Waiblingen

Spitzen mit Rostbrätle und Entenleber

Dehoga-Herbstempfang
Beste Tropfen aus dem Remstal. © Palmizi / ZVW

Kernen. Bereits zum 15. Male luden die Gastronomen der Kreisstelle Rems-Murr des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) zum Herbstempfang ein. Im Bürgerhaus Kernen gab es zwischen Meeresfrüchteteller und Rostbrätle Lob und einige spitze Anmerkungen.

Video: Der 15. Herbstempfang von Dehoga

Kurz bevor die Zeiten der Martinsgans auf den Speisekarten der Wirte anstehen, laden die Gastronomen von Rems und Murr wichtige Persönlichkeiten des Kreises zum Herbstempfang ein. Dieses Mal ins Bürgerhaus Kernen, das seit etwas mehr als einem Jahr seine Pforten geöffnet hat. Und der Kernener Bürgermeister Stefan Altenberger war natürlich stolz darauf, die „geballte Fachkompetenz der Branche mit den namhaften Gastronomen und Weingütern aus Kernen“ in seinen heiligen Hallen begrüßen zu dürfen. Der Schultes verwies auch auf die anstehenden großen Herausforderungen bei der Remstal-Gartenschau 2019, bei der 16 Kommunen aus drei Landkreisen an einem Strang ziehen sollen – auch zusammen mit der Gastronomie, die davon profitieren soll.

Allergiekennzeichnung und Hygienepranger

In die gleiche Kerbe haute dann auch Bernd Friedrich als Vertreter des Landrates. Der Erste Landesbeamte wies darauf hin, dass sich „der Rems-Murr-Kreis dafür ins Zeug legt, dass Akzeptanz, Lebensfreude und Umsätze steigen.“ Wie auch die vielen Auszeichnungen für Wirte und Wengerter die besondere Qualität des Kreises unterstreichen. Den Dehoga-Landesverband vertrat Vorstandsmitglied Waldemar Fretz als Vorsitzender der Fachgruppe Gastronomie, der darauf verwies, dass landesweit 31 000 Betriebe mit mehr als elf Milliarden Euro Netto-Jahresumsatz über 126 000 Arbeitsstellen anbieten.

Seine Zahlen für den Kreis: 1100 Gastbetriebe erwirtschaften einen Jahresumsatz von fast 285 Millionen Euro mit 3000 Arbeitsplätzen. Dennoch haben die Gastronomen große Sorgen bei der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt: Obwohl die Zahl der Beschäftigten in den letzten sechs Jahren um mehr als 25 Prozent gestiegen sei auf heute 126 000 Mitarbeiter, herrsche in vielen Betrieben Personalmangel. Deshalb toure seit diesem Jahr auch das „Gastromobil“ durchs Ländle, um jungen Menschen die Karriere im Gastgewerbe schmackhaft zu machen.

Integration und bürokratische Hemmnisse

Michael Matzke, Dehoga-Chef im Kreis, verwies darauf, dass mehr als „ein Viertel unserer Mitarbeiter ausländische Mitarbeiter sind. Wir als internationale Branche wollen durch Ausbildung und Beschäftigung einen wertvollen Beitrag zur Integration von geflüchteten Menschen leisten.“ Dazu sollten aber „bürokratische Hemmnisse beseitigt werden wie die Mindestlohn-Bürokratie oder das starre Arbeitszeitgesetz, die unnötige Bettensteuer, die aufwendige Allergenkennzeichnung oder die geplanten Hygienepranger.“

Das war‘s dann aber auch schon mit den politischen Äußerungen. Denn schließlich wartete der Ochsen in Stetten mit einem Meeresfrüchteteller auf, der Hirsch mit einem Gänseragout, Rotkohl und Serviettenknödeln, Knauers Weintreff mit einem Rostbrätle und hausgemachtem Kartoffelsalat, das Lamm in Rommelshausen mit einer Entenleberterrine und „unseren eigenen Boskoopäpfeln“ (so Wirt Frieder Schmid) und das Café Merlin mit Kleingebäck auf. Dazu passend schenkten die Weingüter Karl Haidle, Wolfgang Haidle, Walter Zimmer und die Weinkellerei Wilhelm Kern ihre besten Tropfen aus. Und die knapp 150 Gäste nutzten denn auch weidlich die Gelegenheit, bei feinen Häppchen und guten Tropfen ausführlich bis in die Nacht hinein zu genießen.