Waiblingen

Tipps vom Obst- und Gartenbauverein Waiblingen-Neustadt: Mit Hausmitteln gegen Schädlinge

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Was den Gärtner ärgert, freut den Marienkäfer: Blattläuse. © Myriam Zilles/Pixabay

Während der coronabedingten Ausgangsbeschränkungen war Zuhausebleiben angesagt. Das haben viele Menschen genutzt, um Brot zu backen, auszumisten, aber auch, um mit dem Gärtnern anzufangen. Sie haben vielleicht Kräuter und Salate, Tomaten und Zucchini sowie Erdbeeren und Himbeeren angepflanzt. Nach einigen Wochen, in denen die Pflanzen frisch und gesund wirken, stellte sich bei manchen aber heraus: Irgendwas stimmt hier nicht.

Schwarze Blattläuse haben die Zucchini-Pflanzen zu ihrem Zuhause erklärt – kein Wunder, dass noch keine einzige Baby-Zucchini zu sehen ist –, und die Erdbeeren haben weiße Flecken. Die Google-Suche ergibt: Der Übeltäter heißt Mehltau. Was tun, wenn Schädlinge und Krankheitserreger die Pflanzen befallen, fragt sich der Laie. Und was kann man zur Vorbeugung tun?

Trockenheit und Staunässe stressen die Pflanzen

Helmut Schmalzried, stellvertretender Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Neustadt, gibt Antworten: „Das Wichtigste für die Pflanzengesundheit ist ein artgerechter Standort“, sagt Schmalzried. Zu viel Stickstoff durch Überdüngung zum Beispiel verursache, dass die Zellen der Pflanzen groß und weich werden. Auch bei sonnenliebenden Pflanzen, die im Schatten stehen, werden die Zellen schwach. „Dies sind gute Angriffsbedingungen für Krankheiten und Schädlinge.“ Die Angreifer haben es außerdem leichter, wenn die Pflanze durch Trockenheit, Staunässe und Nährstoffmangel gestresst ist, sagt Schmalzried. Unter Trockenheit leidende Pflanzen werden leichter von Blattläusen befallen. Viele Pflanzen bekommen auf nassen, schweren Böden Wurzelfäule.

Pflanzen, die zu lange zum Abtrocknen brauchen, werden leichter von Blattpilzen befallen – so wie Erdbeeren zum Beispiel. Diese benötigen daher einen luftigen Standort und sollten nicht zu nah aneinander gepflanzt werden. Außerdem sollten sie nur morgens gegossen werden, damit das Wasser einsickern kann, anstatt in der Hitze zu verdunsten. Dabei sollten aber die Blätter nicht nass werden.

Auf den Fruchtwechsel im Garten achten

Wenn sich auf den Blättern ein weißer, abwischbarer Belag bildet, ist das der Echte Mehltau. Dieser wird durch Schlauchpilze ausgelöst, kann aber zurückgedrängt werden. Helmut Schmalzried empfiehlt, fünf Gramm Backpulver in einem Liter Wasser aufzulösen und die Blätter damit zu besprühen. Stark befallene Blätter und Früchte sollten entfernt werden. Das ist auch dann wichtig, wenn sich auf der Erdbeerpflanze die Rotflecken- und Weißfleckenkrankheiten breitmachen. Die zwei Pilzkrankheiten treten oft gemeinsam auf, heißt es in mehreren Gartenportalen. Das Blattgewebe kann, nachdem die Flecken aufgetreten sind, absterben und die Pflanze so stark geschwächt werden.


Vor allem im Gemüsegarten sei auf Fruchtwechsel zu achten, da sich sonst Krankheitserreger anreichern, sagt Schmalzried. Das heißt, dass Pflanzen von der gleichen Familie nicht hintereinander am gleichen Platz im Garten stehen. Das gilt zum Beispiel für Rettich und Kohl, die beide zu den Kreuzblütlern gehören, und für Nachtschattengewächse wie Kartoffeln und Tomaten.

Marienkäfer beim Spaziergang sammeln

Ist eine Bekämpfung von Schädlingen notwendig, sollte abgewogen werden, ob sofort zum Spritzmittel gegriffen werden muss, sagt Schmalzried. Manche Schädlingsnester werden oft von natürlichen Gegenspielern vernichtet, zum Beispiel von Marienkäfern, Florfliegen, Raubmilben oder Schlupfwespen. Diese können durch bestimmte Pflanzen angelockt werden. Marienkäfer mögen unter anderem Kamille, Klatschmohn und Kornblumen, die wiederum schön im Garten oder auf dem Balkon blühen. Die Insekten können auch gekauft oder auf einem Spaziergang eingesammelt werden.


Ist der Befall noch nicht so stark, lassen sich Schädlinge wie Blattläuse manchmal auch abspülen oder abstreifen. Bei trockener Luft können Pflanzen immer wieder mit Wasser eingesprüht werden, dann fühlen sich Spinnmilben nicht so wohl, gibt Schmalzried als Tipp. Größere Insekten wie Käfer und Raupen können auch abgesammelt werden. Blattläuse saugen mit ihrem Rüssel den Pflanzensaft und damit die Nährstoffe aus der Pflanze heraus und schwächen somit die Entwicklung der Pflanze.

Seifenlösung gegen Blattläuse

Wird der Befall von Schädlingen stärker, sollten zunächst einfache Mittel zum Einsatz kommen, so Schmalzried. „Bei saugenden Insekten können Rapsöl- oder Schmierseifenmischungen verwendet werden.“ An Haushaltsmitteln gibt es einige Optionen: Die wohl bekannteste ist die Schmierseife oder Kaliseife. Sie kommt ohne Fettüberschuss aus und enthält zudem keine Duft- und Farbstoffe oder Verdickungsmittel. Gegen Blattläuse können die Pflanzen mit einer Lösung aus Schmierseife und Wasser besprüht werden. Da es sich laut Schmalzried dabei nicht um Gifte handelt, sollten die Pflanzen tropfnass gespritzt werden. Denn: „Wer nicht getroffen wird, überlebt.“ Und das wollen die Gärtner schließlich nicht. Eier werden übrigens nicht beschädigt, deshalb sollten die Pflanzen nach ein paar Tagen wieder besprüht werden.

Ein Rezept gibt es auf der Internetseite www.mein-schoener-garten.de: „Lösen Sie 50 Gramm Schmierseife in einem Liter warmem Wasser auf.“ Bei starkem Befall wird empfohlen, etwas Alkohol oder Spiritus hinzuzugeben. Schmalzried rät, bei kleineren Pflanzen eher ein Zimmerpflanzenspray gegen saugende Insekten zu kaufen, zum Beispiel auf Kaliseifenbasis.

Während der coronabedingten Ausgangsbeschränkungen war Zuhausebleiben angesagt. Das haben viele Menschen genutzt, um Brot zu backen, auszumisten, aber auch, um mit dem Gärtnern anzufangen. Sie haben vielleicht Kräuter und Salate, Tomaten und Zucchini sowie Erdbeeren und Himbeeren angepflanzt. Nach einigen Wochen, in denen die Pflanzen frisch und gesund wirken, stellte sich bei manchen aber heraus: Irgendwas stimmt hier nicht.

Schwarze Blattläuse haben die Zucchini-Pflanzen zu ihrem

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