Waiblingen

Sind Fische aus der Rems genießbar? Fischereiverein Waiblingen klärt auf

fischerei
Manfred Weller, Vorsitzender des Fischereivereins Waiblingen, und Beisitzer Werner Boßler (rechts) an der Rems. © Kölbl

Hitze und Trockenheit haben den Gewässern in diesem Sommer zugesetzt – auch der Rems. Die Temperatur der Rems stieg teilweise auf 25 Grad, in den vom Waiblinger Fischereiverein gepachteten Seen in Bayern sogar auf 26 bis 28 Grad. Das stresst die wechselwarmen Tiere – auch, weil ihnen bei hohen Wassertemperaturen weniger Sauerstoff zur Verfügung steht.

Der Klimawandel ist das eine. Was Fischen das Leben außerdem schwer macht – mal abgesehen von Niedrigwasser wegen Reparaturarbeiten wie unlängst am Birkelwehr in Weinstadt – ist der Charakter der Rems, der über weite Strecke dem eines Kanals ähnelt. Fische brauchen den Wechsel von Flachwasserzonen und tieferen Bereichen, brauchen verschiedene Fließgeschwindigkeiten und Verstecke.

Eigentlich sollte er durch die Talaue mäandern, wie er es vor der Begradigung tat. Durch verschiedene Renaturierungsmaßnahmen konnte ihm in Waiblingen im Abschnitt von der Galerie Stihl abwärts ein Stück seines natürlichen Charakters zurückgegeben werden.

Ein 1,80 Meter langer Wels wurde bei Neustadt aus der Rems gezogen

Die Wasserqualität hat sich dank effektiver Klärwerke gegenüber früheren Jahrzehnten stark verbessert. Ein Indikator dafür: Grundsätzlich sind die Fische aus der Rems genießbar. Das versichern der Vorsitzende des Fischereivereins, Manfred Weller, und Beisitzer Werner Boßler. „Die Mitglieder verwerten die Fische auch, die sie fangen.“ Der Verein hat 150 Mitglieder, davon 90 „aktive“ Angler. Erst neulich ging einem von ihnen beim Eisenbahn-Viadukt in Neustadt ein 1,80 Meter langer Waller an den Haken. Genug für ein größeres Grillfest. Die Zeiten, in den Rems-Fische ungenießbar waren, liegen Jahrzehnte zurück. Werner Boßler kann sich an einen Hecht erinnern, der äußerlich tadellos aussah – aber merkwürdig nach Seife schmeckte.

Solche Beute sollte nicht darüber hinwegtäuschen, was die Angler für die Fischbestände in der Rems tun. Jahr für Jahr investieren sie fünfstellige Beträge, um Fische im Fluss einzusetzen. „Fischerei bedeutet für uns Hege und Pflege“, sagt Vorsitzender Manfred Weller. Bei Arbeitseinsätzen in der Rems und Zuflüssen wie Beibach, Haldenbach und Hörschbach bemühen sie sich, die Gewässer ökologisch aufzuwerten, indem sie Gehölze und Steine einbringen, um neue Schutzzonen zu schaffen. Die üppigen Baumbestände entlang des Ufers sorgen für Schatten und begünstigen damit das Leben im Wasser – aber Buhnen, hinter denen sich ein Hecht verstecken könnte, fehlen weitgehend.

Wie steht es um den Fischbestand in der Rems?

So gibt es eine Anzahl großer Fische – und viele kleine. Was aus Sicht der Fischer aber fehlt, ist der Mittelbau. Dafür sollte nicht die Schuld allein bei den Kormoranen gesucht werden, betont Werner Boßler. Viel zu lange hätten Vogelschützer und Angler miteinander gestritten, heute zögen sie im Sinne der Ökologie an einem Strang, etwa im Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg. Eine größere Rolle für die Fischbestände spielt aus Sicht des früheren Grünflächenplaners der Stadt Waiblingen die besagte, oft noch zu eintönige Gewässerstruktur. Und teilweise auch die zunehmende Nutzung des Flusses für Freizeitaktivitäten wie Kanufahren und Stand-up-Paddling.

Wegen der steigenden Temperaturen wird die Zukunft wohl eher den Regenbogenforellen gehören als den an sich heimischen Bachforellen, die weniger resistent sind. Nicht zuletzt infolge der gemeinsamen, markungsübergreifenden Bemühungen der Fischereivereine leben in der Rems zahlreiche Fischarten wie Karpfen, Döbel, Zander, Hechte und Waller. Ebenfalls vorhanden, aber aus Sicht der Angler in zu geringer Anzahl, sind Barsche, Brachsen, Nasen und Barben.

Hitze und Trockenheit haben den Gewässern in diesem Sommer zugesetzt – auch der Rems. Die Temperatur der Rems stieg teilweise auf 25 Grad, in den vom Waiblinger Fischereiverein gepachteten Seen in Bayern sogar auf 26 bis 28 Grad. Das stresst die wechselwarmen Tiere – auch, weil ihnen bei hohen Wassertemperaturen weniger Sauerstoff zur Verfügung steht.

Der Klimawandel ist das eine. Was Fischen das Leben außerdem schwer macht – mal abgesehen von Niedrigwasser wegen Reparaturarbeiten wie

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper