Waiblingen

Team Lastenrad sucht Mitstreiter beim Waiblinger Stadtradeln

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Ariane Kordeuter mit ihrer Tochter auf dem Lastenrad. © Ralph Steinemann Pressefoto

Die einen nutzen ihr Fahrrad in der Freizeit, um in den Biergarten zu radeln, immer mehr Menschen fahren damit auch täglich zur Arbeit. Ariane Kordeuter setzt da noch eins drauf: Sie nutzt ihr E-Bike auch, um jeden Tag alle möglichen Lasten zu transportieren. Mittlerweile bleibt ihr Auto fast ständig ungenutzt in der Garage stehen. Nun sucht sie Mitstreiter: Beim diesjährigen Stadtradeln sollen sich Gleichgesinnte in einem Team Lastenrad zusammenfinden – zum Austausch und wenn möglich irgendwann auch für gemeinsame Ausfahrten. „Wir möchten das diesjährige Stadtradeln in Waiblingen nutzen, um möglichst viele Menschen miteinander zu vernetzen, die Lastenrad fahren oder ihren Alltag fast ohne Auto bestreiten“, so die 35-Jährige. Im vergangenen Jahr ist sie beim Stadtradeln noch im Team Rinnenäcker mitgeradelt, dieses Jahr wird sie mit einem eigenen Team an den Start gehen. Das soll aber nicht nur für den Stadtteil offen sein, sondern für die ganze Stadt. „Dabei sein dürfen alle, die das Gerümpel des Alltags auf dem Fahrrad transportieren: Einkäufe, Getränke, Möbel, Bretter vom Baumarkt.“ Immer wieder sehe sie auch andere Leute mit einem Lastenrad vorbeifahren. „Es ist eine schöne Art, in der Stadt voranzukommen“, findet sie.

Vom Rennrad zum Lastenrad

Schon vor fünf Jahren beschloss die schmale Gymnasiallehrerin für Deutsch, Bio und Naturwissenschaft und Technik (NWT), mehr Rad zu fahren. Damals kaufte sie sich ein Rennrad, an das im Laufe der Zeit aber immer mehr angebaut worden sei, um Gepäck mitnehmen zu können. „Dann kam unsere Tochter auf die Welt“, erzählt Ariane Kordeuter. Und das Rennrad war im Alltag endgültig untauglich geworden. Die lastentaugliche Alternative war ein Longtail-Lastenrad mit einem langen Gepäckträger und einem Anhänger. Den Wocheneinkauf packt sie jetzt in die Radtaschen, Getränkekisten kommen auf den Anhänger. Und selbst Beifahrer sind kein Problem: „Auf dem Gepäckträger können zwei Kinder oder eine erwachsene Person mitfahren“, erklärt Ariane Kordeuter. In diesem Jahr wurde eines der Autos der Familie verkauft, ein Kombi steht noch in der Garage: „Ein Vernunftsauto“, sagt Ariane Kordeuter. „Das ist noch da, weil man es vielleicht mal brauchen könnte.“

Auch eine Kinderrutschbahn hat sie schon transportiert

Doch diese Gelegenheiten werden immer seltener. Ariane Kordeuter hat mit ihrem E-Bike bereits eine Kinderrutschbahn transportiert und im Baumarkt gekaufte Bretter nach Hause gefahren. „Das geht ganz unspektakulär“, versichert sie. „Man muss nur die Entscheidung fällen.“ Die meisten Leute seien aufs Auto geprägt, aber sehr oft könnten Transportprobleme auch anders gelöst werden. Sätze wie „das geht doch nicht, man kann doch nicht ...“ gelten nicht für sie: „Es geht sehr wohl“, versichert die Lehrerin. Viele Autofahrten im Alltag könnten durch das Fahrrad ersetzt werden – es müssten ja nicht gleich alle sein. Überzeugt ist sie, dass im Transportverhalten der Menschen ein Wandel stattfinden wird und bereits begonnen hat. Auch ihr Mann fahre inzwischen gerne Fahrrad und genieße das Radeln. Sie selbst hat mit dem Bike seit Februar 700 Kilometer zurückgelegt. Wegen Corona fielen die Fahrten zur Arbeit nach Schorndorf weg.

Stadtradeln startet am 21. Juni

Die Aktion „Stadtradeln – Radeln für ein gutes Klima“ startet am Sonntag, 21. Juni, und ist eine vom Klimabündnis entwickelte Kampagne zur europäischen Mobilitätswoche, die in vielen Kommunen stattfindet. Mitmachen können die aktiven Radfahrer aus Waiblingen sowie alle Personen, die in der Stadt arbeiten, einem Verein angehören oder eine Schule besuchen. Bereits zum elften Mal treten Menschen für den Umweltschutz in die Pedale. Gemeinsame Auftakt- und Abschlussveranstaltungen wird es dieses Jahr allerdings nicht geben. Wer mitfahren will, registriert sich unter www.stadtradeln.de/waiblingen.

Ziel: Auf das Auto verzichten

Ziel ist es, von 21. Juni bis 11. Juli möglichst oft auf das Auto zu verzichten. Beim Kilometersammeln wird Kohlendioxid eingespart, außerdem besteht die Aussicht, „Stadtradel-Star“ zu werden. Für die Teilnehmer gibt es Preise, die von den Unterstützern gespendet wurden. Wer mitfahren möchte, kann einem schon bestehenden Team beitreten oder selbst eines gründen. Eine Gruppe von Lastenradlern war noch nie von der Partie.

Im vergangenen Jahr haben die 487 teilnehmenden Radlerinnen und Radler in 31 Teams über eine Strecke von insgesamt 124 742 Kilometer etwa 18 000 Kilogramm Kohlendioxid eingespart. Aus Anlass der zehnten Stadtradel-Runde war ein Sonderwettbewerb für Schulen ausgelobt worden, gesponsort von der Kreissparkasse Waiblingen. Sieger – auch der Teamwertung insgesamt – wurde das Salier-Gymnasium mit 14 322 Kilometern, was bei 71 Teilnehmern 202 Kilometer pro Kopf bedeutet. So sparten die „Salier“ in den drei Wochen des Stadtradelns mehr als zwei Tonnen Kohlendioxid ein. Fast gleichauf lag das Team „Erhartskirche on Tour“ aus Hohenacker mit 13 509 Kilometern, aber nur 37 Teilnehmern. Dritter wurden die Radler vom BBW Waiblingen.

Die einen nutzen ihr Fahrrad in der Freizeit, um in den Biergarten zu radeln, immer mehr Menschen fahren damit auch täglich zur Arbeit. Ariane Kordeuter setzt da noch eins drauf: Sie nutzt ihr E-Bike auch, um jeden Tag alle möglichen Lasten zu transportieren. Mittlerweile bleibt ihr Auto fast ständig ungenutzt in der Garage stehen. Nun sucht sie Mitstreiter: Beim diesjährigen Stadtradeln sollen sich Gleichgesinnte in einem Team Lastenrad zusammenfinden – zum Austausch und wenn möglich

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