Waiblingen

Toledo-Shisha-Bar in Waiblingen: Die Lage mit 2G ist „katastrophal“

Benjamin Deiri Toledo
Benjamin Deiri im sehr leeren Toledo in der Düsseldorfer Straße. © Lynn Bareth

Eigentlich wollte Benjamin Deiri alles richtig machen: Bis die Schnelltests kostenpflichtig wurden, hatte er beim Toledo eine eigene Schnelltest-Station und habe seinen Kunden kostenlose Corona-Tests angeboten, erzählt der Betreiber. In der Cocktail- und Shisha-Bar in der Düsseldorfer Straße klebt schon an der Eingangstür der QR-Code für die Luca-App, auf jedem der kleinen Tische sowieso. Außerdem hat das Toledo eine große, überdachte Terrasse, die der Betreiber extra mit durchsichtigen Folien abgehängt hat – hier draußen würde trotz Warnstufe noch die normale 3G-Regel gelten. Trotzdem herrscht in der Lounge gähnende Leere.

Seit diesem Mittwoch gelten in Baden-Württemberg strengere Maßnahmen für Ungeimpfte. Die Warnstufe der Landesregierung schreibt unter anderem vor, dass Ungeimpfte beim Restaurantbesuch im Innenbereich einen PCR-Test vorweisen müssen. Der ist teuer. Diese Regelung gilt auch für Shisha-Bars wie das Toledo in Waiblingen.

Kaum Ungeimpfte, Freunde bleiben aber auch weg

Nur ein einziger Tisch ist am Donnerstagabend besetzt, ein junger Mann zockt einsam an einem der Spielautomaten in der Zimmerecke. „Wir müssen abwarten, wie das erste Wochenende wird“, sagt Benjamin Deiri. Besonders zuversichtlich ist er aber nicht. Schon seit die 3G-Regel gilt, laufe es im Toledo nicht gut. Und das, obwohl der Großteil seiner Kunden eigentlich geimpft sei. „Die Ungeimpften machen bei uns vielleicht zehn Prozent aus“, schätzt er.

Das Problem für den Wirt: Zum Shisharauchen kommt man in Gruppen. Und wenn in einer Gruppe eine Person ungeimpft ist, bleiben die Freunde meist auch weg: „Die kommen nicht mehr.“ 

Er kann seine Mitarbeiter nicht mehr bezahlen

Auch die große Terrasse, die Benjamin Deiri als das „Alleinstellungsmerkmal“ des Toledos beschreibt, hilft ihm gerade nicht viel in dieser Situation: „Da sitzt keiner draußen. Es ist einfach zu kalt.“ Da hilft auch der extra angebrachte Windschutz nichts.

„Es sieht ziemlich katastrophal aus“, fasst der Betreiber seine Lage in Worte. Längst hat er auch personaltechnisch schon Konsequenzen gezogen und rund die Hälfte der Mitarbeiterstellen abgebaut. „Ich kann sie einfach nicht bezahlen.“ Statt wie vor Corona sechs bis sieben Mitarbeiter sind jetzt nur noch drei Mitarbeiter da. „Und die arbeiten auch nicht immer.“ Einer der drei Mitarbeiter fällt jetzt zusätzlich aus: auch wegen 2G.

Benjamin Deiri ist jetzt meistens allein im Toledo und bedient die wenigen Stammgäste, die ihm noch geblieben sind. Noch hat er die Hoffnung, dass am Wochenende doch noch ein paar Tische mehr besetzt sein werden. Auch während 3G sei das so gewesen, dass sich die Leute am Wochenende eher zu einem Corona-Test aufgerafft hätten, um ausgehen zu können.

Eigentlich wollte Benjamin Deiri alles richtig machen: Bis die Schnelltests kostenpflichtig wurden, hatte er beim Toledo eine eigene Schnelltest-Station und habe seinen Kunden kostenlose Corona-Tests angeboten, erzählt der Betreiber. In der Cocktail- und Shisha-Bar in der Düsseldorfer Straße klebt schon an der Eingangstür der QR-Code für die Luca-App, auf jedem der kleinen Tische sowieso. Außerdem hat das Toledo eine große, überdachte Terrasse, die der Betreiber extra mit durchsichtigen

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