Waiblingen

Tipps vom Profi: So erkennen Sie Falschgeld

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Symbolbild. © Ramona Adolf

Waiblingen. Seit 2013 wird in Deutschland nach und nach die neue Euroserie eingeführt. Da kann man schon mal den Überblick verlieren, wie echte Geldscheine aussehen müssen. In einem Vortrag hat Roland Schlosser von der Deutschen Bundesbank gezeigt, woran echte Euronoten zu erkennen sind. Als Faustregel gilt: Fühlen – Sehen – Kippen.

Nicht nur Finanzsysteme, auch handfester Bargeldverkehr kann ganz schön verwirrend sein – sogar bei den tagtäglich genutzten, europaweit verbreiteten Geldscheinen. Seit Januar 2002 gibt es Euronoten, seit Mai 2013 wird eine zweite Banknotenserie durch die europäische und nationale Zentralbank eingeführt. Manch einer hat sich noch nicht einmal an das Aussehen der alten Euroscheine gewöhnt, ganz zu schweigen von dem Aussehen der neuen.

Sicherheitsmerkmale eines Zehn-Euro-Scheins

Die Grafik als PDF gibt es hier zum Download.

 

 

 

In seinem Vortrag „Der Euro – echt oder falsch“ im Ökumenischen Haus der Begegnung hat Bundesbankamtsrat Roland Schlosser daher anhand von Echt- und Falschgeld gezeigt, woran ungefälschte Euronoten erkennbar sind. Denn die Verwirrung der Bücher ist stets auch eine Chance für Geldfälscher.

Bei Falschgeld will keiner der Letzte in der Kette sein

Roland Schlosser zufolge sind die umgangssprachlich gerne „Blüten“ genannten Falsifikate zwar eher selten: Im Schnitt kommen auf 10 000 Einwohner gerade mal zwölf Fälschungen. Die Deutschen können also durchaus auf die Echtheit ihres Geldes vertrauen. Aber wie Schlosser erklärt, sind knapp 90 Prozent der Fälschungen 20- und 50-Euro-Scheine. Wer eine solche Banknote bei sich findet, hält einen Gegenwert von null Euro in Händen – das kann schmerzen. Die Fälschung muss bei der Polizei abgegeben werden, eine Entschädigung gibt es weder dort noch bei Banken. Wer aus diesem Grund eine „Blüte“ bewusst weitergibt, begeht eine Straftat mit Vorsatz. Umso unangenehmer für die Geschädigten ist aber, dass der Normalfall sein dürfte, dass ein falscher Schein erst an der Kasse entdeckt wird. Das ist ärgerlich, vor allem wenn man kein weiteres Bargeld bei sich trägt. Deshalb: am besten direkt monieren, wenn man einen falschen Schein bekommt, damit man nicht der Letzte in der Kette ist.

Aber woran sollen Kunden denn echte Euronoten erkennen? Roland Schlosser empfiehlt dafür die Faustregel: Fühlen – Sehen – Kippen. Das heißt:

Den Schein als Ganzes fühlen! Das Papier der Euro-Banknoten besteht aus sehr kurzen Baumwollfasern. Dadurch sind die Geldscheine nicht so glatt wie Papier, sondern haben eine griffige Oberfläche. Ebenfalls fühlbar sind reliefartige Erhabenheiten, die durch Stichtiefdruck entstehen. Man spürt sie beispielsweise beim Hauptmotiv oder beim Copyright der Europäischen Zentralbank, das sich am oberen oder seitlichen Rand der Scheinvorderseiten befindet.

Die Vorderseite genau ansehen! Auf Scheinvorderseiten bis zum Wert von 20 Euro ist an der Seite ein Folienstreifen, bei Scheinen ab 50 Euro ein Folienelement zu sehen. Darin zeigen sich Hologramme, die je nach Blickwinkel an ein- und derselben (!) Stelle abwechselnd unter anderem die Wertzahl oder ein Euro-Zeichen darstellen. Bei Scheinen ab 50 Euro wandern im Folienelement schillernde Kreise konzentrisch von innen nach außen.

Die Rückseite kippen! Manche Elemente ändern je nach Betrachtungswinkel das Motiv oder die Farbe. Auf der Scheinrückseite von 5 bis 20 Euro erscheint ein Perlglanzstreifen, ab 50 Euro verändert die Wertzahl in der rechten unteren Ecke ihre Farbe von Aubergine bis Braun oder Grün. Dieser Schnelltest ist alltagstauglich – und eine gute Gelegenheit, sich all die verschiedenen Euroscheine einmal ganz genau anzuschauen.

Bundesbank-Tipps

Weitere Tipps und Infos bietet die Bundesbank in bebilderten Informationsbroschüren und auf www. bundesbank.de unter „Themen“ > „Bargeld“. Auch eine interaktive Falschgeldschulung gibt es dort.

Übrigens: Scheine, die aus Geldautomaten oder direkt an der Bankkasse ausgegeben werden, sind maschinell geprüft – und definitiv echt.