Waiblingen

Streichelzoo: Klein-Wilhelma bei Kleinhegnach

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Schweinchen Pauli. © Habermann / ZVW
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Die Geflügelhof- und Streichelzoo-Chefs Brahim Safi und Sandra Ludwig. © Habermann / ZVW
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Vom Zaun aus lassen sich die Tiere immer bewundern. Wer in den Stall möchte, muss sich vorher anmelden. © Habermann / ZVW
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Hühner, Ziegen und Schweine leben einträchtig zusammen. © Habermann / ZVW
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Kaninchen in der Stroh-Höhle. © Habermann / ZVW
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Auch Lamas gehören zum Streichelzoo. © Habermann / ZVW

Waiblingen. Auf dem Geflügelhof Ludwig leben fast 35 000 Legehennen – aber nicht nur: In den vergangenen zwei Jahren hat die Familie gegenüber dem Hofladen einen Streichelzoo aufgebaut. Lamas, Ziegen, Perlhühner, Gänse, Enten, Hasen und zwei niedlich-dicke Hausschweine haben in Kleinhegnach bei Waiblingen ein Zuhause.

Munter schnatternd läuft eine Schar Gänse im Kreis, Kaninchen hoppeln durchs Stroh, irgendwo kräht ein Hahn – und mittendrin hockt das schwarze Schweinchen Pauli und kaut genüsslich. Mit Steckdosen-Nase, spitzen Öhrchen und gepflegtem Fell wirkt das Pummelchen vom Fleck weg sympathisch. Auf der Hegnacher Höhe über den Dächern Waiblingens hat die Familie Ludwig einen Streichelzoo aufgebaut, der mittlerweile 80 bis 90 Tiere umfasst.

Wer aus Richtung Westtangente oder Ameisenbühl die Abkürzung zum Stihl-Werk oder zur Klingelestalstraße nach Neustadt nimmt, kommt automatisch daran vorbei. Ein kleiner Stopp zwischendurch lohnt sich. „Der Erholungseffekt hier ist der Wahnsinn“, sagt die 45-jährige Sandra Ludwig, „wenn ich hier zwei Stunden sitze, dann ist es, als wäre ich zwei Tage fort gewesen.“

Mit einem Nymphensittich fing alles an

Schon vor etwa 20 Jahren begann Geflügelhof-Gründer Gerhard Ludwig mit der Haltung einiger Ziegen. Doch den Auslöser für den Aufbau des Streichelzoos gab vor etwa zwei Jahren ein Nymphensittich: Er war der Familie zugeflogen und Tochter Lina und Sohn Ryan hatten sich gleich verliebt. Allerdings fand sich die glückliche Besitzerin wieder – und die Kinder mussten sich vom gefiederten Freund trennen.

„Wenn man loslassen kann, weiß man nie, was man zurückbekommt“, sagte die Mutter den Kindern damals. Es kam viel mehr als gedacht, erst ein neuer Nymphensittich – und von da an kam ein Tierchen zum anderen. Nicht zuletzt ging ein Kindheitswunsch ihres Papas Brahim Safi in Erfüllung: „Ich habe immer davon geträumt, Tierarzt zu werden und mit Tieren zu arbeiten.“

Streichelzoo: Ein Hobby für die ganze Familie

Geworden ist er – wie seine Frau Sandra Ludwig – Betriebswirt. Aber jetzt ist der Streichelzoo Hobby Nummer eins für die ganze Familie und soll in Verbindung mit Spielgeräten und Picknick-Möglichkeiten eine Attraktion für Kinder sein.

Spontane Besuche in den Ställen sind nur mit etwas Glück möglich, da das Gelände (noch) nicht permanent mit einer Aufsicht besetzt ist. Kindergärten und Schulklassen waren jedoch bereits zu Besuch, Kindergeburtstage wurden auf dem Areal ebenfalls schon gefeiert. Die Besucher konnten auch die Hühnerställe und die Eier-Färberei besichtigen.

Ein Leben jenseits von Supermärkten und Playstations

Brahim Safi und Mitarbeiter kümmern sich um die Tiere, die als Leckerbissen täglich die Reste vom Hofladen verspeisen dürfen. Wichtig: Die Mitarbeiter im Streichelzoo sind nicht die gleichen wie in den Hühnerställen – wegen der Kontaminierungsgefahr.

An Ideen für die Weiterentwicklung mangelt es Sandra Ludwig nicht. Am liebsten würde sie Kindern „eine andere Dimension“ des Lebens jenseits von Supermärkten und Playstations zeigen: Landwirtschaft vom Streuobst zum Apfelsaft, vom Schaf zur Wolle, von der Kuh zum Käse. Ob jemals etwas daraus wird, liegt auch an den zuständigen Behörden.

Zicklein Pontus wuchs am Babyfläschchen auf

Kälte sind die Tiere gewohnt, nachts ziehen sie sich in ihre Hütten zurück. Manche der Zoo-Bewohner wurden den Ludwigs von Bekannten geschenkt, die keinen Platz dafür hatten. Andere sind vor Ort geboren. In einem Fall musste Brahim Safi den Tierarzt rufen, weil eine Mutterziege sich mit Drillingen quälte.

Zicklein Pontus kam zur Familie, weil es von seiner Mutter abgelehnt wurde. Mit dem Babyfläschchen zogen sie es groß – heute ist Pontus längst flügge und hopst selbstbewusst zwischen seinen Artgenossen umher. Ein eitler Mitbewohner hat es zum Fernsehstar gebracht: Der Pfau hatte sich nach Oeffingen aus dem Staub gemacht. Die Story seiner Rückkehr filmte ein TV-Sender. Weil es Valentinstag war, heißt er nun Valentin.
 

Der Geflügelhof

Im Jahresdurchschnitt sind im Geflügelhof etwa 30 000 Hühner untergebracht. Die Stallungen unterliegen der laufenden Kontrolle durch den Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen. Die Eier sind gentechnikfrei.

Anmeldungen von Kindergruppen für den Streichelzoo über den Hofladen unter Telefon 07151 53616.