Waiblingen

Starfriseur Udo Walz: Frühere Freunde und Klassenkameraden erinnern sich an die gemeinsame Jugend in Waiblingen

Udo Walz
Karin Weigle aus Berglen mit Udo Walz, mit dem sie in ihrer Jugend befreundet war. © Weigle

„Ich habe den Udo im Waiblinger Freibad kennengelernt“: Hans Brandstetter (81) erzählt, wie er in seiner Jugendzeit Teil einer Clique um den späteren Starfriseur war.

Unserem Fotografen Benjamin Büttner hat er am Montag einige seiner Fotos gezeigt, die er mit einer Spiegelreflexkamera angefertigt hat. Darunter befindet sich auch ein Bild, das Udo Walz zeigt, wie er in jungen Jahren im Freibad einem Mädchen die Haare macht – noch bevor er überhaupt seine Lehre als Friseur angetreten hat.

1964 in den Nobelort Sankt Moritz gegangen

Gemeldet hat sich Hans Brandstetter nach einem Aufruf an unsere Leser, Erinnerungen an Udo Walz der Redaktion zu melden. Der am Freitag, 20. November, im Alter von 76 Jahren gestorbene Starfriseur lebte immerhin die ersten 20 Jahre seines Lebens in Waiblingen, wo er in der Fronackerstraße aufwuchs. 1964 verließ er seine schwäbische Heimat – und wurde im Schweizer Nobelort Sankt Moritz als Friseur bekannt.

Er machte Stars wie Marlene Dietrich und Grace Kelly die Haare, ehe er 1969 nach Berlin zog. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zählte zu seinen zahlreichen prominenten Kunden.


Fotos vom ersten Rausch

Hans Brandstetters Erinnerungen an die Zeit mit Udo Walz beginnen Mitte der 1950er Jahre. Er wohnte damals wie heute in der Zwerchgasse und verlor den Kontakt zu Udo Walz nach eigener Aussage erst, als dieser in die große weite Welt zog. Als Udo Walz Jahrzehnte später nach Waiblingen zurückkehrte, habe er diesem einige seiner alten Fotos präsentiert. „Da habe ich ihm geschwind die ersten Bilder gezeigt, wo er seinen ersten Rausch hatte.“

Ärger von der Mutter bekommen

Karin Weigle, heute wohnhaft in der Gemeinde Berglen, schrieb uns, dass sie als alte Waiblingerin für Udo Walz einen kleinen Beitrag beisteuern will. „Wir waren in der Jugend befreundet miteinander, waren jeden Tag im Waiblinger Freibad.“ Udo Walz sei ein ganz hübscher und feingliedriger, offener Mensch mit Herz gewesen. Als sie so circa 13 Jahre alt gewesen seien, habe Udo Walz ihr zu Hause die Haare eingedreht und unter einer Trockenhaube getrocknet. „Flugs kam seine Mama von der Arbeit nach Hause und sie fand es gar nicht so lustig.“ Sie habe gesagt: Udo, es kostet doch alles, auch Strom. „Wir Mädels haben unsere Frisur genossen.“

Große Freude

Vor rund 13 Jahren, erinnert sich Karin Weigle, habe die Volksbank ein Event in Waiblingen veranstaltet, mit Udo Walz als Teilnehmer einer Talkshow. „Auf einmal rief er meinen Namen auf, ob ich im Saal wäre – es war eine große Freude, ihn wieder mal zu sehen und zu plaudern.“ Dabei sei jenes Foto entstanden, das sie nun der Zeitung schickte.

„Er soll in Frieden ruhen“

Der Tod von Udo Walz hat Karin Weigle sehr bewegt. „Er soll in Frieden ruhen – er war auch sehr krank, und in Carsten fand er eine Stütze.“ Carsten Thamm-Walz war seit vielen Jahren mit Udo Walz verheiratet.

Mitschüler in der Waiblinger Karolingerschule

Horst Beck (77) aus Weinstadt kennt Udo Walz noch von seiner Zeit an der Waiblinger Karolingerschule, die damals noch Knabenvolksschule hieß. „Er war unauffällig, zurückhaltend und zählte nicht zu den guten Schülern.“ Das, sagte Horst Beck auf Nachfrage, wisse er noch, weil er damals Klassensprecher gewesen sei.


Weder im katholischen noch evangelischen Religionsunterricht

Udo Walz, berichtet Horst Beck, sei in der siebten und achten Klasse sein Mitschüler gewesen. In jener Zeit seien die beiden Jahrgänge 1943 und 1944 gemeinsam in einer Klasse unterrichtet worden. „Ich erinnere mich, dass er weder zum evangelischen noch zum katholischen Religionsunterricht musste, weil seine Familie einer Freikirche angehörte.“ Welche das gewesen sei, daran erinnere er sich aber nicht mehr.

Job für Kehrwoche vermittelt

Udo Walz hat Horst Beck während des letzten Schuljahrs einen Taschengeld-Job verschafft, bei der Treppenkehrwoche im großen Haus bei Betten-Pfleiderer. „Wir stammen aus sehr armen Verhältnissen“, erzählt Horst Beck.

Zwei Fotos hat er noch aus jener Zeit. Das erste zeigt den Schulausflug 1957. Udo Walz ist der Junge mit schwarzem Haarschopf, vorne, links von der Mitte. Das zweite Bild ist das Abschlussfoto der achten Klasse vom März 1958. Die Bilder hat Horst Beck, der seit 1973 in Weinstadt lebt, Jahrzehnte später an Udo Walz geschickt – und dessen Lebenspartner habe dann den Dank von Udo Walz übermittelt. „Er hat sich sehr gefreut.“

„Ich habe den Udo im Waiblinger Freibad kennengelernt“: Hans Brandstetter (81) erzählt, wie er in seiner Jugendzeit Teil einer Clique um den späteren Starfriseur war.

Unserem Fotografen Benjamin Büttner hat er am Montag einige seiner Fotos gezeigt, die er mit einer Spiegelreflexkamera angefertigt hat. Darunter befindet sich auch ein Bild, das Udo Walz zeigt, wie er in jungen Jahren im Freibad einem Mädchen die Haare macht – noch bevor er überhaupt seine Lehre als Friseur angetreten

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