Waiblingen

Selbstbehauptung für Mädchen und Frauen: Tipps für brenzlige Situationen

Mädchen Nacht
Symbolfoto. © Iakov Kalinin / adobe.stock

„Durchaus konfliktreiche Begegnungen“ erleben auch in Waiblingen Mädchen und junge Frauen in ihrem Alltag. Das berichtet eine Mitarbeiterin der städtischen Jugendarbeit. Sie und ihre Kolleginnen haben deshalb Selbstbehauptungs-Tipps von einer Trainerin eingeholt. Die unterrichtet zwar mit Krav Maga auch, wie man sich in einer körperlichen Auseinandersetzung wehrt. Ziel ist aber immer: Deeskalation und Flucht. Die Jugendarbeiterinnen wollen das nun in Waiblingen weitergeben. Hier fassen sie die Ratschläge zusammen.

Selbstbehauptungskurse für Mädchen und junge Frauen gibt es natürlich schon. „Doch einen derartigen Kurs zu besuchen stellt für einige eine große Hürde dar“, sagt Katharina Güdemann, die bei der Stadt Waiblingen in der Abteilung Kinder- und Jugendförderung arbeitet und auch für die Mobile Jugendarbeit im Club 106 in der Stuttgarter Straße zuständig ist.

Diese Erfahrung hätten sie und ihre Kolleginnen in Jugendzentren, Jugendtreffs, auf dem Aktivspielplatz oder in der Mobilen Jugendarbeit schon gemacht. „Die Mädchen und jungen Frauen, die die Einrichtungen besuchen, erleben im Alltag durchaus konfliktreiche Begegnungen“, so Güdemann. „Davon erfahren die Mitarbeiterinnen während ihrer Arbeit mit den Jugendlichen, weil sie durchaus Vertrauenspersonen für die Mädchen und jungen Frauen sind. An einem Workshop zur Selbstbehauptung würden diese Mädchen und Jugendlichen allerdings nicht teilnehmen.“

Deswegen haben pädagogische Mitarbeiterinnen der Abteilung selbst an einem solchen Workshop teilgenommen und sich zu Multiplikatorinnen schulen lassen. Diese Techniken, die sie von der Referentin Marina Bauer, Gewaltpräventions- und Krav-Maga-Trainerin, gelernt haben, wollen sie nun „in Einzel- und Gruppensettings“ an Jugendliche weitergegeben. „Denn nur wer in der Praxis verstanden hat, wie es geht, kann sein Wissen auch im Notfall anwenden“, so Güdemann. Hier nun die Ratschläge der Trainerin:

Tipps für unterwegs: Vorbeugend

  • „Wenn du das Gefühl hast, hinter dir läuft ein bedrohlicher Mensch, dann am besten die Straßenseite wechseln. Immer dorthin gehen, wo Licht, z. B. eine Laterne, ist und sich andere Menschen aufhalten. Wenn seltsame Menschen an der Bushaltestelle stehen, lieber fern bleiben von der Haltestelle und einen anderen Bus oder ein Taxi nehmen.“
  • In öffentlichen Verkehrsmitteln: „Wenn jemand Seltsames in deinen Bahnwaggon steigt, lieber aussteigen oder Waggon wechseln. Platz am Gang in der Bahn und im Bus nutzen. Handy und Kopfhörer zur Seite, Umfeld beobachten. Bei Bedrohung den Notfallknopf drücken. Lieber einmal zu oft Hilfe oder die Polizei rufen, wenn man sich bedroht fühlt.“
  • Taxi: „Am besten immer etwas Notfall-Geld lassen, um ein Taxi zu rufen, anstatt alles auszugeben. Außerdem zu Hause immer Geld für ein Taxi bereithalten, damit man zur Not damit das Taxi bezahlen kann.“
  • „ Personalausweis und Schlüssel nicht an gleicher Stelle mitnehmen.“

Tipps zur verbalen Reaktion:

„Angreifer immer siezen, auch Bekannte und Familienangehörige. Grund: ‘Du’ wirkt freundschaftlich, Passanten denken, es wäre ein Streit unter Bekannten, und sind weniger aufmerksam und hilfsbereit. ‘Sie’ wirkt höflich, distanziert, ist deeskalierend und Passanten bemerken, dass du Hilfe brauchst.“

Beispielsätze:

  • Lassen Sie mich in Ruhe. Ich möchte das nicht.
  • Halten Sie Abstand.
  • Gehen Sie bitte weiter, ich möchte mich nicht mit Ihnen unterhalten.

„Wichtig ist, sich nicht in ein Gespräch verwickeln zu lassen. Daher mit Antworten sachlich bleiben und das Gespräch ins Leere laufen lassen, indem die gleiche Antwort immer wiederholt wird.“

Außerdem können Betroffene Passanten direkt ansprechen und um Hilfe bitten: „Sie mit der blauen Jacke, bitte helfen Sie mir!“

Als Grundsatz gilt laut der Trainerin: „Laut - schnell - weg“. „Man sollte immer aufmerksam sein Umfeld beobachten. Wenn man einer unangenehmen oder bedrohlichen Situation nicht mehr ausweichen kann, sollte man die Situation mit lauter Stimme, schnellen Aktionen und einer Flucht beenden.“

Die Waiblinger Jugendarbeiterinnen haben von der Trainerin auch „ganz praktische Übungen zur Selbstverteidigung“ gelernt. „Erlernt wurden das Befreien aus Umklammerung, Festhalten, Haareziehen und das gezielte Treten und Schlagen als auch der Schutz vor Schlägen und Schlagabwehr.“ Auch das könnte demnächst in einigen Jugendeinrichtungen der Stadt weitergegeben werden.

„Durchaus konfliktreiche Begegnungen“ erleben auch in Waiblingen Mädchen und junge Frauen in ihrem Alltag. Das berichtet eine Mitarbeiterin der städtischen Jugendarbeit. Sie und ihre Kolleginnen haben deshalb Selbstbehauptungs-Tipps von einer Trainerin eingeholt. Die unterrichtet zwar mit Krav Maga auch, wie man sich in einer körperlichen Auseinandersetzung wehrt. Ziel ist aber immer: Deeskalation und Flucht. Die Jugendarbeiterinnen wollen das nun in Waiblingen weitergeben. Hier fassen sie

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