Waiblingen

Stoffladen Cosa in Waiblingen: Trotz Krisen inzwischen etabliert

Stoffladen Cosa
Sarah Schmidt (links) und Cornelia Kinne helfen den Kunden bei der Auswahl des richtigen Stoffes. © ALEXANDRA PALMIZI

In der Waiblinger Innenstadt schließen Geschäfte, aber es gibt auch Lichtblicke: Beispiel: der Stoffladen „Cosa“, kurz vor Corona eröffnet – und trotz widriger Umstände inzwischen etabliert. Wenn „Cosa“ öffnet, haben Sarah Schmidt und Cornelia Kinne alle Hände voll zu tun.

Dann gilt es Stoffe zu schneiden, Nähtipps zu geben und Kunden zu beraten. Mit Blick auf Fasching sind aktuell besonders Stoffe für Kostüme gefragt. „Vom Marienkäfer bis zum Löwen ist alles dabei“, sagen die beiden Geschäftsführerinnen. Nicht nur zu Fasching, sondern über das ganze Jahr hinweg kommen Nähbegeisterte in den Stoffladen, um sich mit Material einzudecken. Corona hatte, so Kinne, trotz allem etwas Gutes. Mit der Pandemie haben nämlich viele Menschen ihre Nähmaschinen wieder aus dem Keller geholt. Und ein altes, neues Hobby wiederentdeckt.

Pandemie, Krieg und Inflation haben Auswirkungen auf das Geschäft

Vor drei Jahren ahnten die beiden Frauen noch nichts von dieser Entwicklung. 2019 eröffneten Cornelia Kinne (54) und Sarah Schmidt (43) in Nachfolge des Stoffwarengeschäfts Eisele den Stoffladen „Cosa“. Der Name „Cosa“ setzt sich dabei aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen der Inhaberinnen zusammen. „Wir hatten gute erste drei Monate“, erinnert sich Sarah Schmidt. Dann kam die Pandemie. Und eine enorme Nachfrage nach Baumwollstoffen und Gummibändern. „Viele Leute haben sich Masken selbst genäht.“ Teilweise hätten die Leute auf dem Bürgersteig Schlange gestanden, ein bis zwei Stunden Wartezeit in Kauf genommen.

Heute muss niemand mehr so lange warten und die Kundschaft ist vielfältiger denn je. „Vom Nähanfänger bis zur betagten Oma ist alles dabei“, sagt Cornelia Kinne. Gerade durch die weltpolitischen Ereignisse der vergangenen Monate gehe der Trend wieder zum Wiederverwerten und -verwenden von alten Dingen. „Man merkt schon, dass Kunden nach Reißverschlüssen fragen, Löcher stopfen und Kaputtes wieder reparieren wollen“, sagt Sarah Schmidt. Wie für so viele Dinge im alltäglichen Leben sind auch die Preise für Stoffe gestiegen.

Besonders Baumwolle ist teurer geworden

Baumwolle sei besonders teuer geworden, so die 54-Jährige. „Bis zu 30 Prozent teurer“, sagt sie. Aber: Dass die Stoffpreise gestiegen sind, betreffe auch alle anderen Arten von Stoff. Auch für Kurzwaren, wie Knöpfe, Zwirne, Schnallen, Nadeln und Reißverschlüsse, sind die Preise gestiegen. Auch wenn die Ware im Einkauf für den Stoffladen Cosa teurer wird, wollen Sarah Schmidt und Cornelia Kinne die Kosten nicht komplett an die Kundschaft abgeben. „Wir versuchen das abzufedern“, sagt Sarah Schmidt.

Trotz allem ist das Interesse am Nähen und Stricken nicht abgebrochen. Viele Kundinnen und Kunden kommen mit klaren Vorstellungen in den Laden, wie das Nähprojekt aussehen soll. „Beratung ist das A und O“, sind sich die Geschäftsführerinnen einig. Das sei auch der Vorteil gegenüber dem Online-Handel. Wenn die Kunden dann auch noch das maßgeschneiderte Stück beim nächsten Einkauf zeigen, freuen sich die Frauen immer. „Das ist das schönste Lob.“ Die Inhaberinnen lassen es sich nicht nehmen, selbst Kleidung zu nähen und im Laden auszustellen.

Nähen bleibt ein seltenes Hobby

„Wenn wir von einem neuen Stoff begeistert sind, wollen wir den Kunden zeigen, was man daraus machen kann“, sagt Cornelia Kinne. Diese Einzelstücke können auch erworben werden, wenn der Stoff abverkauft wurde. „Viele fragen uns auch, ob wir Nähaufträge annehmen“, sagt Sarah Schmidt. Und obwohl die beiden Frauen seit dem Jugendalter nähen, bleibt ihnen dafür neben der Selbstständigkeit nicht genügend Zeit. Das Nähen sei ein „seltenes Hobby“.

Und diejenigen, die mit dem Nähen anfangen möchten, bekommen im Stoffladen Tipps und Tricks: „Das passiert täglich“, sagt Sarah Schmidt. Die 43-Jährige bietet auch Nähkurse im eigenen Atelier in Fellbach an. Begonnen werden sollte mit einfachen Schnittmustern, wie beispielsweise mit dem Nähen einer Kulturtasche mit Reißverschluss, einem Rock oder einer einfachen Bluse.

„Gerade Anfänger sollten feste Stoffe benutzen, die sich nicht während des Nähens verziehen“, sagt ihre Geschäftspartnerin. In den nächsten Wochen wird die Frühjahrs- und Sommerware 2023 geliefert. Mit dabei seien leichte Stoffe in kräftigen Farben wie senfgelb und rot. „Im Vergleich zum vergangenen Jahr mit den Pastelltönen sind das richtige Knallfarben“, sagt die 54-Jährige.

In der Waiblinger Innenstadt schließen Geschäfte, aber es gibt auch Lichtblicke: Beispiel: der Stoffladen „Cosa“, kurz vor Corona eröffnet – und trotz widriger Umstände inzwischen etabliert. Wenn „Cosa“ öffnet, haben Sarah Schmidt und Cornelia Kinne alle Hände voll zu tun.

Dann gilt es Stoffe zu schneiden, Nähtipps zu geben und Kunden zu beraten. Mit Blick auf Fasching sind aktuell besonders Stoffe für Kostüme gefragt. „Vom Marienkäfer bis zum Löwen ist alles dabei“, sagen die beiden

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