Waiblingen

Schwanen: Brandschutz wird modernisiert

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Der Brandschutz im Kulturhaus Schwanen wird modernisiert. Unser Bild vom Juni zeigt die Foto-Ausstellung „Von Anfang an“, die in den Fluren des Waiblinger Kulturhauses zu sehen war. © Büttner/ZVW (Archiv)

Waiblingen. Theater und Tango, Diskussionen und Disco: Der Schwanen ist in Waiblingen ein beliebter Veranstaltungsort. Vor 17 Jahren ist das Kulturhaus gestartet, Ende 2003 folgte der Schwanensaal, seitdem schreibt das Kulturhaus eine Erfolgsgeschichte. Doch während immer mehr Gäste und Kursteilnehmer im Haus ein- und ausgehen, hinkt der Brandschutz den verschärften Vorschriften hinterher. Für rund 360 000 Euro soll er jetzt auf den neusten Stand gebracht werden.

Wenn ein öffentliches Gebäude seit 17 beziehungsweise 14 Jahren in Betrieb ist, ist das aus Sicht des Brandschutzes eine lange Zeit. Was zu tun ist für die Sicherheit des Kulturhauses, erläuterte Michael Gunser, Fachbereichsleiter Hochbau und Sanierung, in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Planung, Technik und Umwelt (PTU). In den vergangenen vier, fünf Jahren habe die Stadt deutliche Signale bekommen, dass der Brandschutz im Schwanen modernisiert und den geänderten Rechtsvorschriften abgepasst werden müsse, so Gunser. Die starke Nutzung sei schön, ziehe nun aber Maßnahmen nach sich. In Zusammenarbeit mit einem externen Planungsbüro hat die Stadt versucht, Lösungen zu finden, die dem Brandschutz gerecht werden, aber auch dem Charakter des Hauses entsprechen. Abgestimmt wurden die Maßnahmen auch mit der Feuerwehr, dem Baurechtsamt und den Kulturhaus-Machern.

Sinnvolle Brandabschnitte

Die wichtigsten Maßnahmen laut Gunser sind die Ertüchtigung der Brandschutzklappen sowie der Einbau von Türen und Wänden, um sinnvolle Brandabschnitte bilden zu können. Zwei Rettungswege sollen im Brandfall ins Freie führen. Die vorhandenen Fluchtwege werden überarbeitet und neue Wege im Gebäude geschaffen. Zusätzlich soll am Giebel Richtung Rems eine Stahltreppe angebaut werden. Die Treppe soll nach Angaben Gunsers ansprechend gestaltet und mit dem Schwanen-Biergarten verknüpft werden. Die Dachterrasse soll mit einem Gitterrost-Dachsteg und einer Treppe mit der Terrasse im ersten Stock verbunden werden.

Modernisierung der gesamten Elektroinstallation

Nötig wird zudem die Modernisierung der gesamten Elektroinstallation, die dem aktuellen Brandschutz angepasst werden muss. Eingebaut wird eine Brandmeldeanlage, die das Kulturhaus mit der Feuerwehr verbindet. Komplett umgebaut werden auch die Notbeleuchtung und die Notstromversorgung, die im Brandfall anspringt. Zu den Baumaßnahmen sollen organisatorische Verbesserungen kommen: Eine neue Brandschutzordnung regelt für den Ernstfall die Aufgaben und Zuständigkeiten. Dazu kommen neue Flucht- und Rettungspläne.

Grünes Licht für's Konzept

Der Ausschuss für Planung, Technik und Umwelt hat dem Konzept einstimmig grünes Licht gegeben. Ende des Jahres werden die Außentreppe und der Dachsteg angebaut. Alle weiteren Arbeiten ziehen sich ins kommende Jahr. Voraussetzung dafür sei eine Detailplanung, aber auch die genaue zeitliche Abstimmung mit den Beteiligten. Weil die technischen Anlagen nur in der Sommerpause abgeschaltet werden kann, rechnet Gunser mit der Fertigstellung erst im Herbst 2018.

Erfolgsgeschichte im Schwanen

Die Beliebtheit des Schwanen zeigen auch die Zahlen. 2001 standen im Schwanen 47 Eigenveranstaltungen und fünf Vermietungen auf dem Programm. 2004 waren es schon 88 Veranstaltungen und zehn Vermietungen. 2015 gingen 115 eigene Veranstaltungen inklusive zahlreicher Kooperationen und 15 Saalvermietungen über die Bühne. Dazu kommt die seit 2004 stattfindende Veranstaltungsreihe „Bunt statt Braun“. Darüber hinaus vermietet das Kulturhaus erfolgreich seine Kursräume etwa für Yoga und Tanzkurse.

Internationale und lokale Künstler

Von Anfang an war es Ziel im Schwanen, ein Programm mit internationalem Renommee anzubieten, gleichzeitig aber auch Schulen und lokalen und regionalen Künstlern Auftrittsmöglichkeiten zu bieten.

Auftritte von Uzume Taiko aus Japan und der Warsaw Village Band aus Polen stehen neben Präsentationen von regionalen Bands wie „HISS“, „Wendrsonn“ und Zam Helga, den „Dunkelkonzerten“, der monatlichen „Open Stage, Theaterabenden mit dem Landestheater Tübingen oder dem Theater Ravensburg und im Haus mitproduzierten Theaterabenden Waiblinger Ensembles und Schulen.

Der Schwanen versteht sich nicht nur als Veranstaltungsort, sondern als eine Einrichtung, die selbst Kulturprogramme entwickelt und als Mitentwickler, Ideengeber und Partner nachgefragt ist.

Besondere Veranstaltungen sind Tanzfeste mit Livemusik, die Open Stage, das Offene Singen und die Reihe „Bunt statt Braun“.