Waiblingen

SSV Hohenacker sammelt Spenden für einen neuen Spielplatz

neuer spielplatz
Ein paar Geräte sind neu gestrichen worden, die Hackschnitzel machen den Platz gemütlicher. Der SSV-Chef Uli Nefzer (links) und der Spielplatz-Projektleiter Peter Wirkner haben aber noch einiges zu tun – vor allem, Spenden zu sammeln. © Benjamin Büttner

Spenden zu sammeln ist stets eine mühselige Arbeit – erst recht zu Coronazeiten, in denen die Menschen in erster Linie um ihr eigenes Wohl und Wehe besorgt sind. Der SSV Hohenacker lässt sich jedoch nicht entmutigen und hat sein Herzensprojekt in Angriff genommen: den Neubau des Spielplatzes am Vereinsheim.

Wer sich dem Ehrenamt erst einmal verschrieben hat, dem wird’s so schnell nicht langweilig. Uli Nefzer beispielsweise, Vorsitzender des SSV Hohenacker, kämpft sich derzeit durch die Auflagen, die der – beschränkte – Sportbetrieb mit sich bringt. Von kommendem Montag an ist Sport in den Sportstätten wieder möglich. Allerdings muss exakt ausgetüftelt werden, welche Sportart mit wie vielen Teilnehmern und Übungsleitern am Start sein darf.

Keine Unterstützung vom WLSB

Das allein ist schon Arbeit genug. Doch der SSV-Chef und sein Projektleiter Peter Wirkner haben sich eine weitere Hürde aufgebaut: Die Sanierung respektive der Neubau des Spielplatzes neben dem Vereinsheim soll – auch, weil es hierfür keine Förderung vom Württembergischen Landessport-Bund gibt –, nahezu ausschließlich über Spenden finanziert werden. Rund 25 000 Euro dürfte das Projekt verschlingen. Es ist eine Mammutaufgabe, welche die SSV-Macher jedoch mit Elan und Zuversicht anpacken. Nefzer und Wirkner setzen auf den Teamgeist der Mitglieder – und auf die eine oder andere Firmenspende.

Die Spielgeräte genügen nicht mehr den Sicherheitsstandards

„Uns ist schon bewusst, dass das Projekt eigentlich zur Unzeit kommt“, sagt Peter Wirkner. Doch erstens wurde es vor Corona in die Wege geleitet. Und zweitens ist es nicht das erste Projekt, das der Verein vor der Brust hat. Im vergangenen Jahr finanzierte er die Sanierung der Grillstelle ausschließlich aus Spendengeldern. Indes: Der arg in die Jahre gekommene Spielplatz, der zu großen Teilen neu aufgebaut werden soll, ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer. „Aber dringend notwendig“, sagt Uli Nefzer. Die Geräte genügten nicht mehr den Sicherheitsstandards und stünden teilweise zu nah beisammen. Und wer möchte sein Kind schon auf einem maroden Spielplatz herumtoben lassen?

Es reichen auch zwei Eimer Farbe

Für Nefzer war klar: Es musste rasch etwas geschehen. Rund 50 000 Euro, so die ersten Schätzungen, könnte der Umbau kosten. „Als ich diese Summe ins Spiel gebracht habe, hieß es, es reichen auch zwei Eimer Farbe“, sagt Nefzer und lacht. Es musste also günstiger gehen. „Irgendwo dazwischen“, sagt Wirkner. Es kam zum Konsens. Für die Hälfte, befand die beauftragte Firma Kukuk, ließe sich etwas Ordentliches hinstellen. Die Stuttgarter gestalteten unter anderem zur Remstal-Gartenschau die Weinstädter Mühlwiesen sowie in Schorndorf den Stadt- und Schlosspark.

