Waiblingen

SV Hegnach feiert 75 Jahre Vereinsgeschichte mit Fest und Jubiläumsbier

SV Hegnach
Iris Rau (Geschäftsstelle SV Hegnach), stellvertretender Vorsitzender Simeon Neumann und Karl-Heinz Bareiss geben im Gespräch Einblicke in das geplante Festprogramm zum Jubiläum sowie das Vereinsleben früher und heute. © Büttner

Vor ziemlich genau 75 Jahren, am 7. Juni 1947, gründen Karl Lang, Karl Pantle, Herrmann Laible, Alfred Lang als Vorstandsmitglieder sowie 30 weitere Sportbegeisterte den SV Hegnach im Gasthaus Hirsch. Diesen Festakt feiert der heute rund 650 Mitglieder starke Sportverein mit einem Festwochenende am Samstag, 2., und Sonntag, 3. Juli, sowie vielen weiteren Aktionen.

75 Jahre später trifft man sich nur wenige Schritte vom Hirschen entfernt in der Geschäftsstelle des SV Hegnach im Rathaus, die Iris Rau unter ihren Fittichen hat, zum Gespräch. Karl-Heinz Bareiss ist da, der viele Jahre Teil des Vorstands war und vor 50 Jahren das 25-jährige Jubiläum vorbereitete, sowie der aktuell Zweite Vorsitzende des Vereins Simeon Neumann, wenn auch aufgrund seines Arbeitspensums per Video zugeschaltet. Im vergangenen Jahr habe man sich schon entschieden, dass das Jubiläum gefeiert werden soll, erinnert sich Neumann, der im Festkomitee den Vorsitz übernommen hat. Schnell waren sich die Organisatoren einig, dass es aufgrund der unsicheren Lage der Corona-Pandemie kein ganz großes Fest sein soll, sondern das Jubiläum mit verschiedenen Aktionen gefeiert werden soll.

Der ersten Aktion im Februar machte die Pandemie gleich einen Strich durch die Rechnung. Vorgesehen war eigentlich ein Kinderfasching in Form einer Rallye für alle Hegnacher. Aufgrund der Hygieneauflagen und Abstandsregeln konnte dies nur Mitgliedern angeboten werden, die mit ihren Eltern, kostümiert versteht sich, eineinhalb Stunden in Faschingslaune auf den Straßen und Gassen von Hegnach verbrachten.

Jubiläumsbier: Hegnacher Stolz

Anlässlich des Jubiläums gab das Festkomitee außerdem ein Jubiläumsbier in Auftrag, das Hegnacher Stolz, das an drei Terminen verkauft sowie am Festwochenende im Juli ausgeschenkt werden soll. Ein weiterer Verkaufstermin ist Samstag, 25. Juni, von 11 bis 13 Uhr auf dem Sportgelände am Hartwald. Das Bier stammt von der Familienbrauerei Stolz in Isny im Allgäu, zu welcher Neumann einen persönlichen Kontakt pflegt und mit deren goldenem Saft er die Hegnacher schon während der Pandemie versorgt hat, um die Familie zu unterstützen, als Feste abgesagt waren und Einnahmen ausblieben. Das Pfandgeld des Festbiers werde in den meisten Fällen an die Jugendabteilung gespendet, weiß Iris Rau.

Das Festwochenende am Samstag, 2., und Sonntag, 3. Juli, stellt sicherlich den Höhepunkt der Feierlichkeiten dar. Am Sonntag, 25. September, können bei „Hegnach bewegt“ Interessierte zudem unterschiedliche Sportarten ausprobieren wie etwa Parkour, Karate, Kindertanz oder Hip-Hop sowie den Klassiker Fußball.

Als Karl-Heinz Bareiss Teil des Vorstands war, bot der SV Hegnach seinen Mitgliedern nicht annähernd so viele Möglichkeiten. In den Anfangsjahren war Fußball zunächst die Hauptdisziplin, später folgten Tischtennis, Frauenturnen, Versehrtensport, Geräteturnen und Kinderturnen.

