Waiblingen

Schwierige Corona-Zeit für Kinder: Zwei Mädchen aus Waiblingen bauen sich wegen Quarantäne einen Seilzug

Seilzug Corona
Marie an einem Ende des Seilzuges ... © Benjamin Büttner

Zwei Mädchen haben sich einen Seilzug zwischen die Häuser gebaut, um auch während der Quarantäne Kontakt zu halten. Marie und Hannah (beide 9 Jahre alt) sind Nachbarinnen, Klassenkameradinnen und beste Freundinnen. Als Hannah vergangene Woche in Quarantäne bleiben muss, sprechen die beiden viel von einem Fenster zum anderen.

Für Hannah war das keine leichte Zeit: „Ich konnte mit niemandem spielen“, sagt sie. So kamen die beiden Viertklässlerinnen auf eine Idee: Wenn sie einen Seilzug von einem zum anderen Gebäude hätten, könnten sie sich gegenseitig Nachrichten und Dinge schicken, ohne das Haus zu verlassen.

Gesagt, getan. Mit einer Schnur, zwei Karabinerhaken und der Hilfe ihrer Nachbarin schafften die beiden es, einen Seilzug von einem zum anderen Fenster zu bauen. Daran befestigten sie ein Täschchen.

Die erste Konstruktion erwies sich jedoch als nicht stabil genug. „Der Faden ist gerissen und unser Seilzug ist kaputtgegangen. Dann haben wir Gartenschnur genommen, die ist stabiler“, erklärt Marie. So schicken sich die Mädchen etwa Briefe hin und her, und erleichtern Hannah somit die Zeit in Quarantäne.

Doch auch generell belastet die beiden die aktuelle Situation. „Man kann nicht mehr so oft Oma und Opa besuchen, da sie Risikopatienten sind“, sagt Hannah traurig. Marie ergänzt: „Und auch in der Pause darf man nicht mehr mit den Kindern aus den Parallelklassen spielen.“

Corona: Schwierige Zeit für Kinder und Jugendliche

Für Kinder und Jugendliche seien die Kontaktbeschränkungen besonders schwierig, meint Karl-Henning Reuter, Leiter der Waiblinger Kinder- und Jugendförderung. Nach der aktuellen Corona-Verordnung dürfen sich derzeit nur fünf Personen aus zwei Haushalten treffen.

Um ihre Kinder in dieser Zeit zu unterstützen, sollen Eltern sich täglich einen bestimmten Zeitraum nur für ihre Kinder freihalten, rät Reuter: „Für Eltern ist es insbesondere im Home-Office schwierig, ihren Kindern gerecht zu werden. Doch wer sich täglich eine halbe Stunde mit seinen Kindern hinsetzt und gemeinsam beispielsweise rätselt, tut ihnen etwas Gutes.“

Zusätzlich sollten Eltern ihren Kindern auch digitale Medien zur Verfügung stellen, um ihre sozialen Kontakte aufrechterhalten zu können. „Es gibt vielfältige digitale Möglichkeiten, dass Kinder auch in Quarantäne mit ihren Freunden Kontakt halten können.“ Die Medien sollten jedoch altersgerecht sein.

Aktivspielplatz, Villa Roller: Welche Angebote gibt es in Waiblingen für Kinder und Jugendliche?

Für Kinder, die nicht in Quarantäne sind, gibt es weiterhin viele Möglichkeiten, um den Alltag möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Hierfür wurden die Konzepte der Waiblinger Kinder- und Jugendarbeit grundlegend überarbeitet.

So können der Aktivspielplatz, die Jugendfarm und auch die Spielmobile weiterhin unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen genutzt werden. Auch im Jugendzentrum Villa Roller gibt es ein vielfältiges Programm. „Wir machen alles möglich, was möglich ist“, so Reuter. Eine Voranmeldung ist dennoch zwingend erforderlich. Familien und Kindern in Quarantäne bringt das Spielmobil auf Anfrage auch Bastelmaterial nach Hause. Auch Kindergärten, Kirchen und Jugendeinrichtungen bieten diesen Service, sagt Reuter.

Hannah und Marie können mittlerweile wieder miteinander spielen. Die Quarantäne ist vorbei. Ihren Seilzug nutzen sie trotzdem weiter.

Zwei Mädchen haben sich einen Seilzug zwischen die Häuser gebaut, um auch während der Quarantäne Kontakt zu halten. Marie und Hannah (beide 9 Jahre alt) sind Nachbarinnen, Klassenkameradinnen und beste Freundinnen. Als Hannah vergangene Woche in Quarantäne bleiben muss, sprechen die beiden viel von einem Fenster zum anderen.

Für Hannah war das keine leichte Zeit: „Ich konnte mit niemandem spielen“, sagt sie. So kamen die beiden Viertklässlerinnen auf eine Idee: Wenn sie einen Seilzug

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