Waiblingen

Stihl: Ukraine-Krieg verschärft Material-Engpässe

Stihl
Die Weltfirma Stihl hat auch Partner in der Ukraine. © Benjamin Büttner

Als weltweit agierendes Unternehmen spürt Stihl die Auswirkungen von Putins Krieg gegen die Ukraine auf verschiedenen Ebenen. Steigende Energiepreise sind zu befürchten, die Materialknappheit nimmt zu, Warenlieferungen an Russland sind eingefroren. Direkt an Leib und Leben bedroht sind die rund 40 Mitarbeitenden der Stihl-Vertriebsgesellschaft am Rand der Hauptstadt Kiew.

Die Stihl-Zentrale in Waiblingen steht mit der Vertriebsgesellschaft in Kontakt und hat der Belegschaft ihre Unterstützung zugesichert. „Absolute Priorität hat die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren Familien vor Ort“, teilt die Unternehmensleitung mit. „Unsere Gedanken sind bei den Menschen, die unter diesem Krieg leiden.“ Schon zu Beginn des Krieges nahm Stihl Stellung: „Wir sind entsetzt über den Angriff Russlands auf die Ukraine und verurteilen diesen Angriffskrieg auf das Schärfste.“ Nach aktuellem Kenntnisstand sind die Mitarbeitenden in Kiew bisher unverletzt. Auch ihren Fachhandelspartnern in der Ukraine sichert die Motorsägen-Firma Unterstützung zu.

Hilfe für flüchtende Beschäftigte und Partner

Ein im Waiblinger Stammhaus eingerichteter Krisenstab hat erste Maßnahmen in die Wege geleitet: Im Westen der Ukraine hat das Unternehmen für die Kiewer Belegschaft Unterkünfte gemietet, die den Mitarbeitenden und ihren Familien zur Verfügung gestellt werden. Stihl übernimmt alle Kosten. Mit den Geschäftsführern der Vertriebsgesellschaften sowie mit Fachhändlern und Importeuren in den westlichen Nachbarländern Polen, Ungarn, Rumänien und Slowakei wurde außerdem ein Patenschaftsprogramm ins Leben gerufen, über welches die ukrainischen Stihl-Beschäftigten direkte Hilfe bekommen können, wenn sie die Ukraine über diese Grenzen verlassen. Ansprechpartner unterstützen dann bei Transport, Unterkunft, Verpflegung und Kleidung sowie, wenn notwendig, medizinischer Hilfe. Die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft innerhalb der gesamten Stihl-Gruppe seien sehr groß.

Kabelbäume, Schaltgeräte und Gummiteile sind knapp

Fraglos wird die russische Invasion in der Ukraine sich auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Die Situation freilich bleibt komplex, entwickelt sich täglich sehr dynamisch – der weitere Verlauf ist unsicher. Prognosen scheinen kaum möglich. Der Krieg mit seinen Folgen verschärft die Materialknappheit, die seit Beginn der Corona-Pandemie besteht. Betroffen sind insbesondere Kabelbäume, Schaltgeräte und Gummiteile. Durch langfristige Partnerschaften mit Lieferanten habe Stihl schon frühzeitig versucht, Bestellungen zu erhöhen und Sicherheitsbestände aufzubauen – was aber wegen der Lieferengpässe nur bedingt gelungen ist. Derzeit hält das Unternehmen Ausschau nach alternativen Lieferquellen.

Energiepreise könnten sich 2024 auswirken

Derzeit liefert Stihl keine Waren nach Russland. Hinsichtlich des Embargos und Marktzulassungen erklärt das Unternehmen, sich an die gesetzlichen Anforderungen und Regularien zu halten.

Was Strom und Gas anbelangt, hat sich das Unternehmen für die Jahre 2022 und 2023 überwiegend durch bestehende Lieferverträge eingedeckt. Sollten die Energiepreise jedoch auf dem aktuellen hohen Niveau bleiben oder noch weiter steigen, sind von 2024 an spürbare Auswirkungen auf die Energiekosten zu erwarten. Das Unternehmen, versichert eine Sprecherin, arbeite kontinuierlich an der Steigerung seiner Energieeffizienz und versuche, die Eigenerzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen an den Standorten auszubauen. Und: „Wir unterstützen Bemühungen für eine größere Unabhängigkeit bei der Energieversorgung Deutschlands.“

Als weltweit agierendes Unternehmen spürt Stihl die Auswirkungen von Putins Krieg gegen die Ukraine auf verschiedenen Ebenen. Steigende Energiepreise sind zu befürchten, die Materialknappheit nimmt zu, Warenlieferungen an Russland sind eingefroren. Direkt an Leib und Leben bedroht sind die rund 40 Mitarbeitenden der Stihl-Vertriebsgesellschaft am Rand der Hauptstadt Kiew.

Die Stihl-Zentrale in Waiblingen steht mit der Vertriebsgesellschaft in Kontakt und hat der Belegschaft ihre

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