Waiblingen

Stadt zögert vor neuen Investitionen

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Umgeknickter Holzpfahl an Station 9 des Korber Skulpturenpfads. © Schulz

Korb. Am Wochenende wurde am Skulpturenpfad erneut randaliert. Nach einem Fest am Berghäusle mit über 100 Personen stießen Unbekannte eine Holzinstallation am Wegrand um. Für Gemeinderat Gerhard Brenner Anlass, anzuregen, den Info-Pavillon am Hanweiler Sattel zu überdenken. Der sei noch leichter zu zerstören, da er direkt anfahrbar ist. Brenner rät zudem, auf Glasscheiben an den Buswartehäuschen beim Seeplatz zu verzichten.

Am Freitagabend hatte Ortsvorsteher Gerhard Liebhard die Polizei verständigt, als er rund 20 Fahrzeuge am Berghäusle antraf. Die Straßen seien teilweise blockiert gewesen, sagt er. Über 100 Jugendliche feierten am Berghäusle, das offiziell kein Festplatz, sondern nur ein Aussichtspunkt ist. Wie Liebhard erfuhr, hatten sich dort Schüler aus mehren Schulen verabredet. Grundsätzlich ist die motorisierte Zufahrt durch die Weinberge gesperrt, ausgenommen sind Anlieger, sprich Weingärtner. Dass am anderen Morgen auf dem Gelände dann leere Flaschen, Plastikbecher und Abfalltüten herumlagen, bestätigte Liebhards böse Befürchtung vom Vorabend.

Diesmal ist der Standort 9 betroffen

Die Polizei hatte die Veranstaltung nach 22.30 Uhr aufgelöst. Zurück blieb eine umgestoßene Holzskulptur und ein aus einer Stele herausgerissenes Schildchen mit zurückgelassener Handtasche. Diesmal betrifft es den Standort 9 des Skulpturenpfads – „Gedankenmeer“ – der Salier-GMS Waiblingen. Gegen den ganz links außen stehenden Pfahl wurde getreten, so dass dieser nur noch locker im Boden steht und schräg geneigt ist. Die Schrauben und Muttern am Fundament der beschädigten Figur sind gelockert, könnten aber wieder festgedreht werden, sofern die Bohrungen im Holz nicht ausgefranst sind. Auch die Befestigung des „Kopfes“ mit einer Schraube und drei Muttern ist lose. „Wir prüfen derzeit, ob wir den Ausgangszustand der Figur selbst wiederherstellen können“, teilte Christoph Schulz vom Haupt- und Ordnungsamt gestern mit.

Metallplatten wieder besprüht und beschädigt

Der vermüllte Platz und die Scherben auf den Wegen bringen Gemeinderäte auf, zumal vergangenes Jahr die zwei beweglichen polierten Edelstahltafeln der Aussichtsplattform, die über einer sternförmigen Steinplattform mit den eingelassenen Namen umliegender Sehenswürdigkeiten montiert waren, verstreut am Boden lagen. Gerhard Liebhard sagte gestern, die Metallplatten seien schon wieder besprüht und beschädigt und wackelten. Er zieht aber ganz andere Folgerungen aus der erneuten Randale am Berghäusle als der grüne Gemeinderat Gerhard Brenner, der fordert, noch einmal ein Projekt wie den Info-Pavillon am Hanweiler Sattel ernsthaft zu überdenken, weil die unbeaufsichtigte Stelle zu Schmierereien und Sachbeschädigung geradezu einlädt.

Infos auf die Korb-App

Brenner sagte gestern, „ich hoffe, dass die Diskussion über den Info-Pavillon noch einmal geführt wird. Das schaffen wir auch so, zumal es die Korb-App gibt, die ja noch mager ist und auf die wir die Infos laden können.“ Im Gemeinderat wird ihm entgegnet, nicht jeder trage ein Smartphone mit sich herum. „Richtig“, so Brenner, „aber man kann einen Passanten mit Smartphone fragen.“ Der Zerstörungswut vorkehren will er auch bei den Buswartehäuschen am Seeplatz. „Wartehäuschen mit Scheiben. Sind da gleich 20 Scheiben mitbestellt?“.

Liebhard: "Beschädigungen sind überall möglich"

Bürgermeister Jochen Müller hält die Frage für überzogen. „Das hat ja nichts miteinander zu tun“, sagte er gestern. „Am Alfred-Leikam-Platz wurden wir darum gebeten, die Rückwand mit Glas zu schließen.“ Leider sei es so, dass, wenn jemand etwas mit Gewalt zerstöre, er sich nicht abbringen lasse. Auch Ortsvorsteher Liebhard sieht es so: „Was am Berghäusle passiert ist, lässt sich aufs Infoständle nicht herunterbrechen. Dort wird ja nicht gefeiert. Beschädigungen sind überall möglich. Dann dürften wir gar nichts mehr machen.“