Waiblingen

Tiere leiden unter Sommerhitze

Hitze Auto Hund symbol symbolbild symbolfoto
Hunde im Auto (Symbolfoto). © Benjamin Büttner

Waiblingen. Hunden, die im Auto zurückgelassen worden sind, droht ein Hitzschlag. Davor warnt der Tierschutzverein Waiblingen und Umgebung. Auch der Landestierschutzverband weist darauf hin, dass Tiere an den kommenden heißen Tagen unbedingt Schattenplätze und ausreichend Trinkwasser benötigen.

Jedes Jahr werden die heißen Sommertage vielen Tieren zum Verhängnis, heißt es in einer Pressemitteilung des Landestierschutzverbandes. Bereits jetzt häuften sich die Meldungen von Hunden, die aus aufgeheizten Autos gerettet worden oder einen grausamen Tod gestorben seien. So sind im Pressetext allein zwei Fälle von April und Mai gelistet, in denen insgesamt vier Hunde noch im Fahrzeug oder an den Folgen ihrer Überhitzung verendet sind.

Autos werden zum Backofen

Stehende Autos werden bei Sonneneinstrahlung umgehend zum Backofen. Da hülfen auch keine spaltweit geöffneten Fenster mehr, betont der Verband. Er verweist auf eine Studie der Universitäten von Kalifornien und Arizona, der zufolge sich Kleinwagen besonders schnell erhitzten.

In solchen Fahrzeugen seien im Schnitt schon nach 60 Minuten in der prallen Sonne bereits über 47 Grad gemessen worden – tödliche Temperaturen. Selbst wenn der Wagen im Schatten geparkt worden sei, seien die Innenraumtemperaturen nach zwei Stunden kritisch hoch gewesen.

Hunde können nicht schwitzen

Der Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Stefan Hitzler mahnt deshalb: „Hunde sollten bei Hitze grundsätzlich besser zu Hause bleiben. Selbst Autos, die im Schatten abgestellt waren, werden schnell zur Todesfalle, vor allem wenn die Sonne wandert. ... Hunde können nicht schwitzen, um ihre Körpertemperatur abzukühlen wie wir Menschen. Umso schneller erleiden sie einen Hitzekollaps, wenn es zu heiß wird.“

Oft helfe dann nur sofortiges Handeln. Der Landestierschutzverband ermutigt deshalb ausdrücklich alle Mitbürger, umgehend die Polizei zu informieren, wenn Hunde in offensichtlich überhitzten Autos zurückgelassen wurden und auf die Schnelle kein Besitzer ausfindig zu machen ist. Warnzeichen eines Wärmestaus seien Unruhe, starkes Hecheln oder Taumeln. Bei Krämpfen, Atemnot oder gar Bewusstlosigkeit bestehe akute Lebensgefahr. Zeigt ein Tier diese Symptome, sollte es schnellstmöglich befreit und zur Kühlung mit einem nassen Tuch bedeckt und sofort in eine Tierarztpraxis gebracht werden.

Alle Tiere brauchen Schatten und Wasser

Auch Käfige oder Außengehege von Kleintieren wie Vögeln, Kaninchen und Meerschweinchen dürfen zum Schutz vor Überhitzung niemals in der prallen Sonne stehen, weder im Gebäude noch außerhalb.

Weidetiere bekommen bei zu intensiver Hitzeeinwirkung ebenfalls massive gesundheitliche Probleme. Schatten und Wasser sind deshalb für alle Tiere im Freien unabdingbar. Rinder beispielsweise können ihren Wasserbedarf nicht ausschließlich über die im Futter gebundene Flüssigkeit decken.

Erwachsene Tiere brauchen täglich etwa 40 Liter Wasser, milchproduzierende Kühe sogar das Doppelte. Bei Hitze steigt der Bedarf. Ein Pferd benötigt im Sommer täglich 60 Liter Wasser. Auch für Schafe ist ausreichend Wasser lebensnotwendig.