Waiblingen

So soll das neue Amtsgericht auf dem Krankenhaus-Areal in Waiblingen aussehen

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Amtsgericht Winnender Straße: PV-Module für die Fassade folgen noch. © Heinlewischer

Seit Jahrzehnten ist das Amtsgericht Waiblingen auf vier angemietete Altbauten verteilt, die – vorsichtig ausgedrückt – nicht mehr dem gegenwärtigen Standard entsprechen. Die Zeit dieser Provisorien indes läuft ab. An der Winnender Straße, auf dem Areal des früheren Krankenhauses, soll ein modernes Amtsgericht entstehen. Zumindest in den Visualisierungen der Architekten nimmt es langsam Gestalt an. Nebenan werden neue Mehrfamilienhäuser gebaut.

Im Wohngebiet auf dem ehemaligen Krankenhausareal sind längst neue Bewohner eingezogen. Der südöstliche Teil war jedoch nicht Bestandteil der bisherigen Bebauungsplanung, da die zukünftige Nutzung lange unklar war. Derzeit befinden sich dort eine Tiefgarage, das Grundbuchamt und Wohngebäude – die dortigen, früheren Personalwohnungen werden noch als Flüchtlingsunterkünfte genutzt.

40 Millionen Euro stehen im Landesbudget für 2023/24

Im Bereich der Tiefgarage und in direkter Nachbarschaft des Grundbuchamts will der Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg das neue Amtsgericht Waiblingen realisieren. Für einige Skepsis im Gemeinderat hatte vor einem Jahr noch der auf den Plänen ziemlich karg und abweisend wirkende Vorplatz des viergeschossigen Zweckbaus gesorgt. Auf neuen Visualisierungen erscheint er schon deutlich freundlicher und vor allem grüner – was im Gremium denn auch umgehend auf positive Resonanz stieß.

Krankenhaus-Eiche bleibt erhalten

Nur eins stand damals schon fest: Die altehrwürdige Krankenhaus-Eiche soll als Naturdenkmal erhalten bleiben. Stadträtin Julia Goll hatte sogar gewarnt, sie werde sich an dem Baum „festketten“, falls irgendjemand einfalle, ihn zu fällen.

Begrünt werden soll auch das Dach. Gemäß den politischen Zielsetzungen des Landes erhalte die Umsetzung der Klimaneutralität von Gebäuden hohe Priorität, so die Architekten-Gemeinschaft Heinle/ Wischer. „Aus diesem Grund sind wir aktuell an der Planung von Fotovoltaik-Modulen an der Fassade, zusätzlich zu den bereits geplanten Modulen auf dem Dach.“

Gefangentransporter kommt von der Alfred-Leikam-Straße

Gegenüber 2021 hat sich auch noch eine verkehrliche Änderung ergeben: Die Zufahrt zur Tiefgarage erfolgt zwar wie geplant von der Winnender Straße aus, die Zufahrt der Gefangenentransporter jedoch aus Sicherheitsgründen von der Alfred-Leikam-Straße her.

Nach Informationen von Stadtrat und Jurist Dr. Ingo von Pollern (CDU) ist das Bauprojekt im Landeshaushalt für die Jahre 2023/2024 mit 40 Millionen Euro sowie einem zusätzlichen Deckel von zehn Prozent etatisiert.

Neue Mehrfamilienhäuser

Auf der unteren Seite der Winnender Straße, wo sich jetzt noch die früheren Personalwohnungen befinden, plant die Kreisbaugesellschaft Waiblingen neue Mehrfamilienhäuser. Die alten, stark sanierungsbedürftigen Gebäude werden dafür abgerissen. Wie das Amtsgericht werden die neuen Wohnhäuser viergeschossig, entlang der Winnender Straße haben die Gebäude zudem ein zurückgesetztes Dachgeschoss als fünftes Geschoss. Dieses soll als Lärmschutz für die dahinterliegende Bebauung dienen.

Lärm durch Verkehr und Feuerwehr

Ein Lärmschutzgutachten hat ergeben, dass sowohl der Verkehrslärm der Winnender Straße als auch die Freiwillige Feuerwehr und ihr Betriebshof Lärmschutzmaßnahmen erforderlich machen. So sollen die Wohngebäude an der Winnender Straße entweder als geschlossene Bebauung oder mit gebäudehohen Glaswänden zwischen den Häusern realisiert werden. Dazu werden Schallschutzfenster vorgeschrieben. In den Grundrissen müssen Schlaf- und Aufenthaltsräume zur lärmabgewandten Seite orientiert werden. Allerdings ist lärmtechnisch eine gewisse Entlastung in Aussicht, zumindest mittelfristig. So beabsichtigt die Stadt Waiblingen, den Standort der Feuerwehr in Richtung Bauhof zu verlegen. Dann werden weitere Grundstücke an der Winnender Straße frei für Wohnbebauung.

Seit Jahrzehnten ist das Amtsgericht Waiblingen auf vier angemietete Altbauten verteilt, die – vorsichtig ausgedrückt – nicht mehr dem gegenwärtigen Standard entsprechen. Die Zeit dieser Provisorien indes läuft ab. An der Winnender Straße, auf dem Areal des früheren Krankenhauses, soll ein modernes Amtsgericht entstehen. Zumindest in den Visualisierungen der Architekten nimmt es langsam Gestalt an. Nebenan werden neue Mehrfamilienhäuser gebaut.

Im Wohngebiet auf dem ehemaligen

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