„Die Frage war, ob wir alles auf einmal machen oder in zwei Abschnitten“, sagt Nefzer. In einem Aufwasch sei’s günstiger, weil die Firma nicht zweimal anrücken müsse. Aktuell sieht’s allerdings eher nach zwei Bauabschnitten aus. Los gehen soll’s im Herbst mit der Instandsetzung der Doppelschaukel und dem Aufbau einer neuen Netzschaukel. Außerdem soll die alte Rutsche durch eine neue Hangrutsche ersetzt werden. Geplant ist zudem, sozusagen als Sahnehäubchen, eine moderne Kletteranlage. „Die ist sehr teuer, aber auch attraktiv“, sagt Nefzer.

Viel Eigenarbeit der Ehrenamtlichen

Nicht alle Arbeiten verrichten die Experten. Was in Eigenarbeit möglich ist, stemmen die Ehrenamtlichen des SSV. Die entfernten bereits einige unsichere Spielgeräte, brauchbare schliffen sie ab, strichen sie neu und verteilten Hackschnitzel auf dem Boden. „Und das unter erschwerten Corona-Bedingungen, weil man nur zu fünft arbeiten durfte“, sagt Wirkner. „Das zeigt, dass der Zusammenhalt im Verein da ist.“

Den einen oder anderen Vorbehalt, dass der Spielplatzneubau ausschließlich der Gaststätte zugutekomme, wischen Nefzer und Wirkner beiseite. Zum einen gehöre der Spielplatz nicht zum verpachteten Bereich und könne auch außerhalb der Gaststättenöffnungszeiten benutzt werden. Zum anderen profitiere auch der Verein, weil die Pachteinnahmen die Tilgungskosten für den Kücheneinbau und Reparaturen deckten. Ohne diese Einnahmen müssten die Mitgliedsbeiträge erhöht werden.

Ziel ist ein attraktives Gelände

Grundsätzlich geht es dem SSV im Spielplatz-Projekt darum, das gesamte Gelände attraktiv zu halten. Von Nutzen sei dies auch für die Eltern, die ihre Kinder während eines Gaststättenbesuchs gefahrlos und in Sichtweite spielen lassen könnten. „Außerdem liegt der Platz geografisch ja nicht so schlecht“, so Wirkner. Er könne auch Werbung für den gesamten Verein sein. „Wenn sich Familien hier wohlfühlen, überlegen sie sich vielleicht, dem SSV beizutreten.“

Derzeit freilich ist der Publikumsverkehr wegen Corona deutlich eingeschränkt. „Damit fehlt uns auch ein Stück weit die Werbemöglichkeit“, sagt Nefzer. „Teilweise bis zu vier Grillgruppen täglich sind normalerweise auf dem SSV-Gelände.“ Geplant war, an die Gäste Flyer mit Spendenaufrufen zu verteilen. „Wenn von den rund 3000 Gästen auch nur ein Drittel fünf Euro gespendet hätte, wären 5000 zusammengekommen.“ Trotz dieser verpassten Chance möchte Nefzer nicht meckern. „Dafür, dass wir die Aktion so wenig bewerben konnten, haben wir treue Spender.“

Projektleiter und Spendenmöglichkeit

Für seine Projekte setzt der SSV Hohenacker jeweils einen Projektleiter ein. Die Idee dahinter: Es wird für ein bestimmtes Projekt – wie Grillplatz- oder Spielplatzsanierung – ein Verantwortlicher installiert. Der ist nur über einen bestimmten, absehbaren Zeitraum hierfür im Einsatz. Die Hoffnung des SSV ist, dass sich über diesen Weg schneller und leichter Freiwillige gewinnen lassen.Attraktiv sei eine Projektleitung auch für junge Leute, die vor einem Studium stünden, so der SSV-Vorsitzende Uli Nefzer. Sie könnten in ihrem Lebenslauf etwas vorweisen, was den Jobeinstieg erleichtere.Weitere Informationen zum Spielplatz-Projekt gibt es auf der Vereins-Homepage: www.ssv-hohenacker.deSpenden sind möglich über das Vereinskonto bei der Volksbank Stuttgart oder über das eigens eingerichtete Spendenportal: https://www.gut-fuer-den-rems-murr-kreis.de/projects/77114