Waiblingen

Telekom-Vertreter oder Betrüger an Haustür? Rentner aus Waiblingen ärgert sich

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Symbolfoto. © pixabay.com/3844228

„Ich finde es dreist, wie so was abläuft“: Bernd Heller (67) aus Waiblingen kann immer noch nicht fassen, was da am Mittwoch, 7. Dezember 2022, passiert ist. Zwischen etwa 14.30 Uhr und 15.30 Uhr klingelten bei ihm und seiner Frau im Wohngebiet Blütenäcker Unbekannte an der Haustür, die sich als Leute vorstellten, die im Auftrag der Deutschen Telekom Glasfaseranschlüsse für schnelleres Internet verkaufen. Nun hatte Bernd Heller aber keinen Termin mit der Telekom vereinbart, zudem ist er Kunde von Vodafone und es ist schon lange Zeit her, dass er mal einen Vertrag bei der Telekom hatte.

Rentner Bernd Heller rief am 7. Dezember beim Polizeirevier Waiblingen an

Der Rentner dachte daher erst, dass es sich vielleicht um Betrüger handelt. Also rief er an diesem 7. Dezember nach eigener Aussage beim Polizeirevier Waiblingen an. Dort, so seine Aussage, habe man ihm gesagt, dass dies tatsächlich Mitarbeiter einer Firma seien, die im Auftrag der Telekom unterwegs sind. Bernd Heller wurde von der Polizei gesagt, dass an diesem Mittwoch die Reisegewerbescheine der Mitarbeiter von der Polizei bereits kontrolliert worden seien und nicht zu beanstanden waren.

Polizei bestätigt: Die Leute waren im Auftrag der Telekom tätig

Holger Bienert, Leiter der Pressestelle des Polizeipräsidiums Aalen, bestätigt auf Nachfrage unserer Redaktion die Richtigkeit von Bernd Hellers Angaben. „Die Personen wurden durch die Polizei überprüft.“ Es komme regelmäßig vor, dass Vertriebsmitarbeiter der Telekom Haustürberatungen im Zuständigkeitsgebiet des Polizeipräsidiums vornehmen. Manchmal, so Bienert, kündige die Telekom das auch an und gebe folgenden Hinweise: „Für weitere Fragen können sich Bürgerinnen und Bürger gerne an die folgende Autorisierungshotline der Deutschen Telekom wenden. Hier kann der Vertriebsmitarbeiter unter Nennung der Personalnummer, die auf den Ausweisen zu finden ist, direkt autorisiert werden: 0800-8266347. Gerne können Sie bei Rückfragen auch zusätzlich auf den für den Ausbau Ihrer Kommune zuständigen Telekom-Regionalleiter zugehen.“

Die Aufregung wegen der Haustür-Geschäfte der Telekom beschränkt sich nicht nur auf Waiblingen. Ärger gab es etwa im Sommer 2022 auch in Schwaikheim, ebenso im Oktober 2022 in Remshalden.

Telekom-Sprecherin setzt auf Mix aus unterschiedlichen Vertriebsformen

Katja Kunicke von der Deutschen Telekom verweist darauf, dass ihr Unternehmen in seinen Ausbaugebieten einen Mix aus unterschiedlichen Vertriebsmaßnahmen nutzt, um möglichst viele Anwohnerinnen und Anwohner über die Produkte und Dienste zu informieren. „Dies ist insbesondere bei den neuen Glasfaseranschlüssen wichtig, denn ohne die Genehmigung kann der Anschluss nicht ins Haus gelegt werden.“ Zu den Vertriebsmaßnahmen zählen laut der Telekom-Sprecherin neben Anzeigenschaltungen, Bürgeranschreiben, dem Glasfaser-Infomobil, digitalen Infoveranstaltungen (www.telekom.de/glasfaser-events) und Bürgerveranstaltungen vor Ort auch der Direktvertrieb. „Über die Direktvermarktung kommen wir dem Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nach, dort über ihre technischen Möglichkeiten beraten zu werden, wo der Anschluss liegt – in ihrer Wohnung.“

Prinzipiell gilt es laut Katja Kunicke dabei, dass die in Auftrag arbeitenden Direktvermarkter sich stets ausweisen können. Sie würden Wohnungen nur betreten, wenn sie dazu aufgefordert respektive eingeladen würden. „Die Mitarbeitenden sind korrekt gekleidet und an ihrer Kleidung auch als telekom-zugehörig erkennbar.“ Die Mitarbeitenden führten Original-Telekom-Unterlagen bei sich und hielten eine Rufnummer für Rückfragen und eine Legitimierung ihres Auftrages bereit.

„So was finde ich äußerst mies“

Rentner Bernd Heller weiß zwar nun, dass keine Betrüger an seiner Haustür geklingelt haben – doch die Art und Weise, wie die Telekom hier Geschäfte machen möchte, gefällt ihm trotzdem nicht. „So was finde ich äußerst mies.“

„Ich finde es dreist, wie so was abläuft“: Bernd Heller (67) aus Waiblingen kann immer noch nicht fassen, was da am Mittwoch, 7. Dezember 2022, passiert ist. Zwischen etwa 14.30 Uhr und 15.30 Uhr klingelten bei ihm und seiner Frau im Wohngebiet Blütenäcker Unbekannte an der Haustür, die sich als Leute vorstellten, die im Auftrag der Deutschen Telekom Glasfaseranschlüsse für schnelleres Internet verkaufen. Nun hatte Bernd Heller aber keinen Termin mit der Telekom vereinbart, zudem ist er

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