Waiblingen

Steffen Schuck von Bikes 'n' Boards in Waiblingen über leergeräumte Fahrradlager und Engpässe bei Ersatzteilen

Bikes ''n Boards
Steffen Schuck von Bikes ‘n’ Boards geht davon aus, dass die Krise im Fahrradhandel noch bis Ende 2022 andauert. © Benjamin Büttner

Als der zweite Lockdown kam, war Steffen Schuck vom Fahrradgeschäft Bikes ‘n’ Boards gar nicht so sehr schockiert darüber. Denn in den zehn Filialen, die mittlerweile zur Ladenkette gehören, gibt es momentan viel zu wenig Fahrräder, um alle Kundenwünsche zu bedienen. „Ein generelles Branchenproblem, das mit dem ersten Lockdown losging“, so der Inhaber.

Mittlerweile ist es sogar so weit, dass dem Fahrradhändler Räder zugeteilt werden – und zwar in einer deutlich geringeren Menge, als er es wünscht oder anfordert. Hinzu kommt, dass sich Fahrradlieferungen an den Daten des vergangenen Jahres orientieren. Steffen Schuck nimmt also, was er bekommen kann, ist zwischen den Zeilen herauszuhören. Der Kunde könne sich zwar sein Fahrrad heraussuchen, aber wann es geliefert werde oder ob es überhaupt geliefert werde, wisse man einfach nicht. Das betrifft alle Typen und Sorten an Rädern vom Kleinkind- bis hin zum E-Bike oder Mountainbike. Um ein Beispiel zu nennen: Ein beliebter und allseits bekannter japanischer Hersteller von Fahrradkomponenten habe eineinhalb Jahre Lieferzeit, so Schuck. „Andere Bereiche sind komplett ausverkauft!“ Das betrifft auch die Fahrradwerkstatt und die Ersatzteile, die er und seine Mitarbeiter zum Reparieren der Räder benötigen – ebenfalls ein Branchenproblem, das in sämtlichen Fahrradgeschäften landauf, landab auftritt.

Vorab Beratung am Telefon

Aktuell können sich Kunden nach Terminvergabe im Laden beraten lassen. Dabei fragen die Mitarbeiter bereits am Telefon ab, welchen Typ Fahrrad der Kunde wünscht. „Wenn wir den nicht da haben und es auch nicht absehbar ist, dass das Rad geliefert wird, macht es auch keinen Sinn, dass sich der Kunde hier im Laden beraten lässt“, lauten Schucks klare Worte.

Wie es zu den Lieferengpässen kommt, darüber kann Steffen Schuck nur mutmaßen. Seiner Meinung nach hängt es mit der Knappheit von Containern zusammen. Der Großteil der Ware wird aus Asien angeliefert – vieles über den Seeweg. Ein Großteil der Container steckt irgendwo auf der Welt fest, weshalb Container-Lieferpreise „um ein Zehnfaches explodiert sind“, so Schuck. Außerdem kam mit der Corona-Krise generell die Produktion ins Stocken.

Warum die Nachfrage auch im zweiten Corona-Jahr ungebremst ist, hängt Steffen Schucks Meinung nach weiterhin mit der Corona-Krise zusammen. Fahrradfahren gehört nach wie vor zu den wenigen Sportarten, denen durchweg nachgegangen werden kann, weil es kontaktarm ist und man sich im Normalfall draußen bewegt.

Das sagt Steffen Schuck zu gebrauchten Rädern als Alternative

Dass Kunden in dieser Situation auf ein gebrauchtes Zweirad ausweichen, kann Steffen Schuck generell nicht empfehlen. „Man muss das Rad genau anschauen und es ist wichtig, dass man sich ein wenig auskennt“, sagt der Inhaber von Bikes ‘n’ Boards. In Rädern sei inzwischen sehr viel Technik verbaut – nicht nur in E-Bikes, sondern etwa auch in anderen Modellen wie Mountainbikes bei der Gabelfederung. Vor einem Kauf sollte man sich ein Serviceheft zeigen lassen, in welchem sämtliche Reparaturen und Inspektionen aufgeführt sind. In seinen Filialen werden solche Daten im Computer gespeichert. Steffen Schuck empfiehlt, dass Fahrräder je nach Nutzung einmal im Jahr überprüft werden. Möchte ein Kunde sein Fahrrad verkaufen, kann er die gespeicherten Reparaturen bei Bikes ‘n’ Boards anfordern, so Schuck.

Wie lange die Krise und die Fahrradknappheit anhalten, darüber kann Steffen Schuck nur spekulieren: Normalerweise ordert er Räder von einem Jahr aufs andere. Jetzt aber macht er die Bestellungen für 2023. Dass sich die Situation entspannt, wird noch eine Weile brauchen, ist sich Steffen Schuck sicher. „Vermutlich nicht vor Ende 2022!“ Dies mache sich auch in der Innovation neuer Technik bei Rädern bemerkbar. Wirklich Neues für 2022 gebe es nicht. Generell seien E-Bike-Antriebe überarbeitet worden. Hersteller seien bei all der Materialknappheit froh, wenn sie den aktuellen Entwicklungsstand aufrechterhalten und bedienen können.

Als der zweite Lockdown kam, war Steffen Schuck vom Fahrradgeschäft Bikes ‘n’ Boards gar nicht so sehr schockiert darüber. Denn in den zehn Filialen, die mittlerweile zur Ladenkette gehören, gibt es momentan viel zu wenig Fahrräder, um alle Kundenwünsche zu bedienen. „Ein generelles Branchenproblem, das mit dem ersten Lockdown losging“, so der Inhaber.

Mittlerweile ist es sogar so weit, dass dem Fahrradhändler Räder zugeteilt werden – und zwar in einer deutlich geringeren Menge, als

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