Waiblingen

Tanzschule statt Biergarten im Ameisenbühl

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Daniel Zambon und seine Frau Nadine eröffnen im Ameisenbühl eine große Tanzschule. © Pöschko-Kopp / ZVW
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Wo früher Pflanzen verkauft wurden, soll getanzt werden. © Edgar Layher

Waiblingen. Tanzen statt Biertrinken: Statt eines Biergartens entsteht auf dem ehemaligen Areal der Gärtnerei Grüninger im Ameisenbühl eine Tanzschule. Daniel und Nadine Zambon von der Tanzschule „fun and dance“ haben das Grundstück gekauft und planen auf zwei Etagen vier Tanzsäle, ein Tanzcafé und eine Terrasse zu bauen. Baubeginn ist voraussichtlich kommendes Jahr. Ziel ist laut Daniel Zambon, die 1400 Quadratmeter große neue Tanzschule 2019 zu eröffnen.

Schon lange hatten Zambons das Eckgrundstück am Rande des Ameisenbühls im Visier. Ideal erschien es ihnen aufgrund seiner Lage, vor allem aber wegen seiner Parkplatzsituation. Mit Parkplätzen sind sie in der ständig verstopften Fronackerstraße derzeit wahrlich nicht verwöhnt: „Es ist eine Katastrophe“, sagt Daniel Zambon. „Für manche Leute ist das echt ein Ausschlusskriterium.“ Nicht nur bei den Kursen, in denen Mütter ihre Babys zum Training mitbringen, sind Parkplätze ein wichtiges Argument.

In absehbarer Zeit hat er das Problem hinter sich. Der neue Standort auf dem 2570 Quadratmeter großen Grundstück nahe des Bahnhofs ist optimal, auch Platz fürs Parken ist dann genug vorhanden.

Fünf Jahre lang nach Grundstück gesucht

Fünf Jahre lang waren die beiden Tanzschulen-Inhaber auf der Suche nach einem Grundstück. Doch das Grüninger-Gelände ging, wie berichtet, an Jens Täuber, der dort eine Wichtel-Brauereigaststätte und einen Biergarten bauen wollte. Die Pläne platzten, aufs Neue meldeten Zambons ihr Interesse an. Zunächst wieder vergeblich, ein anderer Interessent machte zunächst das Rennen, bis die Tanzschule am Ende doch noch den Zuschlag bekam.

Seit Mitte Oktober gehört das Grundstück nun den Zambons, die ersten Planungen stehen. Derzeit wird ein Generalunternehmer gesucht, sagt Daniel Zambon.

Musikschule hat Interesse an Räumen im Neubau

Geprüft werde auch, ob die Musikschule Unteres Remstal im Neubau untergebracht werden könnte. Die hat Interesse angemeldet, jetzt werde sondiert, ob die Schule in den Neubau passt.

Entstehen sollen dort laut Zambon vier Tanzsäle und ein Tanzcafé, in dem die Menschen – nicht nur Kursteilnehmer, sondern auch von außerhalb – abends ab 18 Uhr tanzen können: „Geöffnet für Leute, die sich gern bewegen“, sagt Zambon. Tanzen, Fitness und Events bietet er schon jetzt an, den Eventbereich für Feiern und Partys will er in den neuen Räumen weiter ausbauen. Keine Gastroküche, aber Snacks und Getränke will er anbieten, bei Events mit Caterern zusammenarbeiten.

Zambon: "Ich wollte eine eigene Schule"

Seit 2002 gibt es die Tanzschule „fun and dance“ in Waiblingen. Damals übernahmen Daniel und Nadine Zambon die Räume der ehemaligen Tanzschule Sauber.

Zambon (47), gelernter Industrieelektroniker, hatte in Augsburg eine vierjährige Ausbildung zum Tanzlehrer absolviert und zehn Jahre an der Tanzschule Burger-Schäfer in Stuttgart unterrichtet. „Ich wollte eine eigene Schule“, erzählt er. Heute ist seine Tanzschule an sieben Tagen die Woche von 10 bis 23 Uhr geöffnet und beschäftigt sieben fest angestellte Tanzlehrer und fünf Auszubildende.

Der Älteste beim Zumba ist 86

In Endersbach gibt es seit 2013 eine Filiale, die Schule läuft: „Morgens kommen zu uns Senioren, um sich fit zu machen“, berichtet Zambon. „Der Älteste beim Zumba ist 86!“

Dass manche den Gesellschaftstanz für tot erklärt haben, kann er nicht nachvollziehen. „Tanzen war nur out, wo man es kompliziert unterrichtet hat“, meint er. Er selbst setzt in seiner Schule auf „easy“. Samba werde zum Beispiel in einer vereinfachten Version unterrichtet, und die Leute hätten einen Riesenspaß dabei.

"Tanzen muss easy sein"

Dasselbe gelte für die Elternkurse, in denen gereifte Damen und Herren in einer Schnellbleiche für den Abschlussball ihres Nachwuchses flottgemacht werden: Auch diejenigen, die sich seit 40 Jahren nicht auf die Tanzfläche gewagt haben, seien begeistert. „Tanzen muss easy sein, Spaß machen und gut aussehen“, ist seine Devise. Er selbst schaue am liebsten den Paaren zu, die Spaß am Tanzen haben und nicht denen, die die Figuren tadellos aufs Parkett bringen.


Musikschule

Die Musikschule Unteres Remstal, die derzeit in der Comeniusschule und in der Max-Eyth-Straße logiert, hat ihr Interesse signalisiert, in den Neubau der Tanzschule mit einzuziehen. Erste Gespräche laufen, sagte gestern Oberbürgermeister Andreas Hesky.

Hintergrund: Eltern und Schüler drängen seit längerem immer wieder auf die Verbesserung der Unterrichtssituation.