Waiblingen

Stinken die Bäume in Waiblingen?

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Sie sind verantwortlich für Tausende von Stadtbäumen in Waiblingen: Thorge Semder (links), Abteilungsleiter Grünflächen, und Roland Zink von der Städtischen Grün- und Baumpflege (Archivfoto). © ZVW/Alexandra Palmizi

Der Mann formuliert gern drastisch: „Waiblingen stinkt“, schreibt Christof Schmid unserer Redaktion. Er hat offenbar die Nase voll, und zwar von einigen Bäumen in der Altstadt. „Wer dieser Tage durch Waiblingen geht, dem müsste der üble Geruch, der durch die Straßen und Fußgängerzone zieht, auffallen. Es stinkt zum Himmel. Es stinkt wie auf einer öffentlichen Toilette. Verursacht durch die blühenden stinkenden Bäume.“

Konkret gehe es ihm um zwei Bäume beim Eiscafé „Gelateria Dana“ (Beim Hochwachtturm 8), antwortet er auf unsere Nachfrage. „Da will sich doch keiner hinsetzen bei so einem Gestank.“ Schlimm sei es außerdem auch in der Mayenner Straße.

„Als Anwohner fühle ich mich gestört“, so Schmid. „Was hat die Stadt gedacht, als sie diese Bäume pflanzen ließ? Im Herbst fallen noch die roten Früchte zu Boden und es wird glitschig.“ Seine Forderung an die Verwaltung: „Ersetzen Sie die Bäume gegen was Angenehmeres.“

Welche Bäume sondern den "Gestank" ab? Der Grünflächen-Chef hat eine Vermutung

Wie reagiert die Stadt darauf? Thorge Semder, Leiter der Abteilung Grünflächen und Friedhöfe, versucht, die Wogen zu glätten. Der Geruch könne in der Tat zu gewissen Zeiten intensiv sein – das gehe aber schnell vorüber und werde nicht von allen als störend wahrgenommen. Bei den kritisierten Bäumen handle es sich vermutlich um die Gattung Crataegus (Rot-, Weiß-, Apfeldorn, etc.). Der Apfeldorn sei ein beliebter Straßenbaum, den die Stadt auch weiterhin pflanzen werde, und zwar aus diesen Gründen: „Er bleibt klein; er hat dekorative Früchte, die auch Vögeln als Nahrung dienen; und er ist trockenheitsresistent.“

Thorge Semder: "Das ist Natur" - Waiblingen bemühe sich um optimalen Standort für jeden Baum

Jeder Stadtbaum, so der Grünflächen-Chef, habe Vor- und Nachteile. „Manche Bäume werden Anwohnern zu groß, machen zu viel oder zu wenig Schatten. Der Honigtau bei der Sommer-Linde macht zwar das Auto klebrig; die Lindenblüten bieten dafür sehr viel Nektar. Kastanien können Dellen verursachen; Kinder aber auch damit basteln. Platanen haben feine Härchen, die zwar Staub binden, jedoch Reizhusten bei Baumpflegern verursachen können. Eichen haben eventuell den Eichenprozessionsspinner; Eichhörnchen legen wiederum mit gesammelten Eicheln Vorräte für den Winter an.“ Semder weiter: „Das ist Natur.“ Die Stadt bemühe sich jedoch, dass der optimale Baum am jeweiligen Standort stehe.