Neue Flutlichtanlage dreht dem gesamten Hartweg den Strom ab

Als 1974 Karl-Heinz Bareiss zum Vorsitzenden gewählt wurde, hatte das Fußballfeld noch keine Flutlichtanlage. Diese haben Mitglieder und entsprechende Fachmänner gebaut und selbst aufgestellt. Der damalige Hegnacher Bürgermeister Alfred Entenmann habe Bareiss darauf hingewiesen, dass der Wald, der an das Spielfeld angrenzt und an dessen Grenze Flutlichter aufgestellt wurden, dem Land Baden-Württemberg gehöre. „Es geht nicht, dass da einfach Lichter aufgestellt werden“, habe er den Vorsitzenden geschimpft. Daraufhin hat sich Karl-Heinz Bareiss auf den Weg nach Winnenden zum Oberforstamt gemacht. Dort habe ein verantwortlicher Dr. Heiland den Sportbegeisterten geraten, dass sie die das Stück Wald dem Land abkaufen sollen, die Flutlichtanlage darauf errichten und später es dem Land zurückschenken sollen. So tat es der SV Hegnach auch.

Als endlich die Flutlichter standen, griff Bürgermeister Entenmann ein weiteres Mal ein. „Ihr dürft das Ding auf keinen Fall einschalten“, habe er den Verantwortlichen des Sportvereins geraten. Darauf wollte aber keiner hören, die Anlage wurde eingeschaltet und der gesamte Hartweg sei ohne Strom dagestanden. Später sei über das Umspannwerk die Stromverteilung entsprechend angepasst worden, so dass es keine weiteren Probleme gegeben habe.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt

Mittlerweile blickt Bareiss auf mehr als 50 Jahre Vereinszugehörigkeit zurück. 2019 wurde er hierfür geehrt. Als aktiver Fußballer und selbstständiger Friseurmeister (das Geschäft führt mittlerweile Sohn Andreas) habe Karl-Heinz Bareiss viele Freunde durch den Verein gewonnen, aber auch viele Kunden. Beruf und Ehrenamt haben sogar dazu geführt, dass er in den Ortschaftsrat des bis 1975 selbstständigen Hegnach gewählt wurde. Nach seiner Zeit als Vorsitzender des Sportvereins engagierte sich Bareiss zwei weitere Jahre als Schriftführer und zwölf Jahre als Kassier.

Aktuell sei der Sportverein Hegnach gut aufgestellt, meint stellvertretender Vorsitzender Simeon Neumann. Während viele Vereine klagen, dass sich immer weniger junge Leute engagieren wollen, kann der SV Hegnach von sich behaupten, dass „es gut durchmischt ist“, so der 34-Jährige. Ungefähr die Hälfte der Ehrenamtlichen des Festkomitees seien unter 40, meint er. Die Helfer zum Jubiläum seien in mehr als 100 Schichten inklusive Auf- und Abbau eingeteilt, so Neumann stolz.

Zweiter Vorsitzender Simeon Neumann ist mit dem Verein aufgewachsen

Vielleicht müsse man Vereinsromantiker sein, damit man solch einen Job im Vorstand wie er als Zweiter Vorsitzender übernimmt. Er selbst sei mit dem SV Hegnach groß geworden, seine Großeltern führten viele Jahre die Vereinsgaststätte. Mit dem Vorsitzenden Otmar Blum habe er sich die Aufgaben aufgeteilt und damit auch die Verantwortung. Blum kümmert sich um die aktuell größte Abteilung Turnen sowie Karate, Neumann um den Fußball, wozu etwa auch die Bezahlung von Schiedsrichtern und die Trainerpauschale zählten. Der Leistungsgedanke unter den Kindern sei vor allem im Fußball stärker geworden, so Neumann, wodurch auch die Konkurrenz zu anderen Vereinen wachse.

Gebe es aber solche Leute wie Simeon Neumann nicht, die bereit sind, im Ehrenamt Verantwortung zu übernehmen, würde das Vereinsleben langsam aussterben, ist sich der 34-Jährige sicher. Dabei haben der Verein und seine Mitglieder noch eine ganz andere Rolle: „Wir vermitteln Werte“, betont der zweifache Familienvater.

Vor ziemlich genau 75 Jahren, am 7. Juni 1947, gründen Karl Lang, Karl Pantle, Herrmann Laible, Alfred Lang als Vorstandsmitglieder sowie 30 weitere Sportbegeisterte den SV Hegnach im Gasthaus Hirsch. Diesen Festakt feiert der heute rund 650 Mitglieder starke Sportverein mit einem Festwochenende am Samstag, 2., und Sonntag, 3. Juli, sowie vielen weiteren Aktionen.

75 Jahre später trifft man sich nur wenige Schritte vom Hirschen entfernt in der Geschäftsstelle des SV Hegnach im

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