Waiblingen

Schwere Brandstiftung in Asylbewerberheimen in Waiblingen: Flüchtling vor Gericht

Brand in Küche in Flüchtlingsunterkunft sorgt für Großeinsatz der Feuerwehr
Nach dem Brand in der Flüchtlingsunterkunft am Inneren Weidach im April 2018. © www.7aktuell.de/Simon Adomat

Wegen schwerer Brandstiftung und anderem muss sich ein Asylsuchender aus Somalia vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten. Der Mann wird beschuldigt, im Februar 2018 in der Unterkunft am Bahnhofsvorplatz Neustadt-Hohenacker Hausmüll auf dem Herd der Gemeinschaftsküche angezündet und im April desselben Jahres auf dem Küchenboden des Asylbewerberheims am Inneren Weidach eine Matratze in Brand gesteckt zu haben. Das Tatwerkzeug soll ein Feuerzeug gewesen sein.

Abfall angezündet und eingeschlafen

Der Angeklagte korrigierte vor Gericht zunächst einmal seinen Namen und sagte, das in der Akte angegebene Geburtsdatum 1. Januar 1993 sei falsch. Er sei so etwa 40 Jahre alt, aber genau wisse er das nicht. Der Arabisch sprechende Somali hatte in der Asylbewerberunterkunft am Bahnhofsvorplatz gar nichts zu suchen, als dort in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar 2018 Hausmüll auf dem Herd brannte, denn er war am 16. Februar woandershin verlegt worden. Der Anklageschrift zufolge soll er es gewesen sein, der den Müll angezündet hat und dann im Suff auf einem Stuhl eingeschlafen ist. Das Feuer auf dem Herd konnte gelöscht werden, wobei sich ein Mitbewohner eine Verletzung am Finger zuzog.

Der Beschuldigte soll eine Matratze in Brand gesteckt haben

Einen Feuerwehr-Großeinsatz hingegen löste der Brand vom 8. April 2018 gegen 5.35 Uhr am Inneren Weidach aus. Hier geht die Stuttgarter Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Beschuldigte eine Matratze auf dem Boden der Gemeinschaftsküche in Brand gesteckt hat. Der Kreisbau-Gesellschaft Waiblingen als Eigentümerin der Container-Unterkunft ist dabei ein Schaden in Höhe von rund 6000 Euro entstanden. Die Küche musste komplett renoviert werden. Noch im Jahr 2018 wurde der Angeklagte in sein Heimatland Somalia abgeschoben. Als er im Februar dieses Jahres aus Holland wieder einreiste, wurde er festgenommen, dem Haftrichter vorgeführt und in Untersuchungshaft gesteckt.

Zu viel Alkohol 

Weil der Mann zu viel Alkohol trinkt, eigenen Angaben nach ab und zu mal kifft und nicht klar ist, ob er psychisch krank ist, wird er von Professor Dr. Hermann Ebel, dem ärztlichen Direktor der psychiatrischen Abteilung des Klinikums Ludwigsburg, auf seine Schuldfähigkeit hin geprüft. Zu den Tatvorwürfen hat der Beschuldigte noch nichts gesagt, außer dass er nicht kriminell sei. Die fünfte Große Strafkammer hat unter dem Vorsitz von Richter Volker Peterke bereits Zeugen und den Brandsachverständigen vom Landeskriminalamt, Gerald Pratsch, gehört. Der Brandexperte schloss ein mögliches Übergreifen des Feuers am Inneren Weidach auf benachbarte Gebäude aus. Seiner Einschätzung nach waren in der Unterkunft auch keine Personen gefährdet und der Fluchtweg breit genug.

Mitbewohner sagen vor Gericht aus

Die Frage von Richter Peterke, ob die brennende Matratze von alleine erloschen wäre, wenn keiner gelöscht hätte, bejahte Gerald Pratsch. Mitbewohner aus der Unterkunft schilderten vor Gericht, wie sie schnell an alle Zimmertüren geklopft haben, als es in der Küche brannte. Die Feuerwehr und die Polizei seien schnell da gewesen. Einer der Mitbewohner meinte, eigentlich hätte der in der Regel betrunkene Angeklagte ihm einen Gefallen getan, denn es habe nach dem Brand eine neue Küche gegeben. Gezündelt hat der Somali der Gerichtsakte nach schon in der Erstaufnahmestelle in Meßstetten.

Der für die Container-Unterkunft zuständige Mitarbeiter der Kreisbau berichtete als Zeuge vor Gericht, es handele sich um eine sehr spezielle Liegenschaft mit schwieriger Klientel. Früher hätten in der für 90 Personen genehmigten Unterkunft nur Single-Männer gelebt. Kochplatten in Zimmern, von denen Zeugen auch berichteten, seien verboten. Kochstau hat es nach Zeugenaussagen von Bewohnern keinen gegeben. Dafür aber Streit darüber, wer die Küche putzen muss.

Wegen schwerer Brandstiftung und anderem muss sich ein Asylsuchender aus Somalia vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten. Der Mann wird beschuldigt, im Februar 2018 in der Unterkunft am Bahnhofsvorplatz Neustadt-Hohenacker Hausmüll auf dem Herd der Gemeinschaftsküche angezündet und im April desselben Jahres auf dem Küchenboden des Asylbewerberheims am Inneren Weidach eine Matratze in Brand gesteckt zu haben. Das Tatwerkzeug soll ein Feuerzeug gewesen sein.

Abfall angezündet und

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