Waiblingen

Trauer um totes Meerschweinchen

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Traurig und schockiert: Mia, Melanie, Iven, Alicia und René Albeck (von links). Mia hält das überlebende Meerschweinchen Zoe ganz fest. © Palmizi / ZVW

Waiblingen-Neustadt. „Schockiert und unendlich traurig“ ist die Familie Albeck über das Unfassbare, das sich vor wenigen Tagen in ihrem Garten in Neustadt ereignet hat. Eins der drei heiß geliebten Meerschweinchen, die dort im Käfig lebten, wurde brutal getötet, ein weiteres ist spurlos verschwunden.

Es geschah am helllichten Samstagnachmittag in einem ruhigen, gewachsenen Wohngebiet. Die Familie Albeck weilte gerade bei einem Geburtstag eines Verwandten im Ort. Durch ungewöhnlichen Krach wurde eine Nachbarin aufmerksam und beobachtete, wie Kinder mit Stöcken am Stall hantierten und die Tiere drangsalierten.

Vor Ort bot sich ein erschreckendes Bild

Die Frau stieß einen beherzten Schrei aus, worauf die Eindringlinge von ihrem Tun abließen und flüchteten. Schnell wurde die Familie verständigt. Vor Ort bot sich ein erschreckendes Bild: der Käfig geöffnet, zum Teil kaputt, überall Fellbüschel. Daneben im Graben lag Meerschweinchen Cia tot mit eingedrücktem Körper.

„Offenbar hat es jemand mit einem Pflasterstein erschlagen“, sagt René Albeck. Ein Bewegungselement im Käfig wurde wohl genützt, um die Tiere in die Enge zu treiben. Die stundenlange Suche nach dem verschwundenen Meerschweinchen-Geschwisterle Fritzle blieb ergebnislos. Überlebt haben den Überfall Meerschweinchen Zoe sowie die Kaninchen Flecki und Schnuffi. Zoe freilich verhält sich seit dem schicksalhaften Tage spürbar verschreckt.

„So ein Haustier gehört zur Familie“

Viele Tränen sind seither geflossen im Hause Albeck, auch der Papa musste weinen. „Wer kein Haustier hat, kann es wahrscheinlich schwer nachvollziehen“, meint René Albeck, „aber so ein Tierchen gehört mit der Zeit einfach zur Familie.“ Das sei was ganz anderes, als wenn ein Fahrrad kaputtgeht, das man dann eben wieder repariert.

Die drei Meerschweinchen kauften die Albecks vor anderthalb Jahren, als sie noch fast Babys waren. Die Kinder Alicia (14 Jahre), Mia (elf 11 Jahre) und Iven (neun Jahre) konnten miterleben, wie sie aufwuchsen, spielten und kuschelten gerne mit ihnen. Ums Futter und die Sauberkeit im Stall kümmerte sich, wie so oft, in der Regel Mama Melanie. Papa René montierte den Stall und baute ein Dach drüber: „Man sieht, da steckt Herzblut drin.“

"Wie kann man so eine Brutalität in sich haben"

Völlig unverständlich ist der Familie die Aggressivität, mit der die Täter vorgingen. „Wie kann man so eine Brutalität in sich haben, so ein Tier kann sich doch überhaupt nicht wehren“, sagt Melanie Albeck. Im Gegensatz zu den Kaninchen könnten die Meerschweinchen nicht einmal empfindlich kratzen oder beißen.

Dass ein Haustier auf derart gewaltsame Weise zu Tode kommt, sei weitaus schwer zu verkraften als ein natürlicher Tod, den die Familie bei einem Häschen schon erleben musste. Hinzu kommt das ungute Gefühl, dass sich jemand im privaten Garten auf so üble Art zu schaffen gemacht hat. Auch nach Einbruch der Dunkelheit werfen sie immer wieder Blicke durch die Jalousie hinaus. Wer den kleinen Hohlweg hinter dem Garten kennt, meint René Albeck, muss eine gute Ortskenntnis haben.

Der Schreck sitzt tief

Die Gedanken kreisen um die gepeinigten Tiere. Besonders traurig ist Alicia, der die getötete Cia gehörte. Der Schreck sitzt zu tief, als dass sie die Anschaffung eines neuen Haustiers überlegen könnten. Und die Hoffnung, dass das verschwundene Fritzle wieder auftaucht, geben die Albecks noch nicht auf.

Die Temperaturen sind hoch genug, dass er überleben könnte. Aber ob er Futter findet? Jedenfalls wird er nicht den Weg zurück finden wie eine Katze oder ein Hund. Aber vielleicht läuft er ja jemandem zu, der weiß, dass in Neustadt ein Meerschweinchen vermisst wird.