegeräte kaufen

Wenn ein Akku für ein Elektrofahrrad mal doch nicht repariert werden kann, ist es bei Schwabenakku auch möglich, einen neuen zu kaufen. Ebenso können von Kunden neue Ladegeräte erworben werden. Bei der Reparatur kann laut den Unternehmensgründern gerade bei älteren E-Bike-Akkus auch deren Kapazität aufs Doppelte erhöht werden. Auf vorherige Anfrage unter info@schwabenakku.de oder unter Tel. 0 71 46/8 28 95 70 sind Frieder Brose und Johannes Schlee auch bereit, Akkus von E-Vespas zu reparieren.

Jetzt im Dezember haben die beiden Männer vor, den Akku von allen interessierten E-Bike-Fahrern, die sich melden, kostenlos winterfest zu machen. Damit dieser nämlich möglichst lange hält, sollte er im Winter bei Raumtemperatur gelagert werden – und zwar am besten nur halb voll geladen. „Das können die meisten Ladegeräte nicht“, sagt Frieder Brose.

„Bevor der Akku geschickt wird, testen wir ihn auf Herz und Nieren“: Nachdem Frieder Brose (28) und Johannes Schlee (41) in ihrer Firma in Bittenfeld einen Akku für ein E-Bike repariert haben, wird dieser an einem Elektrofahrrad überprüft. Das aktuelle Update kommt noch dazu, „das ist immer inklusive“. Und erst dann geht per Paket alles zurück zum Kunden. Rund 90 Prozent des Geschäfts der Firma „Schwabenakku“ laufen übers Internet, nur ein kleiner Teil der Leute kommt persönlich

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